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Neue Atomdrohung von Putin Experte sicher: Risiko größer als je zuvor – „letzte Verzweiflungstat“

In einer im Fernsehen übertragenen Rede hat Russlands Präsident Wladimir Putin am Mittwoch (21. September) eine „Teilmobilmachung“ angekündigt, außerdem drohte er dem Westen und der Ukraine mit dem Einsatz von Atomwaffen.

In einer im Fernsehen übertragenen Rede hat Russlands Präsident Wladimir Putin am Mittwoch (21. September) eine „Teilmobilmachung“ angekündigt, außerdem drohte er dem Westen und der Ukraine mit dem Einsatz von Atomwaffen.

Erneut hat Russlands Präsident Wladimir Putin in seiner TV-Rede zur Teilmobilmachung mit dem Einsatz vom Atomwaffen gedroht. Doch wie ernst meint er das? Russland-Experte Gerhard Mangott ist sich sicher: Das Risiko ist derzeit so hoch wie nie zuvor.

Nach der Rede von Putin sind viele Menschen besorgt und verunsichert, im Extremfall werde Russland auch mit Atomwaffen zuschlagen, sagte der Präsident. Zwar hat er bereits zuvor schon mit nuklearen Angriffen gedroht – doch für viele Expertinnen und Experten hat seine jüngste Drohung eine neue Dimension. 

Russland ist die größte Atommacht der Welt, besitzt über 6.000 atomare Sprengköpfe. Doch wie groß ist die Gefahr, dass Putin sie wirklich einsetzt? Putin sprach in seiner Ansprache von einer „nuklearen Erpressung“ des Westens und kündigte an, „natürlich alle uns zur Verfügung stehenden Mittel einzusetzen, um Russland zu schützen.“

Und er fügte an: „Das ist kein Bluff.“ Das strategische Nukleararsenal habe er bereits in erhöhte Bereitschaft setzten lassen.

Ukraine-Krieg: „Annexionen heben die Eskalationsstufe deutlich“

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Westliche Politiker verurteilten Wladimir Putins Rhetorik sowie die Teilmobilmachung scharf. Nach Einschätzung des Russland-Experten Gerhard Mangott von der Uni Innsbruck ist das Risiko eines Nuklearwaffenangriffs vor allen Dingen vor dem Hintergrund der Scheinreferenden in den von Russland besetzten Gebieten höher als je zuvor.

„Die Annexionen, die sicherlich passieren werden, heben die Eskalationsstufe deutlich“, sagte Mangott dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“ (RND). Denn Russland werde die Gebiete als eigenes Staatsgebiet betrachten. „Damit steigt die Wahrscheinlichkeit für den Einsatz von Nuklearwaffen bei einer großen ukrainischen Gegenoffensive zur Zurückeroberung dieser Regionen.“

Sollte die Ukraine also jene Regionen angreifen, die von Putin als russisches Territorium angesehen werden, hätte das nach Ansicht des Experten eine neue Qualität – wohl auch für den Präsidenten. „Putin käme dann in Erklärungsnot, wie es sein kann, dass ukrainische Truppen russisches Territorium besetzt halten.“

Sollte eine Niederlage in diesem Krieg drohen, wäre Putin wohl auch bereit, zum äußersten Mittel zu greifen: taktische Nuklearwaffen. „Das wäre seine letzte Verzweiflungstat“, so Mangott. Noch sei Putins Lage zwar noch nicht so verzweifelt, dass ein solches Szenario sehr wahrscheinlich ist. „Aber es ist nicht ausgeschlossen.“

Ukraine-Krieg: Neue Atomdrohung -„Es ist jedes Mal ernst zu nehmen“

Das sieht auch Militärexperte Marcel Berni von der Militärakademie an der ETH Zürich ähnlich: „Es ist jedes Mal ernst zu nehmen, wenn ein Staatsoberhaupt mit dem nuklearen Säbel rasselt“, sagte er gegenüber dem RND. Es sei kein Zufall, dass im selben Moment die Teilmobilmachung und die Scheinreferenden in der Ukraine anstehen. „Putin baut mit den Atomdrohungen erneut eine starke Drohkulisse auf.“

Sollte Putin zum Äußersten greifen, also Nuklearwaffen über bewohntem Gebiet abwerfen, gebe es laut Experte Mangott ein globales Eskalationspotential: „Wenn Russland Nuklearwaffen einsetzt, dann haben wir das Risiko eines Nuklearkrieges, das seit der Kubakrise nie so hoch war.“

Eine solche Drohkulisse habe natürlich auch Auswirkungen auf die deutsche Politik und auf die Entscheidungen beim Thema Waffenlieferungen. „Die SPD und Bundeskanzler Scholz werden durch die gestrigen Ereignisse eher darin bestärkt, keine Kampfpanzer zu liefern“, erklärt Mangott. Scholz werte die Waffenlieferung als weiteres Eskalationsrisiko. Der Experte erklärt aber auch, dass aktuell von Russland noch keine Atomwaffen bewegt worden seien – auch das zeige, dass das Schreckensszenario noch kein akutes Thema sei. (mg)

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