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Große Wut über Trumps Iran-VideoWas wir sehen, ist überhaupt nicht echt

Das Weiße Haus nutzte Szenen aus dem Computerspiel Call of Duty für ein Video, das die Schläge auf den Iran zeigen soll.

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Das Weiße Haus nutzt Szenen aus dem Computerspiel „Call of Duty“ für ein Video, das die Schläge auf den Iran zeigen soll.

Aktualisiert

Riesen-Aufregung um einen Clip: Die US-Regierung feiert Militäraktionen und bedient sich dabei der Optik eines Ego-Shooters.

Die Trump-Regierung sorgt erneut für blankes Entsetzen: Ein Clip, den das Weiße Haus am Mittwoch (4. März) veröffentlichte, zelebriert die Zerstörung durch das US-Militär im Iran – und nutzt dafür eine „Killstreak“-Montage aus dem bekannten Videospiel „Call of Duty“. 

Der Clip fängt mit einer heiklen Szene aus dem Computerspiel an: Mit einer Spielfigur, die im Egoshooter „Call of Duty“ die spezielle MGB-Killstreak (Mass Guided Bombs) aktiviert. Diesen Bonus bekommen Spieler nur, wenn sie 30 Gegner ausschalten, ohne selbst getroffen zu werden. Nach dem Auslösen bleiben den Gamern nur zehn Sekunden, bis die Runde mit einem Triumph für die angreifende Mannschaft zu Ende geht. 

Verheerende Reaktionen im Netz

Im weiteren Verlauf des verstörenden Videos sind wiederum reale Aufnahmen von neuen US-Militäraktionen gegen den Iran zu sehen, die mit Zählern für die Eliminierungen versehen sind. Das Video wurde über 30 Millionen Mal angesehen.

Besonders zynisch: Das Material wurde genau an dem Tag publiziert, als Tausende Menschen im Iran bei einer Gedenkfeier für die zivilen Opfer der Attacken zusammenkamen. Bei diesen Angriffen wurde auch eine Grundschule vollständig zerstört, mindestens 168 Kinder wurden laut Berichten getötet. Sechs US-Soldaten wurden bei einem iranischen Angriff in Kuwait getötet.

Die Reaktionen im Netz fallen verheerend aus, viele zeigten sich entrüstet darüber, dass die Trump-Regierung Spielaufnahmen mit Clips echter Raketenangriffe vermischt hat. „In diesem ‚Videospiel‘ werden die iranischen Schulmädchen in Stücke gesprengt und amerikanische Truppen getötet“, schrieb der Harvard-Professor und ehemalige NAACP-Präsident Cornell William Brooks auf X.

„Sie denken, Krieg sei ein Videospiel“, schrieb Paul Rieckhoff, der Gründer von Independent Veterans of America und ein überzeugter Trump-Kritiker. Er nannte es „unangemessen, kindisch und inakzeptabel“. (mg)

Kristi Noem

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