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„Sie soll Kanzlerin werden“Fans wünschen sich SIE als Merz-Nachfolge

Bundestagspräsidentin Julia Klöckner (CDU) bei einer Sitzung des Deutschen Bundestags. (Archivbild)

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Bundestagspräsidentin Julia Klöckner (CDU) bei einer Sitzung des Deutschen Bundestags. (Archivbild)

Aktualisiert:

Der Kanzler in der Krise, die CDU im Umfragetief: Nur noch 14 Prozent halten Merz für den richtigen Mann. Nach einem G7-Auftritt rufen Fans plötzlich auch nach einer weiblichen Nachfolge.

Inmitten der streng geknöpften dunklen Anzüge und der grauen Krawatten sorgt sie mit ihrem farbenfrohen Kleid für einen echten Hingucker. Beim Familienfoto der G7-Parlamentspräsidenten ist Julia Klöckner (CDU) nicht zu übersehen. Das Bild sorgt für einigen Gesprächsstoff in der Kommentarspalte – nicht nur wegen ihres knallpinken Hosenanzugs. 

Denn als die Bundestagspräsidentin auf Instagram von dem G7-Treffen der Parlamentspräsidenten in Paris berichtete, füllte sich die Kommentarspalte nicht nur mit Lob für ihr Outfit und für  ihre Parlamentsarbeit. Sondern auch eine Forderung ist immer häufiger zu lesen: „Hoffentlich wird sie die nächste Kanzlerin.“

„Hätte ich gerne als Kanzlerin“

Ein breites Lächeln, gute Laune, viel Lob – davon kann ihr Parteikollege, Bundeskanzler Friedrich Merz, aktuell nur träumen. Der steckt tief im Umfragekeller. Im ARD-DeutschlandTrend Anfang September zeigten sich 83 Prozent der Wahlberechtigten unzufrieden mit ihm – ein historisch schlechter Wert.

Eine Insa-Umfrage für die „Bild“ kam Mitte September zu einem ähnlich verheerenden Ergebnis: Nur noch 14 Prozent halten ihn für den richtigen Regierungschef. Und auch Stimmen aus seiner eigenen Partei werden immer lauter: Er kann es nicht.

Bundestagspräsidentin Julia Klöckner neben NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst (beide CDU) beim Sommerfest der NRW-Landesvertretung in Berlin im Juni.

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Bundestagspräsidentin Julia Klöckner neben NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst (beide CDU) beim Sommerfest der NRW-Landesvertretung in Berlin im Juni.

Offen infrage stellt den Kanzler in der Union bislang niemand. Dennoch kursieren bereits Namen für eine mögliche Merz-Nachfolge: zwei Ministerpräsidenten. Neben Bayerns Ministerpräsident Markus Söder wird auch NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst als möglicher Nachfolger gehandelt.

Anfang August sagte er zwar im Podcast der Funke Mediengruppe, das Kanzleramt sei für ihn „aktuell keine Option“. Einen endgültigen Verzicht wollte er daraus aber nicht ableiten. Und: Er wird aktuell in Düsseldorf gebraucht. Wüst ist laut Experten nötig, damit die Landtagswahl im bevölkerungsreichsten Bundesland nicht auch noch schiefgeht. Im April muss er sein Amt verteidigen.

Wäre da Klöckner eine Option? Auf Instagram schreibt sie staatsmännisch über das Treffen in Paris, man habe sich „über die Rolle der Parlamente in Krisenzeiten unterhalten“. Der Präsident des ukrainischen Parlaments sei zu Gast gewesen und habe erläutert, „was es heißt, in Kriegssituationen den Parlamentarismus aufrecht zu erhalten“. Klöckner weiter: „In einer akuten Krise muss eine Regierung entscheiden können. Manchmal bleiben für eine Entscheidung nicht Tage, sondern Stunden.“ 

Ihr Auftreten hat viele Follower dazu bewogen, Klöckner als mögliche Merz-Nachfolgerin zu sehen. „Hätte ich gerne als Kanzlerin“, schrieb ein Nutzer. Ein anderer: „Sie wäre die Richtige für das Bundeskanzleramt. Sie steht dem Bürger näher als Merz.“ An anderer Stelle heißt es: „Hoffentlich wird sie die nächste Kanzlerin. Sie weiß, wie man respektvoll miteinander umgeht, weiß, wovon sie redet. Sie ist sehr sympathisch und verschafft sich, wenn nötig, Respekt.“ 

Julia Klöckner ist Nummer Zwei im Staat

Als Bundestagspräsidentin bekleidet Klöckner das zweithöchste Staatsamt – hinter dem Bundespräsidenten und formal noch vor dem Kanzler. Gewählt wurde sie im März 2025, als vierte Frau an der Spitze des Parlaments nach Bärbel Bas, Rita Süssmuth und Annemarie Renger. Erstmals in der Geschichte der Bundesrepublik folgte damit eine Frau auf eine Frau in diesem Amt. Und sie bald auch auf Merz folgen könnte?

Für eine Kanzlerkandidatur gibt es bislang keinerlei Anzeichen – weder aus der CDU-Spitze noch von Klöckner selbst. Das Amt der Bundestagspräsidentin verlangt zudem Überparteilichkeit. Die Kanzlerinnen-Rufe finden vorerst nur in der Kommentarspalte statt. Dennoch sagen sie viel über die Stimmungslage im Land aus. Wenn ein farbenfroher Instagram-Post reicht, um eine Nachfolgedebatte anzuheizen, dann ist der Vertrauensvorschuss für den Amtsinhaber offenbar aufgebraucht. (mg)

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