Eine neue Recherche deckt mehrere russische Basen auf, die mit Startplattformen für Langstreckendrohnen ausgestattet sind. Die Anlagen bringen Putins Waffen in NATO-Reichweite.
Neue Satellitenbilder zeigen GefahrPutin baut geheime Basen in Reichweite der NATO

Copyright: Copernicus Sentinel-2, Daten August 2026, verarbeitet von ESA, Copernicus Data Space Ecosystem
Blick auf den Flugplatz Kursk: Auch hier wurden neue Startschienen und Lager für Langstrecken-Drohnen installiert (oben links im Bild).
Russland hat geheime Militärbasen errichtet, von denen hochmoderne Drohnen weit in NATO-Gebiet eindringen können.
Eine Recherche des „Telegraph“ identifizierte zehn Basen mit neu installierten Startschienen für Moskaus fortgeschrittene Fernstrecken-Angriffsdrohnen, darunter in Kursk, Asovitsa oder Millerovo.
Neue Anlagen sind bereits gegen die Ukraine im Einsatz
Manche dieser Basen werden dem Bericht nach bereits gegen die Ukraine eingesetzt. Die Nähe zur Grenze ermöglicht es Russland, massive Luftangriffe gegen Kyjiw zu führen – über die schwächer werdende Luftabwehr hinweg. Tracking-Daten zeigen, dass sieben der zehn Basen für die jüngsten Bombardierungen Kyjiws eingesetzt wurden.
Doch die Anlagen bedeuten auch eine langfristige Bedrohung für NATO-Staaten. Einige der Stützpunkte bringen Putins stärkste Drohnen in Reichweite von Warschau.
Experten warnen schon länger, dass die sich schnell entwickelnde Drohnentechnologie im Konfliktfall auch gegen NATO-Staaten eingesetzt werden könnte. Amerikanische und europäische Geheimdienstler befürchten, dass Russland eine bewaffnete Provokation auf polnischem Boden plant – oder Drohnenangriffe auf kritische Infrastruktur.
„Wir sind bereit, jeden Zentimeter NATO-Territoriums zu verteidigen“
Ein NATO-Vertreter wird vom „Telegraph“ zitiert: „Wir sind bereit, jeden Zentimeter NATO-Territoriums zu verteidigen und werden unsere Einsatzbereitschaft zur Abschreckung und Verteidigung gegen jede Bedrohung, auch durch Drohnen, weiter ausbauen.“
Mit geleakten Dokumenten und Satellitenbildern wurden entlang der russischen Grenze zu Belarus und der Ukraine mindestens 59 neue Startschienen identifiziert – mechanische Gleise für den Start von speziellen Langstreckendrohnen. Einige der Drohnen-Hubs entstanden durch Umgestaltung von Militärbasen und Zivilflughäfen, andere wurden neu angelegt.

Copyright: IMAGO/ITAR-TASS
Russische Soldaten starten in Cherson eine Aufklärungsdrohne vom Typ „Orlan-10“ (Archivbild).
Drohnen-Spezialisten von DroneSec analysierten die Aufnahmen. Sie fanden heraus, dass etwa 20 der neuen Schienen überdurchschnittlich lang sind – ein Indiz dafür, dass sie Russlands neueste Langstrecken-Angriffsdrohnen starten können. Denn Moskau rüstet aktuell seine Version der iranischen Shahed-Drohne weiter auf. Die neueren Varianten schaffen fast 1000 Kilometer Reichweite. Würde Russland die angepassten Drohnen von den neuen Basen aus einsetzen, läge sogar Polens Hauptstadt in Reichweite.
Moskau will sein Drohnen-Netzwerk massiv ausbauen
Die Satellitenaufnahmen zeigen zudem einen massiven Anstieg des Drohnenbestands. An einer Basis lagern gleichzeitig mehr als 1000 Drohnen. An mehreren Standorten entstehen weitere Startschienen – Moskau will seine Drohnen-Bedrohung offenbar massiv ausbauen.
Der Kreml habe sein Drohnen-Netzwerk „erheblich ausgeweitet“, um die Ukraine anzugreifen und NATO-Staaten zu bedrohen, sagt Mike Monnik, Chef und Gründer von DroneSec, der die Satellitenaufnahmen analysierte. Monnik ergänzt, dass Russland auch gleichzeitig seine Kapazität erhöht habe, mehr ukrainische Drohnen abzuschießen.
Es gibt keinen Hinweis darauf, dass Russland einen tatsächlichen Angriff plant. Die NATO bereitet sich aber schon länger auf künftige Konflikte vor. „Drohnen haben den Charakter moderner Kriegsführung grundlegend verändert und sind ein entscheidender Faktor auf dem Schlachtfeld geworden“, wird ein Vertreter der NATO zitiert. „Wir bauen unsere Fähigkeiten zur Produktion, zum Einsatz und zur Neutralisierung von Drohnen in großem Maßstab weiter schnell aus.“ (mg)


