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Trumps Versuch wird zur FarceRussen-General spricht es laut aus

Auf diesem Foto, das aus einem Video des russischen Verteidigungsministeriums von Samstag (30. August 2025) stammt, spricht der russische Generalstabschef Waleri Gerassimow während eines Treffens mit hochrangigen Offizieren.

Auf diesem Foto, das aus einem Video des russischen Verteidigungsministeriums von Samstag (30. August 2025) stammt, spricht der russische Generalstabschef Waleri Gerassimow während eines Treffens mit hochrangigen Offizieren.

Die Ukraine fordert Verhandlungen zur Beendigung des russischen Angriffskrieges. Auch Trump fordert, den Krieg schnell zu beenden. Aber direkte Gespräche der Kriegsparteien sind nicht in Sicht. Im Gegenteil: Russlands Generalstabschef lässt die Versuche zur Farce werden.

Russlands Generalstabschef Waleri Gerassimow hat ungeachtet westlicher Forderungen nach Friedensverhandlungen eine Fortsetzung des russischen Angriffskrieges mit neuen Zielen für eine Herbstoffensive angekündigt.

Es liefen derzeit unaufhörlich Angriffe entlang der gesamten Frontlinie, sagte Gerassimow zu der seit mehr als dreieinhalb Jahren andauernden Invasion in der Ukraine. „Heute legen wir die Aufgaben fest für die Gruppen der Streitkräfte, die auf die Herbstperiode gerichtet sind“, sagte er.

Die Aussagen stehen im Gegensatz zu den Forderungen etwa von US-Präsident Donald Trump, den Krieg rasch zu beenden.

Die russische Erklärung macht die Bemühungen Trumps zur Farce, den Krieg zu beenden, nachdem der Putin mehrfach eine Frist gesetzt hat, um zu prüfen, ob es dem russischen Präsidenten mit dem Frieden wirklich ernst ist. So schreibt es der „Kyiv Independent“. „Wir werden innerhalb von zwei Wochen wissen, ob es in der Ukraine Frieden geben wird. Danach müssen wir vielleicht einen anderen Kurs einschlagen“, so Trump am 21. August.

Russland: Der Krieg in der Ukraine geht weiter

Gerassimow sagte außerdem, dass „gezielte massive Feuerangriffe anhalten“ – und bezog sich dabei auf die regelmäßigen Angriffe Russlands mit Raketen und Drohnen auf ukrainische Städte.

Er behauptete, diese würden „nur gegen militärische Objekte und Einrichtungen des militärisch-industriellen Komplexes der Ukraine abgefeuert“, doch russische Raketen und Drohnen treffen regelmäßig Wohngebäude und zivile Infrastruktur. Bei dem jüngsten Anschlag in Kyjiw am 28. August wurden 25 Menschen getötet, darunter vier Kinder.

Russland fordert, dass sich die ukrainischen Streitkräfte etwa aus dem Gebiet Donezk komplett zurückziehen und die Region Moskaus Armee überlassen, um einen Waffenstillstand zu erzielen.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj lehnt das ab - auch, weil gerade die dort von der Ukraine gehaltenen Städte Slowjansk und Kramatorsk als wichtige Bastionen der Verteidigung gelten. Russland droht deshalb, die Städte zu erobern.

Russische Vorwürfe einer Sabotage durch Europäer

Das russische Delegationsmitglied bei den bisherigen Verhandlungen, Kirill Dmitrijew, sagte, die Europäer versuchten, den Ukraine-Konflikt durch nicht erfüllbare Forderungen in die Länge zu ziehen. Die USA hätten begonnen, das zu verstehen.

„Die EU sollte aufhören, den Friedensprozess zu sabotieren“, sagte er.

Russland kritisiert etwa immer wieder, dass die Europäer Truppen in die Ukraine zur Absicherung eines möglichen künftigen Friedens entsenden wollen. Moskau lehnt aber Vertreter aus Nato-Staaten kategorisch ab.

Die Europäer wiederum werfen Russland eine Verzögerungstaktik vor. Moskau versuche mit der Aussicht auf Verhandlungen und immer neuen Fristen, Zeit zu gewinnen für neue Angriffe, heißt es auch in Kyjiw. Russland führt seinen zerstörerischen Angriffskrieg seit mehr als dreieinhalb Jahren. (dpa/mg)