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Großer Steuer-PlanKoalition will Millionen entlasten – doch wer zahlt dafür?

Steuerbescheid

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Eine Reform der Einkommensteuer soll kommen. (Symbolbild)

Steuer-Reform soll dich entlasten – doch wer zahlt das?

Die schwarz-rote Koalition plant eine riesige Reform der Einkommensteuer. Kleine und mittlere Einkommen sollen endlich mehr Netto vom Brutto haben. Doch wie das Ganze bezahlt werden soll, ist völlig unklar – und die Vorschläge haben es in sich.

Das Ziel ist klar: Zum 1. Januar 2027 soll die Einkommensteuer reformiert werden, um kleine und mittlere Einkommen dauerhaft zu entlasten. Doch wie genau das aussehen soll, wer profitiert und wie die Milliarden-Löcher gestopft werden, ist noch offen. Bis zur Sommerpause Mitte Juli sollen die Würfel fallen.

Was ist die Einkommensteuer überhaupt?

Die Einkommensteuer ist eine der wichtigsten Geldquellen für den Staat. Nicht nur Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zahlen sie, sondern auch viele Betriebe. Der Clou: Wer mehr verdient, zahlt prozentual auch mehr Steuern. Das nennt man einen „progressiven“ Tarif. Einen Teil eures Einkommens dürft ihr aber behalten, ohne dass der Staat zugreift: den Grundfreibetrag. Er liegt 2026 bei 12.348 Euro und soll euer Existenzminimum sichern.

Steuerschätzung

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Was bringt eine Reform an Entlastungen? (Symbolbild)

Verdient ihr mehr, greifen verschiedene Steuersätze. Ab einem zu versteuernden Einkommen von 69.879 Euro im Jahr seid ihr schon beim Spitzensteuersatz von 42 Prozent. Das heißt: Für jeden Euro darüber kassiert das Finanzamt 42 Cent. Richtig teuer wird es ab 277.826 Euro mit dem „Reichensteuersatz“ von 45 Prozent.

Warum die Reform dringend nötig ist

Union und SPD haben die Reform im Koalitionsvertrag versprochen. Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) will 95 Prozent der Beschäftigten entlasten, vor allem Menschen, die „2.500, 3.000, 4.000 im Monat“ verdienen.

Bundeskabinett

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Kanzler und Vizekanzler: Große Reform geplant. (Archivbild)

„Die Einkommensteuerbelastung hat sich in den vergangenen 20 Jahren schleichend erhöht“, warnt auch Tobias Hentze vom Institut der deutschen Wirtschaft Köln. Sein klares Ziel: Normalverdienern muss spürbar mehr Netto vom Brutto bleiben, damit es sich wieder lohnt, mehr zu arbeiten. Auch DIW-Präsident Marcel Fratzscher sieht das so: Die hohe Belastung bremst die Arbeitsanreize.

Der „Mittelstandsbauch“: Wenn die Gehaltserhöhung verpufft

Ein riesiges Problem ist der sogenannte „Mittelstandsbauch“. Das bedeutet: Schon bei kleinen und mittleren Einkommen steigt die Steuerlast extrem steil an. Die Folge: Von einem zusätzlich verdienten Euro geht oft fast die Hälfte direkt wieder an den Staat. „Dies stellt keinen wirksamen Arbeitsanreiz dar, zum Beispiel um Überstunden zu leisten oder von Teilzeit auf Vollzeit zu wechseln“, erklärt Experte Hentze.

Reiner Holznagel, Präsident des Bundes der Steuerzahler, bringt es auf den Punkt: „Während in den 1960er Jahren ein Vielfaches vom Durchschnittseinkommen nötig war, damit der Spitzensteuersatz griff, reicht heute teils das 1,2-Fache eines durchschnittlichen Einkommens aus.“ Das ist der „Wie bitte?!“-Moment: Gut verdienende Facharbeiter, Handwerksmeister oder Ingenieure zahlen heute schon den Spitzensteuersatz, der früher nur für Top-Verdiener galt.

Milliarden-Loch: Wer soll das alles bezahlen?

Die große Frage ist: Wie soll die Reform finanziert werden? Die Kosten werden auf 20, 30 Milliarden Euro oder sogar mehr geschätzt. Die Vorschläge gehen weit auseinander. Die Union will den Spitzensteuersatz erst ab 85.000 Euro greifen lassen, dafür aber den Reichensteuersatz auf 47,5 Prozent erhöhen. Holznagel schlägt vor, den Spitzensteuersatz erst ab 100.000 Euro anzuwenden.

Geldscheine

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Es geht um viel Geld. (Symbolbild)

Die SPD-Haushälter fordern eine „aufkommensneutrale“ Reform, bei der „hohe und höchste Einkommen auch einen stärkeren Beitrag leisten“. Die Union lehnt einen höheren Spitzensteuersatz aber ab. Experten wie Marcel Fratzscher und der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) bringen daher eine Vermögensteuer ins Spiel, die dem Staat zweistellige Milliardensummen einbringen könnte.

Droht eine höhere Mehrwertsteuer oder der „Rasenmäher“?

Eine andere Idee wäre die Erhöhung der Mehrwertsteuer. Das Problem: Sie würde die Inflation anheizen und vor allem Menschen mit wenig Geld belasten. Viele Politiker der Koalition sind daher dagegen. Eine weitere Option, die diskutiert wird, ist die „Rasenmäher-Methode“: Unionsfraktionschef Jens Spahn will pauschal fünf Prozent bei allen Subventionen und Steuervergünstigungen kürzen. Finanzminister Klingbeil zeigte sich dafür offen.

Die Debatte zeigt: Eine Entlastung für die Mitte der Gesellschaft ist dringend nötig, doch der Weg dorthin ist steinig. Die kommenden Wochen werden entscheidend dafür sein, wie viel Geld am Ende wirklich in eurem Portemonnaie ankommt. (dpa/red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.

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