Abo

Renten-SchockBeitrag könnte um fast 20 Prozent steigen

Senioren gehen zum Einkaufen durch die Innenstadt.

Copyright: picture alliance/dpa

Im Alter genügend Rente? Jetzt könnten die Beiträge für Arbeitnehmende stark ansteigen (Symbolfoto).

Die Beiträge für die Rente sollen steigen - nach neuen Prognosen sogar noch etwas stärker als bisher gedacht. Doch es könnte auch alles anders kommen.

Der Beitragssatz für die Rentenversicherung könnte einer offiziellen Schätzung zufolge 2028 deutlich auf 19,9 Prozent steigen. Das wären 1,3 Prozentpunkte mehr als 18,6 Prozent wie heute und 0,1 Prozentpunkte mehr als bisher geschätzt.

Bei den Zahlen dieser Frühjahrsfinanzschätzung 2026, die die Rentenversicherung im Internet veröffentlicht hatte, handele es sich um „Prognosen unter Berücksichtigung der aktuellen Rechtslage“, wie ein Sprecher erläuterte. Die tatsächliche Entwicklung hänge unter anderem von der geplanten Rentenreform der Koalition und der tatsächlichen Wirtschaftsentwicklung ab.

Mehr als 5.300 Euro pro Jahr für die Rente

Wie die „Bild“-Zeitung berichtete, würde bei einem Eintreten der Prognose bei einem mittleren Bruttogehalt von 4.500 Euro die jährliche Belastung um 351 Euro wachsen. Mehr als 5.300 Euro flössen dann pro Jahr als Arbeitnehmerbeitrag an die Rentenkasse. Arbeitgeber und Arbeitnehmer teilen sich den Rentenbeitrag je zur Hälfte.

Bis 2027 soll der Beitragssatz laut der Finanzschätzung bei 18,6 Prozent stabil bleiben, 2029 wie bereits angenommen bei 20 Prozent des beitragspflichtigen Einkommens liegen und in den Folgejahren weiter steigen. Für die Rentenversicherung komme der prognostizierte Anstieg des Beitragssatzes „nicht unerwartet“, sagte der Sprecher.

Die Rentenversicherung wies darauf hin, dass der aktuelle Beitragssatz seit 2018 durchgehend stabil sei und in den Jahren zuvor bereits deutlich höher als heute gelegen habe. „Bei dem für 2028 erwarteten Anstieg handelt es sich um die erste Erhöhung seit 2007.“

Mit der Schätzung schreiben die Fachleute bisherige Vorausberechnungen mit den neuen Entwicklungen aus der Frühjahrsprojektion der Regierung für die Wirtschaft fort. Im April hatte die Bundesregierung ihre Konjunkturprognose halbiert. Erwartet wird in diesem Jahr noch ein Mini-Wachstum von 0,5 Prozent, vor allem wegen der massiven Auswirkungen des Iran-Kriegs.

Ausgaben steigen auf 421 Milliarden Euro

Schon seit langem ist bekannt, dass die Rentenausgaben mit dem Übertritt geburtenstarker Jahrgänge in die Rente künftig hinter den Einnahmen zurückzufallen drohen. Die Bundesregierung will deshalb auf Basis von Vorschlägen einer Rentenkommission noch bis zum Sommer eine große Rentenreform auf den Weg bringen.

Im vergangenen Jahr stiegen die Gesamteinnahmen der Rentenversicherung laut der Frühjahrsschätzung um 5,3 Prozent auf 417,4 Milliarden, die Ausgaben um 6 Prozent auf 421,3 Milliarden Euro.

Vergangene Woche hatten die sogenannten Wirtschaftsweisen vor ungebremst steigenden Sozialbeiträgen auf fast 50 Prozent gewarnt. Bis 2040 würden wegen der fortschreitenden demografischen Alterung die Sätze in allen Sozialversicherungen steigen. Reformen seien dringend nötig. Die geplante Rentenreform soll Teil eines größeren Reformpaktes werden, das die Koalition bis zur Sommerpause schnüren will. (dpa)

Verzögerungen bei Streckensanierung Hamburg-Berlin
„Wir brauchen Tempo“
Bericht zeigt: Deutschlands Milliarden-Plan kommt nicht voran