Die Diplomatie läuft auf Hochtouren, doch die USA drohen mit neuen Angriffen. Während Pakistan vermittelt, sorgt ein Detail für eine Riesen-Überraschung. Und jetzt mischt auch noch Peking mit.
Angriff auf KnopfdruckUSA bereit für neue Attacken, Pakistan vermittelt im Iran-Krieg

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Pakistans Premierminister Shehbaz Sharif rückt in die Rolle eines wichtigen Vermittlers im Iran-Krieg
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Krisen-Diplomatie im Iran-Konflikt! Die Suche nach einer friedlichen Lösung geht mit Hochdruck weiter. Mitten im Geschehen: Pakistans Premierminister Shehbaz Sharif. Seine Reise führte ihn von Saudi-Arabien direkt nach Katar, um dort zu vermitteln. Aus Islamabad heißt es von einem Sprecher des Außenministeriums, Pakistan habe «offene Gesprächskanäle mit den betroffenen Parteien aufrechterhalten». Ob es bald zu direkten Verhandlungen zwischen dem Iran und den USA kommt? Das wollte der Sprecher nicht kommentieren.
Aus Diplomatenkreisen erfuhr die Deutsche Presse-Agentur, dass alles an Sharifs Rückkehr hängt. Ein neuer Termin für Gespräche zwischen den verfeindeten Seiten soll erst nach seiner Ankunft am Samstag bestimmt werden. Der Premier befindet sich seit Mittwoch auf einer mehrtägigen Tour, die ihn am Ende in die Türkei bringen wird.
Die Zeit drängt: Nur noch bis zum kommenden Mittwoch herrscht eine Waffenruhe zwischen dem Iran und den USA. Ein erster Verhandlungsversuch in Islamabad war am letzten Wochenende gescheitert und blieb ohne Resultat.
USA jederzeit zu neuen Angriffen bereit
Aus Washington kommen derweil scharfe Töne. Laut Pete Hegseth, dem Minister für Verteidigung, behalten sich die Vereinigten Staaten sämtliche Möglichkeiten vor. Man beobachte ganz genau, wo der Iran gerade welche Waffen positioniert. Teherans Drohung, Schiffe in der Straße von Hormus anzugreifen, sei keine «Kontrolle», wie der Iran es nenne. Hegseth bezeichnete dies stattdessen als einen Akt von «Piraterie» und «Terrorismus». Die US-Streitkräfte könnten auf Knopfdruck wieder losschlagen. Hegseth richtete eine klare Warnung an Teheran: Die iranische Führung solle «weise entscheiden».
Pakistans Armeechef auf heikler Mission
Gleichzeitig ist eine weitere Schlüsselfigur auf der diplomatischen Bühne erschienen: Pakistans Armeechef, Feldmarschall Asim Munir, ist für Gespräche nach Teheran gereist. Iranische Sender berichten, dass auch ein Treffen mit dem mächtigen Parlamentspräsidenten Mohammed Bagher Ghalibaf geplant sei. In Pakistan gilt Munir als der eigentliche Machthaber ohne gewähltes Amt und als knallharter Verhandlungspartner. Und jetzt kommt's: Schon vor dem Ausbruch des Konflikts äußerte sich US-Präsident Donald Trump mehrfach lobend über den Feldmarschall. Munir war sogar mehrmals Gast im Weißen Haus – eine beispiellose Geste für einen General ohne politisches Amt.
Diplomatischen Kreisen zufolge soll Feldmarschall Munir sich in der Türkei mit Premier Sharif treffen. Anschließend sei eine Weiterreise in die USA geplant. Passenderweise beginnt am Freitag in der Türkei eine Konferenz zur regionalen Diplomatie.
Neuer Gesprächsfaden im Libanon-Konflikt?
An einer anderen Front, dem Konflikt zwischen Israel und der Hisbollah-Miliz im Libanon, bahnt sich möglicherweise ebenfalls eine Annäherung an. Eine israelische Ministerin gab an, Premierminister Benjamin Netanjahu wolle mit dem libanesischen Präsidenten Joseph Aoun telefonieren. Das wäre eine Sensation – das erste bekannte Telefonat zwischen den beiden. Doch aus dem Büro des Präsidenten im Libanon kam sofort ein Dementi: Man wisse nichts von einem derartigen Anruf.

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Die Gespräche zwischen Israel und dem Libanon zur Beendigung des Konflikts sollen weitergehen.
Zugleich schafft Netanjahu aber militärische Fakten. Er lässt die sogenannte «Sicherheitszone» im Nachbarland Libanon vergrößern. Laut einer Mitteilung seines Büros hat er die israelische Armee beauftragt, die Zone im Süden des Libanon auszudehnen. Parallel dazu würden Gespräche mit dem Libanon laufen.
Die Verhandlungen mit dem Libanon verfolgten zwei zentrale Ziele, erklärte Netanjahu laut Angaben seines Büros vom Mittwochabend: Die Entwaffnung der vom Iran unterstützten Hisbollah-Miliz «und zweitens einen dauerhaften Frieden. Frieden durch Stärke.» Die libanesische Regierung, die keine Partei im Krieg zwischen Israel und der Hisbollah ist, will eine Waffenruhe und einen Abzug der israelischen Soldaten aus dem Süden des Libanons erreichen.
Internationale Initiative für freien Schiffsverkehr in Meerenge
Die internationalen Bemühungen, die Schifffahrt durch die Meerenge von Hormus wieder zu ermöglichen – und zwar auf Dauer – gehen ebenfalls weiter. Die britische Außenministerin Yvette Cooper fand bei einer gemeinsamen Veranstaltung mit Johann Wadephul (CDU), dem Bundesaußenminister, in Berlin klare Worte: «Es kann definitiv nicht sein, dass Seewege wie die Straße von Hormus von einzelnen Staaten kontrolliert werden und dass dort Zölle erhoben werden».
Mehrere europäische Staaten wollen an diesem Freitag auf einer von Frankreich und Großbritannien initiierten Konferenz in Paris über einen Plan zur Sicherung der internationalen Schifffahrt nach dem Iran-Krieg beraten. Auch Kanzler Friedrich Merz (CDU) will anreisen. Es soll bei dem Treffen auch um eine maritime Operation gehen, bei der mehrere Staaten nach Konfliktende die sichere Schifffahrt gewährleisten sollen.
Auch China dringt auf Öffnung der Straße von Hormus
Auch China macht Druck zur Öffnung der für den Welthandel wichtigen Passage. In einem Telefonat mit dem iranischen Außenminister Abbas Araghtschi fand Chinas Außenminister Wang Yi laut chinesischer Mitteilung diplomatische Worte, Irans «Souveränität, Sicherheit und legitime Rechte und Interessen» als Küstenstaat der Meerenge müssten respektiert und geschützt werden. Zugleich müsse aber auch die «Freiheit und Sicherheit der internationalen Schifffahrt» garantiert werden. Bemühungen um eine Wiederherstellung der normalen Passage durch die Straße von Hormus seien «der einhellige Ruf der internationalen Gemeinschaft».
Unterdessen erklärten die USA, dass sie die vorübergehende Lockerung von Öl-Sanktionen gegen Russland und den Iran nicht verlängern werden. Scott Bessent, der Finanzminister der USA, sagte unmissverständlich: «Wir werden die allgemeine Genehmigung für russisches Öl nicht verlängern, und wir werden die allgemeine Genehmigung für iranisches Öl nicht verlängern». Die vorübergehende Lockerung habe Öl betroffen, das sich bereits vor dem 11. März auf See befunden habe. Das gesamte Kontingent sei ausgeschöpft. (red)
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