Die Wandersaison ist da! Aber wer will schon nur Idylle? Auf diesen Pfaden warten Mittelfinger, Mittelerde und jede Menge Überraschungen. Ein Überblick über die kuriosesten Touren der Republik.
Trump, Bier und HobbitsVom „Arschlochweg“ bis Mittelerde – die schrägsten Touren

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Der Finger steht - und die Haare auch: Ob Donald Trump seine Skulptur an der Ostsee gefallen würde?
An der Ostsee: Trump zeigt den Stinkefinger
Stellt euch vor, ihr lauft gemütlich durch den Wald und plötzlich seht ihr Donald Trumps Mittelfinger. Genau das kann Urlaubern an der Ostsee widerfahren. In Klein Strömkendorf, ganz in der Nähe von Rostock, lauert aber nicht nur der umstrittene amerikanische Präsident.
Trump ist da nicht allein. Er teilt sich den Wald mit Figuren wie Lenin und Honecker. Auch Bush (der Jüngere), Chruschtschow und Erdogan sind dabei. Offiziell trägt der knapp einen Kilometer lange Pfad den Namen „Lehrpfad der unholdigen Personen“. Im Volksmund hat sich aber ein anderer Name durchgesetzt: Arschlochwandelweg.
Wie die dpa berichtet, soll die Begegnung mit den Figuren die Besucher zum Nachdenken anregen, sagte einmal die Initiatorin Marita Gronau vom Ostsee-Gutshaus, an dem der Weg startet. Der Zutritt ist gratis und auch das Parken auf dem Gelände kostet nichts.
Aber lockt der Weg auch mehr Besucher an? «In Zahlen kann ich das so nicht sagen», antwortet Gronau auf Nachfrage. Sie fügt hinzu: «Aber auf jeden Fall gibt es viele lachende Gesichter, Komplimente und Gespräche.» Die Wirkung sei bestimmt positiv: «Auf jeden Fall was die Stimmung in diesen Zeiten angeht.»
Prost! Wandern von Brauerei zu Brauerei
Ein kühles Blondes nach der Anstrengung? Auf dem Bierfernwanderweg im Bayerischen Wald ist das selbstverständlich. Die Route führt an etlichen Brauereien (samt Biergärten) vorbei. Die Empfehlung lautet, die rund 100 Kilometer lange Strecke auf sechs Etappen aufzuteilen. Das bedeutet: Sechs Belohnungen mit Hellem oder Weizen.
Wem die sechstägige Rundreise nicht ausreicht, kann einfach zwei zusätzliche Abschnitte dranhängen. Einer davon geht sogar bis nach Tschechien, dem Nachbarland der Bier-Fans. Der Tourismusverband gibt an, dass sämtliche Etappen eine Anbindung an Bus und Bahn haben. Der Grund: «Damit Wanderer nach dem ein oder anderen "Geschmackstest" wieder gut nach Hause kommen.»

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Wo ist der nächste Biergarten? Auf dem Bierfernwanderweg in Bayern gibt es neben Hellem auch viel Holz zu sehen.
Natürlich ist die Verbindung von Gerstensaft und Wandern kein deutsches Unikat. Alleine die Region Franken bietet zahlreiche solcher Pfade. Wer eine geballte Ladung Biererlebnis sucht, sollte den 13-Brauereien-Weg in der Nähe von Bamberg ausprobieren.
Zum Totlachen: Der Witzewanderweg
Dieser Ausflug ist wirklich zum Lachen. Zugegeben, der Spruch ist abgedroschen, aber er passt: Auf der zwölf Kilometer langen Strecke um Rohr in Franken sind nämlich 20 Stationen mit Witzen aufgebaut.
Ein Beispiel gefällig? «Warum gehen Ameisen nicht in die Kirche? Weil sie in Sekten sind!» Zusätzlich zu solchen Kalauer-Witzen gibt es an jeder Station QR-Codes. Scannt man diese, kann man sich auf dem Handy Videos mit noch mehr Gags ansehen.
Damit dürfte der Witzewanderweg gleich mehrere Muskelgruppen beanspruchen. Nicht nur die Beine, sondern auch das Zwerchfell – okay, der war jetzt wirklich schlecht.

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Der Vollpfosten steht auf diesem Bild ausdrücklich rechts - denn so heißt diese Station des Witzewanderwegs. Kabarettist Oliver Tissot (l) hatte die Idee dazu.
Wie bei „Herr der Ringe“: Ab in den Westerwald
Für alle, deren „Herr der Ringe“-Kenntnisse nicht über Frodo und Gandalf hinausgehen (so wie beim Verfasser dieser Zeilen), hier eine kleine Auffrischung: Das Auenland ist das Zuhause der Hobbits in Mittelerde. Ein Fan-Wiki beschreibt es so: «Im Auenland gab es intakte Straßen, Postämter und Tavernen in Hülle und Fülle.»
Genau das, wenn auch nicht im Überfluss, findet man auch im Westerwald. Dort befindet sich der Auenlandwanderweg, der ein Gefühl wie in Mittelerde vermitteln soll. Es gibt Hobbit-Hütten und man trifft auf bekannte Charaktere aus „Herr der Ringe“, darunter der Magier Gandalf, der Elbenprinz Legolas oder auch Gollum. Letzterer ist die vom Ring besessene Gestalt, die durch ihren Ruf «Mein Schatz!» bekannt wurde.
Mit nur drei Kilometern ist dieser Rundkurs in der Region Sieg ideal für Familien. Die Strecke lässt sich entspannt an einem Nachmittag bewältigen.

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Auf dem Auenlandweg stellt sich auch mal ein finsterer Holzsoldat in den Weg.
Wein und Bier per Ausweis-Check
Dass man beim Wandern Durst bekommt, ist kein Geheimnis – nicht nur für die Macher der Bier-Routen. Die Organisatoren des Lecker Pfädchens im Hunsrück haben deshalb auf einer Strecke von circa elf Kilometern drei Stationen mit Getränken platziert. Dort findet man regionales Bier, Moselwein und auch Sprudel für alle, die ohne Alkohol unterwegs sein wollen.
Die Stationen sind nach der Winterpause seit Anfang April wieder geöffnet. Und jetzt kommt der „Wie bitte?!“-Moment: Wer Alkohol kaufen will, muss seinen Personalausweis dabei haben. Ein Lesegerät prüft das Alter. Die Bezahlung erfolgt dann ganz einfach mit Bargeld in eine Vertrauenskasse.

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Einen Moselwein zur Rast - dann läuft es sich vielleicht leichter. Die Getränkestationen am Lecker Pfädchen enthalten aber nicht nur Alkoholisches.
Passend zum Namen des Pfades gibt es laut Tourismusverband sechs sogenannte „Genussfenster“ an schönen Aussichtspunkten. Außerdem laden zahlreiche Plätze zum Rasten und Picknicken ein. (red)
Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.
