Die RAG-Stiftung macht Gewinn, doch hinter den Zahlen brodelt es
Zoff um Kohle-MilliardenTrotz Millionen-Gewinn: Rechnungshof kritisiert RAG-Stiftung

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Die RAG-Stiftung muss dauerhaft für die Folgekosten des deutschen Steinkohlenbergbaus aufkommen. Dazu gehört auch der Betrieb von Wasserpumpen in stillgelegten Bergwerken. (Archivbild)
Ein satter Gewinn für die RAG-Stiftung, die das Erbe des Steinkohlebergbaus sichert. Doch hinter den Millionen-Zahlen brodelt es: Rechnungsprüfer warnen vor zu hohen Risiken. Steht die Zukunft unseres Ruhrgebiets auf dem Spiel?
Die RAG-Stiftung, welche die Folgekosten des deutschen Steinkohle-Abbaus trägt, hat im abgelaufenen Jahr einen Profit von beinahe 420 Millionen Euro erwirtschaftet. Das gab die in Essen ansässige Stiftung bekannt. Davon wurden über 309 Millionen Euro direkt für die Finanzierung der sogenannten Ewigkeitskosten eingesetzt. Die restlichen 110 Millionen Euro flossen in die Rücklagen, die sich zum Jahresende auf die enorme Summe von 9,87 Milliarden Euro beliefen. Im Vorjahr 2024 lag der bereinigte Profit noch bei 452 Millionen Euro.
Wofür das Geld im Ruhrgebiet gebraucht wird
Bei den Ewigkeitskosten handelt es sich um die permanenten Nachwirkungen des Bergbaus. Im Ruhrgebiet muss beispielsweise durchgehend Grubenwasser aus den geschlossenen Zechen gepumpt werden, um eine Verunreinigung des Grundwassers zu verhindern. Finanziert wird damit ebenfalls das ständige Abpumpen von Wasser in Zonen, die sich durch den Kohleabbau erheblich gesenkt haben. Der Abbau von deutscher Steinkohle wurde Ende 2018 final beendet.
Das Kapital für diese Daueraufgaben generiert die Stiftung aus einem breiten Portfolio. Sie hält Anteile an mehr als 20.000 Firmen. Die größte einzelne Position ist eine Beteiligung am Spezialchemiekonzern Evonik, welche die Stiftung von 44 Prozent auf 25,1 Prozent reduzieren möchte.
Prüfer kritisieren „zu risikobehaftete“ Geldanlagen
Doch nun gibt es Zoff um die Finanzen. Anfang Mai wurde eine Untersuchung der Stiftung durch den Bundesrechnungshof sowie die Landesrechnungshöfe von NRW und dem Saarland öffentlich. Und die Kritik hat es in sich.
Wie die „Westdeutsche Allgemeine“ (WAZ) berichtete, bemängelten die Prüfer unter anderem „zu hohe Einzelrisiken bei Kapitalanlagen“. Das Vermögen der Stiftung sei insgesamt „zu risikobehaftet angelegt“. Ein Hammer-Vorwurf! Denn wenn die Anlagen schiefgehen, wer zahlt dann für die Ewigkeitslasten?
Stiftungschef wehrt sich: „Können Vorwürfe nicht nachvollziehen“
Stiftungsleiter Bernd Tönjes äußerte sich bei der Präsentation der Jahresergebnisse zufrieden und wies die Kritik zurück. „Wir nehmen das sehr ernst, aber können einige Vorwürfe der Rechnungshöfe so nicht nachvollziehen“, sagte Tönjes. Die Stiftung lebe gut von den laufenden Erträgen. „Und wir werden das auch in Zukunft tun.“
Er versicherte, dass man sämtlichen Verpflichtungen nachgekommen sei. „Wir haben die Ewigkeitslasten aus dem Nachbergbau zum nunmehr siebten Mal bedient und zusätzlich die Rückstellungen zur langfristigen Absicherung der Ewigkeitslasten weiter erhöht“, so der Stiftungschef. Man werde die Empfehlungen der Prüfer „sachlich und unaufgeregt“ erörtern und sicherlich manche Anregungen aufgreifen. Darüber werde man auch das Kuratorium informieren, dem unter anderem Katherina Reiche (CDU), die Bundesministerin, und Lars Klingbeil (SPD), der Bundesfinanzminister, angehören.
Zum Vermögen der Stiftung gehört auch die Mehrheit am Wohnimmobilienunternehmen Vivawest, dem in NRW knapp 120.000 Wohnungen gehören. Den Buchwert ihres gesamten Vermögens bezifferte die Stiftung zum Jahresende 2025 auf 15,9 Milliarden Euro. (dpa/red)
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