Iran-Krise: Ein Hin und Her, das die Welt in Atem hält.
Plötzliche Iran-KehrtwendeÖffnung der Straße von Hormus nur Stunden später zurückgenommen

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Die Lage am Persischen Golf bleibt unberechenbar. (Archivbild)
Was für ein Zick-Zack-Kurs! Kurz vor Ablauf der Waffenruhe sorgt der Iran für helle Aufregung. Zuerst die gute Nachricht: Die so wichtige Straße von Hormus wird geöffnet! Doch nur Stunden später der Rückzieher. Teheran sagt: Die USA sind schuld, weil sie ihre Seeblockade nicht aufheben.
Alle Augen sind jetzt auf Donald Trump gerichtet. Für heute (15.00 Uhr MESZ) hat er eine Pressekonferenz angesetzt, wie die Nachrichtenagentur „dpa“ meldet. Zwar stand ursprünglich ein anderes Thema auf dem Plan, doch Trump könnte die neue Entwicklung kommentieren. Schließlich, so Trump wörtlich, drehe sich momentan „alles“ um den Iran.
Friedensgespräche vor dem Aus?
Dabei schien die nächste Verhandlungsrunde nur noch Formsache. Man rechnete mit einem Treffen am Montag in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad. Die Vorbereitungen liefen dort auf Hochtouren: Journalisten akkreditierten sich, zusätzliche Sicherheitskräfte wurden in die Stadt beordert. Aber durch den Rückzieher Teherans steht nun alles auf dem Spiel. Brisant: Laut der staatlichen iranischen Agentur Tasnim hat das Land einer zweiten Gesprächsrunde ohnehin noch gar nicht zugestimmt.
Der am Mittwoch endende Waffenstillstand stand sowieso schon auf wackeligen Beinen. Sowohl Washington als auch Teheran beschuldigten sich gegenseitig, Vereinbarungen nicht einzuhalten. Dennoch war es bislang ruhig geblieben und es wurde nicht gekämpft.
Wer hat im Iran das Sagen? Die Rolle der Revolutionsgarden
Dieser plötzliche Kurswechsel wirft eine heikle Frage auf: Tobt im Iran ein interner Machtkampf? Zuerst verkündete Außenminister Abbas Araghtschi die Öffnung, doch nur einen Tag danach zog das Militär die Zusage wieder zurück. Für viele Beobachter sind die Revolutionsgarden die wahren Herrscher im Staat.
Ein Indiz dafür: Die Nachrichtenagentur Fars, die den Revolutionsgarden nahesteht, distanzierte sich vom Außenminister. Seine Ankündigung habe die iranische Bevölkerung nach Trumps „nervösem Säbelrasseln“ nur verwirrt. Völlig im Dunkeln liegt zudem die Position von Revolutionsführer Modschtaba Chamenei. Seit seiner Einsetzung am 8. März gibt es kein Lebenszeichen von ihm.
Nadelöhr Hormus: Darum ist die Meerenge so wichtig
Für den Iran ist die Straße von Hormus ein mächtiges Druckmittel. Normalerweise laufen etwa 20 Prozent des globalen Ölhandels durch diese Meerenge. Wird sie blockiert, schießen die Ölpreise nach oben. Das bekommen dann auch die Menschen in Köln und Umgebung an der Tankstelle zu spüren. Mit diesem Zick-Zack-Kurs demonstrieren Militär und politische Spitze ihre Macht: Die Spielregeln für eine Öffnung bestimmen allein sie. (red)
Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.
