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Galeria Karstadt KaufhofHeftige Kehrtwende kurz vor Weihnachten: „Es ist frustrierend“

An der Fassade der Galerie-Filiale in Halle hängt am 18. Dezember ein großes Transparent. Wie geht es weiter mit Galeria Karstadt Kaufhof?

An der Fassade der Galerie-Filiale in Halle hängt am 18. Dezember 2022 ein großes Transparent. Wie geht es weiter mit Galeria Karstadt Kaufhof?

Bitterer Tiefschlag für die insolvente Warenhauskette Galeria Karstadt Kaufhof: Der Onlinehändler buero.de hat sein angebliches Angebot wieder zurückgenommen, der Galeria-Betriebsrat zeigt sich frustriert. Wie geht es jetzt weiter für den Kaufhauskonzern?

von Martin Gätke (mg)

Dieser Interessent wäre eine Chance gewesen für die Zukunft von Galeria Karstadt Kaufhof – seit dieser Woche aber ist zumindest diese Hoffnung vom Tisch. Und das kurz vor Weihnachten. Um die Zukunft für Galeria und die rund 17.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter herrscht weiterhin Ungewissheit. 

Das Management bereitet sie indes weiter darauf vor, dass es Einschnitte geben wird: Laut Medienbericht gibt es bei 90 der 131 noch verbliebenen Filialen Herausforderungen. 

Galeria Karstadt Kaufhof: buero.de zieht Angebot zurück

Diese Nachricht war ein Schlag ins Kontor: Am Donnerstagabend (22. Dezember) erklärte der Chef von buero.de gegenüber der Deutschen Presse-Agentur: „Wir haben unser Angebot für die 47 Filialen in der Tat zurückgezogen“.

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Der Grund dafür: Die Lage bei Galeria Karstadt Kaufhof sei schlechter als gedacht. „Die Gerüchte über viel weitergehende Schließungen und die in diesem Zusammenhang in den letzten Tagen für uns deutlich gewordene Konfliktlage führen zu veränderten Rahmenbedingungen, die für uns nicht akzeptabel sind“, erklärte Chef Markus Schön weiter.

Ursprünglich hieß es von Galeria-Chef Miguel Müllenbach, dass ein Drittel der 131 Häuser schließen sollten, um das Filialnetz zu reduzieren. Später berichtete die „Lebensmittelzeitung“ unter Berufung auf eine Mail des Betriebsrats, bis zu 90 Filialen könnten betroffen sein – das wären fast zwei Drittel.

Die Pläne von Buero.de waren schon vor der Absage umstritten: So hielt sich Chef Schön etwa sehr bedeckt dazu, woher die Millionen für das Anschieben des Geschäfts in den 47 Standorten herkommen soll. Zudem habe der einstige Investor keine Erfahrungen im stationären Handel.

Galeria Karstadt Kaufhof: „Es ist ein bisschen frustrierend“

Buero.de war nicht der einzige Interessent mit einem Übernahmeangebot, Galeria erwarte noch vor Weihnachten weitere Angebote von anderen Interessenten, heißt es vom Konzern. Doch die Stimmung kurz vorm Fest ist gedrückt: „Es wäre eine Chance gewesen“, sagte der Galeria-Gesamtbetriebsratsvorsitzende Jürgen Ettl der Deutschen Presse-Agentur einen Tag nach der Hiobsbotschaft. „Es ist ein bisschen frustrierend, dass so schnell das Handtuch geschmissen wurde.“ 

Chef Müllenbach indes bereitet die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf weitere Einschnitte vor, wie die „Wirtschaftswoche“ berichtet. Bisher habe die Prämisse gegolten, dass Corona und seine Belastungen nur vorübergehend sei, wird der Warenhaus-Chef aus einem unternehmensinternen Podcast zitiert. Nun sei man zur Erkenntnis gelangt, „dass wir nicht wieder den Zustand von 2019 erreichen“ würden. Das zeige das diesjährige Weihnachtsgeschäft, das noch immer nicht den Erwartungen entspricht. 

Galeria Karstadt Kaufhof: So sieht das Galeria-2.0-Konzept aus

Demnach gebe es zwar Zuwächse bei der Kundenfrequenz. Allerdings würden die Werte bei Galeria so wie beim ganzen Handel in den Innenstädten noch immer rund 20 Prozent unter denen von 2019 liegen. „Darauf müssen wir reagieren“ und die Strategie „an die neuen Realitäten anpassen“, erklärt Müllenbach.

Es gebe bereits ein Zwischenergebnis, erklärt der CEO weiter: „Wir haben bei 90 Filialen Herausforderungen, um sie dauerhaft profitabel zu betreiben.“ Welche das sind, bleibt offen. Ende Januar solle es zu einer „deutlich klareren Aussage“ dazu kommen, kündigte Müllenbach an. Dass es dem Management nur um Einsparungen geht, wie Verdi dem Vorstand zuletzt vorgeworfen hatte, habe er laut Branchenmagazin zurückgewiesen.

Auch Müllenbach wisse, die Sanierung könne nicht allein über „Kostenoptimierung“ geschehen – und nannte die Umsetzung des neuen Galeria-2.0-Konzepts, das drei Typen vorsieht: Filialen in Metropolen, regionale Magnete, lokale Foren mit unterschiedlichen Angeboten für die Kundschaft. Bei dem Konzept wird die Verkaufsfläche reduziert, um Platz für regionale Produkte, aber auch städtische Serviceangebote (Paketschalter, Bürgerdienste etc.) zu schaffen. 

Filialen, die schon umgerüstet worden sind, würden bereits deutlich besser laufen. Zudem mache man sich Gedanken über lokale Sortimente, mehr Service und Erlebnis sowie die Qualifizierung und Schulung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.