Laut einem neuen Bericht unterstützt US-Präsident Donald Trump offenbar eine Idee zur „Friedenssicherung“ in der Ukraine, die ursprünglich aus Moskau kam. Die Kritik ist groß.
Trumps neuer Ukraine-Vorschlag„Das Dümmste, was ich je gehört habe!“

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Donald Trump während eines Treffens im Juli im Oval Office des Weißen Hauses.
Aktualisiert30.08.2025, 17:48
Sollte Trump diesen Vorschlag wirklich gemacht haben, dürften im Kreml so einige Korken geknallt sein.
Offenbar schlug Donald Trump vor, in Zukunft chinesische Truppen als Friedenstruppen in der Ukraine einzusetzen. Damit unterstützte er einen Vorschlag, der ursprünglich von Russlands Präsident Wladimir Putin unterbreitet worden war.
Das berichtetet die „Financial Times“ mit Verweis auf Insider, die mit Gesprächen beim Treffen der europäischen Staats- und Regierungschefs, dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj und Trump in der vergangenen Woche im Weißen Haus vertraut sein sollen.
Trump habe demnach vorgeschlagen, auch China einzuladen. Die Volksrepublik könne im Rahmen eines Friedensabkommens mit Russland Friedenstruppen zur Überwachung einer neutralen Zone entlang der 1.300 Kilometer langen Front im Osten der Ukraine stellen.
Tiefe Gräben zwischen Europa und den USA
Das Weiße Haus selbst bestreitet dies. „Das ist falsch“, sagte ein hochrangiger Beamter der Trump-Regierung und fügte hinzu, es habe „keine Diskussion über chinesische Friedenstruppen“ gegeben.
Dass die Ukraine-Positionen zwischen Europa und den USA mitunter weit auseinander liegen, ist bekannt. Während Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) beispielsweise „mindestens eine Waffenruhe“ forderte, hat Trump die Notwendigkeit einer solchen bestritten. Der drängte beide Seiten zu einem Friedensabkommen.
Auch die Idee, China an der ukrainischen Ostfront Friedenstruppen zu stellen, stößt in Europa auf massiven Widerstand und wurde bereits von Selenskyj abgelehnt – vor allem wegen der Nähe Pekings zu Russland.
Die beiden Länder haben ihre wirtschaftlichen und freundschaftlichen Beziehungen seit Putins Einmarsch in der Ukraine massiv ausgebaut. China gilt als wichtigerer Lieferant von Waren nach Russland, die auch militärisch nutzbar sind.
Zudem hat Russland selbst bereits Friedenstruppen aus der Volksrepublik ins Spiel gebracht – das war 2022. Schon damals war das für die Ukraine nicht akzeptabel.
Die Kritik an Trumps Vorschlag ist dementsprechend groß: „Donald Trump hat ‚chinesische Friedenstruppen‘ für die Ukraine vorgeschlagen. Er schlägt also im Wesentlichen vor, dass Russlands wichtigster wirtschaftlicher und geopolitischer Verbündeter Teile der Ukraine besetzen sollte, um den ‚Frieden zu wahren‘“, schreibt der Unternehmer und Menschenrechtsaktivist Sir William Browder.
Und ergänzt: „So ziemlich das Dümmste, was ich je gehört habe.“
Auch Selenskij übte in seiner abendlichen Videobotschaft zuletzt erneut Kritik an China. Moskau mache mit Angriffen wie dem jüngsten schweren Luftangriff auf Kyjiw, bei dem mindestens 23 Menschen starben, auch befreundete Länder wie China zu Komplizen. Peking wiederum tue trotz vieler Erklärungen nichts für ein Kriegsende. „Leider lässt China Russland Krieg führen – so sieht es aus“.