Merz-Frage spaltet die Deutschen: Das zeigt eine Umfrage
Klatsche für Merz-GegnerUmfrage: Mehrheit glaubt nicht an bessere Werte ohne den CDU-Chef

Copyright: Oliver Berg/dpa
Knappe Mehrheit: Kanzlertausch würde Union nicht helfen. (Archivbild)
Würde die Union ohne Friedrich Merz (CDU) an der Spitze bei Wahlen besser abschneiden? Die meisten Deutschen sagen: Nein. Eine aktuelle Forsa-Erhebung für „Stern“ und RTL zeigt, dass 53 Prozent der Teilnehmenden keinen Vorteil in einem Wechsel sehen. Demgegenüber stehen 41 Prozent, die glauben, ein neues Gesicht würde der Partei nützen.
Das wirklich Pikante daran: Selbst bei den eigenen CDU/CSU-Unterstützern ist das Bild gespalten. Hier halten 56 Prozent einen Personalwechsel für wenig aussichtsreich. Immerhin 42 Prozent meinen jedoch, ihre Partei könnte mit einer anderen Person an der Spitze bei den Wählern mehr punkten. Die Befragung von 1.008 Bundesbürgern für die repräsentative Erhebung erfolgte durch Forsa am 28. sowie am 29. Mai.
Wüst als Nachfolger? Gerüchte um NRW-Ministerpräsidenten
Angesichts der angespannten Situation für die Union machten zuletzt Medienberichte, unter anderem vom „Stern“, die Runde. Darin wurde über interne Überlegungen in der Union spekuliert, Friedrich Merz' Posten mit einem anderen Politiker zu besetzen. Insbesondere der Name des nordrhein-westfälischen Regierungschefs Hendrik Wüst wurde dabei genannt. Aus dem direkten Umfeld von Merz wurden diese Gerüchte jedoch als „naive Idee“ abgetan.
Zuletzt zeigten sich jedoch viele führende CDU-Politiker demonstrativ loyal zu Merz, so auch Wüst und der Fraktionsvorsitzende Jens Spahn (CDU). Besonders deutlich wurde Generalsekretär Carsten Linnemann im ZDF-Format „Berlin direkt“, wo er von „Scheindebatten“ sprach. Er berichtete, dass ihn in seinem Wahlkreis drei Tage lang niemand auf das Thema angesprochen habe. Die Sorgen der Bürgerinnen und Bürger würden sich stattdessen darum drehen, wie Energie- und Steuerkosten gesenkt werden können.
CDU-Größen nennen Debatte „absurd“
Auch Daniel Günther, Ministerpräsident von Schleswig-Holstein, wies die Diskussion scharf zurück. Auf die Frage im ARD-Magazin „Bericht aus Berlin“, ob Merz ein Problem mit seiner Autorität habe, antwortete Günther unmissverständlich: „Nein, überhaupt gar nicht“. Er bezeichnete die Spekulationen um einen Austausch des Kanzlerkandidaten als „ein bisschen absurd“ und empfand sie als „eher von außen aufgedrückt“. Für ihn habe die ganze Sache keinerlei Wahrheitsgehalt.
Gleichzeitig appellierte Günther an die Koalitionspartner, bei den bevorstehenden Reformen zusammenzuhalten. Es sei wichtig, dass alle den Reformkurs mittragen. „Da darf keiner auf den anderen zeigen. Da sind alle in der Verantwortung“, betonte der CDU-Politiker. Dies beziehe sich auf SPD, CDU und CSU gleichermaßen. Günthers Mahnung: „Wir müssen jetzt liefern, der Bevölkerung zeigen, dass wir die Dinge in den Griff bekommen“.
Brisantes Treffen von Merz und Wüst im Sauerland
Für den heutigen Montag (3. Juni 2024) ist ein Treffen von Merz und Wüst bei einer geschlossenen Tagung der NRW-CDU in Meschede angesetzt. Aus Parteikreisen wird betont, dass diese zweitägige Klausur bereits seit Monaten feststeht und der Bundesvorsitzende als Gastredner zugesagt habe. Das Zusammenkommen habe „nichts mit der aktuellen Lage zu tun“. Über die Veranstaltung hatte zuerst der „Stern“ berichtet. (dpa/red)
Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.
