Trotz steigender Corona-Zahlen Spahn bleibt dabei: Epidemische Lage soll enden

Jens Spahn, hier am 8. September 2021, will die epidemische Lage in Deutschland auslaufen lassen. Ihm ist offenbar egal, dass die Infektionszahlen steigen.

Jens Spahn, hier am 8. September 2021, will die epidemische Lage in Deutschland auslaufen lassen. Ihm ist offenbar egal, dass die Infektionszahlen steigen.

Die Zahlen steigen offenbar unaufhaltsam, Corona breitet sich in Deutschland immer schneller aus. Doch Jens Spahn will die epidemische Lage auslaufen lassen – auch wenn es viel Kritik gibt. Warum macht er das?

Berlin. Er bleibt hart, auch wenn die Zahlen extrem steigen: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hält ein Auslaufen der sogenannten epidemischen Lage nationaler Tragweiter in der Corona-Pandemie weiter für angebracht - trotz großer Kritik an dieser Haltung. Im ZDF „heute-journal“ sagte er am Sonntag, 24. Oktober 2021: „Der Ausnahmezustand, vom Bundestag festgestellt, der kann aus meiner Sicht beendet werden, weil vier von fünf Erwachsenen geimpft sind.“

Seit Tagen wird über dieses Thema kontrovers diskutiert, auch angesichts der derzeit rasant steigenden Infektionszahlen in Deutschland. Kritiker befürchten einen „Flickenteppich“ an Maßnahmen und Regelungen, wenn die „epidemische Lage nationaler Tragweite“ ausläuft.

Jens Span will epidemische Lage auslaufen lassen

Ist dem Gesundheitsminister etwa völlig egal, wie sich die Infektionszahlen und Inzidenzen entwickeln? Spahn sagte, damit werde nicht die Pandemie für beendet erklärt. „Auch ich sage beständig, wie viele andere auch, wir brauchen in Herbst und Winter weiterhin Vorsichtsmaßnahmen, vor allem 3G - geimpft, genesen, getestet - im Innenraum, vor allem medizinische Schutzmasken, AHA-Regeln, in Bus und Bahnen, im Einzelhandel.“

Durch eine Rechtsänderung sei es möglich, dass die Länder und die Behörden vor Ort diese Maßnahmen losgelöst von dem Ausnahmezustand ergreifen könnten. „Das unterstütze ich auch ausdrücklich.“

Er werbe auch sehr dafür, dass es etwa in den Schulen und in den Pflegeeinrichtungen besondere Schutzmaßnahmen gebe. Es sei noch nicht alles so wie vor Corona. „Wir jetzt in einem Zustand besonderer Vorsicht, wo auch bestimmte Schutzmaßnahmen weiterhin gelten.“

Der Bundestag hatte die „epidemische Lage von nationaler Tragweite“ Ende August 2021 für weitere drei Monate verlängert. Sie läuft automatisch aus, wenn sie vom Parlament nicht erneut verlängert wird. Die „epidemische Lage“ gibt Bundes- und Landesregierungen Befugnisse, um Verordnungen zu Corona-Maßnahmen wie Maskenpflicht, Abstands- und Kontaktbeschränkungen oder zur Impfstoffbeschaffung zu erlassen. (dpa/dok)

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