Abgefangene Funksprüche legen eine bestialische Methode offen. Soldaten, die den Angriff verweigern, werden von den eigenen Truppen exekutiert.
Bericht von Putins Front„Obnulit“: Nach diesem Wort töten Russen ihre Kameraden

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Ein russischer Soldat der mechanisierten Infanteriebrigade: Abgefangene Funksprüche legen eine bestialische Methode offen.
Ein ukrainischer Aufklärungstrupp hat russische Funkkommunikation mitgeschnitten, deren Inhalt schockiert. Mitschnitte, die der „Welt“ vorliegen, sollen belegen, wie russische Vorgesetzte ihre Soldaten mit übelsten Drohungen in den Kampf jagen. In einem Funkspruch brüllt ein Kommandeur: „Wenn ihr kommt, prügle ich euch alle mit dem Stock. Ich schneide euch die Zungen raus. Ihr verdammten Idioten.“
Ein anderer macht seine Absicht ebenso deutlich: „Wenn ihr Mistkerle mir jetzt nicht antwortet, lasse ich einen Panzer auf euch feuern!“ Und ein dritter Offizier stellt klar, dass es kein Entkommen gibt: „Zur Hölle mit euch! Ich schwöre: Keiner von euch kommt zurück, bevor ihr den Ort gestürmt habt. Kein einziger von euch!“
„Obnulit“ als Codewort
Hinter dieser brutalen Vorgehensweise steckt ein perfides System. Viele der russischen Kämpfer haben Angst vor den Frontalangriffen, die oft kaum Geländegewinn versprechen. Eine Umkehr ist jedoch unmöglich, wie der Ukrainer „Mario“ schildert. Spezielle Sperrverbände hinter den Angreifern haben einen unmissverständlichen Auftrag: „Wenn ihre Kameraden umkehren, werden sie erschossen.“
In diesem Moment fällt das Codewort, das einem Todesurteil gleichkommt: „Obnulit.“ Der Begriff bedeutet so viel wie auslöschen oder vernichten. Selbst eine kleine Verletzung wie ein verstauchter Knöchel kann tödlich enden – wer nicht mehr marschieren kann, wird laut „Mario“ einfach „niedergemacht“.
Experte für Militärstrategie analysiert die Taktik
Der österreichische Oberst Markus Reisner erläutert die militärische Logik, die dieser grausamen Methode zugrunde liegt. Durch die Selbstmord-Attacken werde „ein steter Druck“ auf die ukrainischen Verteidigungslinien erzeugt. Das zwingt die Verteidiger dazu, ihre Positionen preiszugeben, welche Russland im Anschluss gezielt mit Drohnen und Artillerie beschießen kann. Die enormen Opferzahlen sind in der Kriegsführung von Putins Armee fest einkalkuliert.
Reisner beleuchtet zudem ein weiteres finsteres Thema: die Kultur der Gewalt, die sich in Russlands Armee über Generationen etabliert habe. „Dienstältere Soldaten wenden dabei ein System aus Schikanen, Misshandlungen, Erniedrigungen und Folter gegenüber jüngeren Soldaten oder Rekruten an“, erklärt der Fachmann. Schläge und Erpressung seien demnach an der Tagesordnung. (red)

