Filmreife Kriegs-Clips und Gebete für den Sieg: Die Propaganda von Donald Trump schockiert nicht nur in den USA, sondern auch hier bei uns in Köln.
Kriegs-Clips wie aus HollywoodTrumps bizarre Propaganda löst Wut und Spott aus

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US-Präsident Donald Trump (Archivbild) erntet Spott und Häme.
Die Administration von Präsident Donald Trump greift zu immer drastischeren Propagandamitteln und erntet dafür auf Social Media heftige Kritik und jede Menge Hohn. Auf X, ehemals Twitter, postete der offizielle Account des Weißen Hauses kürzlich mehrere Clips. Diese Videos vermischen reale Bilder von Militärschlägen der US-Streitkräfte im Konflikt mit dem Iran mit Szenen aus Hollywood-Blockbustern und Videospielen.
So lautet beispielsweise der Titel eines 42 Sekunden langen Clips: „Gerechtigkeit auf amerikanische Art“. Eröffnet wird das Video mit einer Sequenz aus dem Kinohit „Iron Man 2“. Darin klatscht Robert Downey Jr. in seiner Rolle als Tony Stark in die Hände, um eine Reihe von Computern zu aktivieren, und verkündet: „Aufwachen, Papa ist zu Hause.“
Film-Zitate und Kriegs-Szenen: Trumps bizarre Video-Montage
Danach werden Ausschnitte mit Russell Crowe aus „Gladiator“ und Mel Gibson aus „Braveheart“ gezeigt. Auch Tom Cruise taucht als Kampfpilot „Maverick“ auf. Sogar die Erfolgsserie „Breaking Bad“ wird für die Propaganda missbraucht: Bob Odenkirk als Anwalt Jimmy McKill lässt wissen: „Ihr könnt euch nicht vorstellen, wozu ich fähig bin“. Direkt danach verkündet Bryan Cranston in seiner Rolle als Walter White: „Ich bin die Gefahr!“
Ob das Weiße Haus eine Genehmigung für die Verwendung der Filmausschnitte hatte, ist mehr als fraglich. Die Regierung, die für ihre Propaganda-Clips auch Szenen aus Videospielen nutzt, hat sich dazu nicht geäußert. Die ersten Reaktionen aus der Filmbranche deuten jedenfalls nicht darauf hin.
Inzwischen hat sich mit Ben Stiller ein erster Hollywood-Star auf X zu Wort gemeldet und die US-Regierung scharf kritisiert. „Hey, Weißes Haus, bitte entfernt den Tropic-Thunder-Clip“, forderte der Schauspieler. Stiller, der bei der satirischen Actionkomödie als Produzent, Autor und auch Darsteller mitwirkte, sah sein Werk für das Propaganda-Video der Regierung missbraucht.
„Wir haben euch nie die Erlaubnis dazu gegeben und haben kein Interesse daran, Teil eurer Propagandamaschinerie zu sein“, stellte Stiller unmissverständlich klar. Er schob eine ernste Botschaft hinterher: „Krieg ist kein Film.“
Heftiger Widerspruch gegen die zynischen und gewaltverherrlichenden Clips der Regierung kommt auch aus der US-Politik. So schrieb zum Beispiel Tammy Duckworth, eine Senatorin der Demokraten, auf der Plattform X unmissverständlich: „Krieg ist kein verdammtes Videospiel“.
Duckworth attackierte das Weiße Haus direkt: „Sechs Amerikaner sind tot und Tausende weitere sind wegen eures illegalen und ungerechtfertigten Krieges unnötiger Gefahr ausgesetzt. Und ihr nennt das einen makellosen Sieg“. Die Senatorin bezog sich damit auf die Verluste der amerikanischen Streitkräfte, die bei Attacken des Iran auf Stützpunkte im Nahen Osten ums Leben kamen.
Gebetskreis im Oval Office: Nächster bizarrer Auftritt
Für noch mehr Aufregung sorgte unterdessen ein anderer Clip. Dan Scavino, Trumps stellvertretender Stabschef, veröffentlichte am Donnerstag (5. März) auf X ein kurzes Video aus dem Weißen Haus. Scavinos Kommentar dazu lautete schlicht: „Gott segne die USA“.
Das Video zeigt Präsident Trump in seinem Stuhl, umringt von christlichen Geistlichen und Mitarbeitern. Man sieht, wie ein Pastor für den Triumph des Präsidenten sowie der US-Armee im Iran-Konflikt betet.
In dem Gebet ist zu hören: „Vater, wir beten, dass du unserem Präsidenten weiterhin die Kraft gibst, die er braucht, um unsere große Nation zu führen“. Der Pastor fährt fort: „Ich bete um deine Gnade und deinen Schutz für unsere Truppen und alle Männer und Frauen, die in unseren Streitkräften dienen“. Zum Schluss bittet er auch um göttlichen Beistand für Trump selbst.
„Ajatollah des Westens“: Spott und Hohn für Trumps Gebets-Video
Auch diese Aufnahmen aus Washington lösten in den sozialen Netzwerken schnell eine Welle des Spotts aus. So bezeichnete der Journalist Simon Nixon das Geschehen im Oval Office auf X als „Der Ajatollah des Westens“.
Auch John Cleese, der berühmte britische Komiker und Schauspieler, fand deutliche Worte für das Gebet im Weißen Haus. „Monty Python lebt!“, postete Cleese im Netz und legte nach: „Was diese beschränkten, selbstgerechten, unwissenden Clowns nicht begreifen, ist, dass man ein gewisses Maß an Intelligenz besitzen muss, um die Lehre Christi zu verstehen.“
Die Aufnahmen aus dem Oval Office sorgten sogar in Köln für Verwunderung. Thomas Jäger, Professor für internationale Politik an der Kölner Universität, teilte den Clip sichtlich erstaunt und schrieb dazu: „Dieses Bild vom Präsidenten der USA verbreitet die amerikanische Regierung“. Der Politologe verzichtete auf jede weitere Einordnung.
Spott aus Russland: Zeitung attestiert Trump eine „Manie“
Selbst in den russischen Propagandamedien sorgte die Szene für Spott, in der Geistliche ihre Hände auf Trumps Schultern legten. Die russische Onlinezeitung „Lenta“ berichtete süffisant über die angebliche Einschätzung eines Psychiaters zu den Vorgängen im Weißen Haus. Ein Korrespondent, der mit dem Spezialisten befreundet sein will, zitierte diesen: Trump sei mit einem „klassischen Patienten einer Akutpsychiatrie“ zu vergleichen.
Der US-Präsident leide eindeutig an einer „Manie“, zitierte die russische Zeitung weiter. Der Psychiater habe erklärt, dass es in einer akuten Phase für solche Menschen normal sei, an ihre „göttliche Herkunft und Allmacht“ zu glauben. Damit lasse sich das gemeinsame Gebet im Oval Office erklären, so die Schlussfolgerung von „Lenta“ für ihre Leserschaft. (red)
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