Lidl-Frachter bekommt Heimathafen mitten in Deutschland!
Discounter sticht in SeeLidl-Reederei fährt künftig unter deutscher Flagge

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Nur ein Teil der Deutschen Handelsflotte unter deutscher Flagge unterwegs. (Symbolbild)
Ein Schiff von Discounter-Riese Lidl sorgt für eine echte Sensation. Es segelt bald mit deutscher Flagge – und sein neuer Heimathafen liegt an einem Ort, den man dort niemals vermuten würde.
Jetzt ist es offiziell: Ein Frachter von Lidls Reederei Tailwind Shipping Lines sorgt für eine Premiere. Er wird bald unter deutscher Flagge unterwegs sein. Damit wird Heilbronn zum allerersten Mal der Heimathafen für ein Seeschiff. Diese Neuigkeit hat das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) verkündet.
Bei dem Schiff handelt es sich um die „Panda 001“, die bisher unter portugiesischer Flagge fuhr. Mit Platz für 5.527 Standardcontainer (TEU) ist der Frachter eher ein Zwerg im Vergleich zu den Giganten der Meere. Die größten Schiffe von Hapag-Lloyd zum Beispiel können fast 24.000 TEU laden. Aber Achtung: Laut BSH ist das nur der Auftakt. „Geplant ist die Umflaggung der gesamten eigenen Flotte, also auch der derzeit im Bau befindlichen Neubauten.“
Ministerium: Ein Gewinn für die Versorgungssicherheit
Auch die Politik ist hocherfreut. Laut BSH sagte Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder: „In Zeiten geopolitischer Spannungen und fragiler globaler Lieferketten ist die Wahl der Deutschen Flagge ein Zeichen von Verantwortung, Zusammenarbeit und strategischer Handlungsfähigkeit. Jedes weitere Schiff unter Deutscher Flagge stärkt unsere Versorgungssicherheit“.
Der Discounter-Riese startete 2022 mit seiner Reederei ins Schifffahrtsgeschäft. Das war eine „direkte Reaktion auf die stark gestörten Lieferketten während der COVID-19-Pandemie – mit dem Ziel, Versorgungssicherheit und Termintreue für Lidl zu gewährleisten“. Der Konzern aus Neckarsulm verfolgt dabei eine besondere Strategie und setzt „bewusst auf kleinere Schiffe und weniger Hafenstopps“. Es werden hauptsächlich kleinere Häfen in der Nähe von wichtigen Handelszentren angefahren. Der Vorteil: „So lassen sich lange Wartezeiten auf überlasteten Liegeplätzen vermeiden und Waren schneller umschlagen.“ Tailwind verfügt über insgesamt etwa 33.000 eigene Container.
Deutsche Flagge? Auf See eine Seltenheit
Die Entscheidung von Lidl ist ein starkes Zeichen, denn die deutsche Flagge ist auf den Weltmeeren eine Rarität. Laut BSH-Zahlen von Ende Mai sind nur 396 deutsche Schiffe unter heimischer Flagge registriert, während 1.423 eine andere nutzen. Die Bundesregierung möchte, dass sich das ändert. Mit einer großen Reform der Flaggenstaatverwaltung und verbessertem Service soll das erreicht werden. Wie das BSH meldet, wurden Dienstleistungen gebündelt, Kommunikationswege verkürzt und die Abläufe für Reedereien spürbar vereinfacht. (dpa/red)
Dass diese Bemühungen ankommen, unterstreicht Joachim Hillger, Vice President bei Tailwind Shipping Lines. Die Behörde zitiert ihn mit den Worten: „Das Renommee der Deutschen Flagge beruht auf ihrem Status als staatliche Institution. In den vergangenen Jahren ist die Deutsche Flagge im Verbund mehrerer Behörden übersichtlicher geworden und daher für Reedereien deutlich leichter zu navigieren.“
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