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Inzidenzen bis 4000 Omikron: Bundesregierung bereitet sich jetzt auf das Schlimmste vor

NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU), Kanzler Olaf Scholz (SPD) und Berlins Regierende Bürgermeisterin Franziska Giffey (SPD) bei der Pressekonferenz nach den Bund-Länder-Beratungen am 7. Januar: Die Omikron-Zahlen steigen, laut Medienbericht spielt die Regierung mehrere Szenarien durch.

NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU), Kanzler Olaf Scholz (SPD) und Berlins Regierende Bürgermeisterin Franziska Giffey (SPD) bei der Pressekonferenz nach den Bund-Länder-Beratungen am 7. Januar: Die Omikron-Zahlen steigen, laut Medienbericht spielt die Regierung mehrere Szenarien durch.

Die Omikron-Zahlen steigen auch in Deutschland deutlich. Doch was kommt da eigentlich auf uns zu? Laut einem Medienbericht hat die Bundesregierung am Montag verschiedene Krisenszenarien durchgespielt, um das Land möglichst gut auf die Lage vorzubereiten.

In den Städten baut sich die Omikron-Wand besonders schnell auf, zurzeit vor allem regional: in Bremen, Schleswig-Holstein und Hamburg etwa. Auch bundesweit steigt die Sieben-Tage-Inzidenz mit jedem Tag. Müssen wir ähnliche Höchststände wie in anderen Ländern befürchten?

Die Bundesregierung bereitet sich nun auch auf dieses „Worstcase“-Szenario vor.

Wie „RTL/ntv“ berichtet, haben sich die Spitzen von verschiedenen Hilfsorganisationen und das Bundeskanzleramt am Montag darüber beraten, was Omikron für das Land bedeutet. Laut Medienbericht seien „Bestcase“- und „Worstcase“-Szenarien diskutiert worden.

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Omikron: Regierung geht auch vom schlimmsten Fall aus

Zitiert wird das Gesprächsprotokoll des Generalarztes Ralf Hoffmann. Er ist ein Vertreter des Leiters des neuen Corona-Krisenstabs im Kanzleramt, Generalmajor Carsten Breuer. Demnach stelle sich das Bundeskanzleramt auf verschiedene Szenarien ein: Für den besten Fall gehe man von einer Inzidenz unter 1500 aus, „abhängig von der Höhe des Peaks“ dauere die Welle vier bis sechs Wochen.

Für den schlimmsten Fall wird mit einer Inzidenz von 2000 bis 4000 gerechnet. In diesem Szenario gibt es regionale Hotspots, die sich durch die „hohe Belastung“ im ganzen Land nicht verteilen und entlasten lassen könnten. Im Normalfall soll das „Kleeblatt-Prinzip“ Intensivstationen vor dem Kollaps bewahren. Das wäre in diesem „Worstcase“ aber nicht möglich. Die Dauer hier: zwei bis drei Wochen, je nach „Höhe des Peaks“.

Omikron: Expertenrat legt Augenmerk auch auf Testungen

Der Expertenrat halte weiter fest, „dass die Omikron-Variante in Europa vor allem Personen der Altersgruppe 19-59 Jahre betrifft“, heißt es im Bericht. Dadurch sei der Rückgang der Hospitalisierung, also der Menschen mit schweren Verläufen in Krankenhäusern, zu vermuten. Klar sei allerdings noch nicht, ob sich diese Werte nicht auch noch auf höhere Altersgruppen ausweiten könnte. 

Die Testkapazitäten sollten zudem aufrechterhalten und gegebenenfalls ausgeweitet werden. Die Situation in Frankreich ist hier ein mahnendes Beispiel: Hier sei es bereits zu einem „Kollaps der Teststruktur“ gekommen, man hätte nur noch Kapazitäten für eine Krankheitsfeststellung. Außerdem lege der Expertenrat weiterhin ein besonderes Augenmerk auf die kritische Infrastruktur.

Omikron: Verzögerte Welle in Deutschland

Auch der Immunologe Carsten Watzl erklärt der Deutschen Presse-Agentur: „Wir werden Inzidenzen von deutlich über 1000 bekommen – im Bundesdurchschnitt, regional auch deutlich darüber.“ Er prognostiziert: „Im Februar könnte der Höchststand erreicht sein.“ Das sei noch viel zu weit weg vom Frühling, als dass der saisonale Rückgang einen mildernden Effekt bringen könnte. Besonders heftig werden wohl die zunächst die Städte betroffen sein, das zeigte sich bereits in London und Kopenhagen, aber auch aktuell in Bremen, Hamburg und Berlin.

Allerdings baut sich die Infektionswelle in Deutschland später auf als in anderen Ländern. Laut Watzl spielten hier die Schutzmaßnahmen eine große Rolle. Die Delta-Welle sei gerade gebrochen, die ihretwegen verschärften Maßnahmen aber noch gültig und weiter wirksam gewesen, als Omikron im November gekommen sei. In den sehr rasch extrem betroffenen Ländern Großbritannien und Dänemark hingegen habe es zu der Zeit kaum noch Beschränkungen gegeben.

Diese verzögerte Omikron-Welle hierzulande habe einen erheblichen Vorteil: „Dass wir mehr Zeit für die Impfungen haben“. Denn auch wenn die Impfquote für die Ausbreitung nicht entscheidend sei – für die Belastung der Kliniken sei sie das weiterhin. (mit dpa)

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