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„Halte ich für äußerst problematisch“ Experten finden Schwachstellen im neuen Corona-Beschluss

Die geschäftsführende Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Olaf Scholz (SPD), SPD-Kanzlerkandidat und Bundesminister der Finanzen, geben nach der Ministerpräsidentenkonferenz mit Scholz und Merkel zur Corona Pandemie im Bundeskanzleramt eine Pressekonferenz.

Die geschäftsführende Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und ihr designierter Nachfolger Olaf Scholz (SPD) verkünden die neuen Maßnahmen am 2. Dezember: Einige Experten kritisieren die Beschlüsse.

Die neuen Corona-Beschlüsse der Bund-Länder-Runde: Während die einen sie loben und als Chance sehen, die vierte Welle zu brechen, sehen andere große Probleme darin. Wie gut sind die beschlossenen Maßnahmen tatsächlich?

Flächendeckende 2G-Regel unabhängig von der Sieben-Tage-Inzidenz für Kinos, Theater, Restaurants, begrenzte Kapazitäten für Großveranstaltungen und Fußballspiele, Clubs und Diskos werden geschlossen – die Beschränkungen gerade für Ungeimpfte sind mit den neuen Corona-Maßnahmen erheblich.

Und während die einen die neuen Regeln loben, gibt es Kritik von Seite der Experten.

Der Virologe Klaus Überla, der auch Mitglied der Ständigen Impfkommission ist, sagt dem „RND“, dass der Maßnahmenkatalog aber auch Schwachstellen habe. Er kritisiert eben jene Fokussierung auf Ungeimpfte. „Dass es keine Möglichkeit gibt, Kontaktbeschränkungen für Geimpfte zu verhängen, halte ich für äußerst problematisch.“ Denn man sehe, dass auch Geimpfte eine beträchtliche Rolle beim Infektionsgeschehen spielten. „Inzwischen treten fast die Hälfte der symptomatischen Infektionen bei Geimpften auf“, so Überla.

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Corona-Beschlüsse: „Fehler, Beschränkungen für Geimpfte auszuschließen“

Wie sehr auch Geimpfte eine Rolle in der Corona-Pandemie spielen, zeigte auch die neueste Studie um den Modellierer Dirk Brockmann. Laut dem Papier tragen Geimpfte zu etwa einem Drittel zum Infektionsgeschehen bei.

„Es ist ein Fehler, Kontaktbeschränkungen für Geimpfte auszuschließen“, erklärt Überla weiter. Er habe nun die große Sorge, „dass die Übertragungsrate nicht stark genug unterdrückt wird und die Infektionszahlen nicht deutlich genug zurückgehen.“

Corona: Erste Ergebnisse frühestens in zwei Wochen

Ob und wie stark die Maßnahmen, die beschlossen wurden, nun zum Tragen kommen, ließe sich aber frühestens in zwei Wochen erkennen. Er fordert: „Wir müssen daher weitere Maßnahmen schnell umsetzen können.“

Auch der Bonner Virologe Hendrik Streeck sagte, er sehe die Gefahr, dass die Ungeimpften sich nun vermehrt ins Private zurückzögen. „Wir riskieren Übertragungen unter Ungeimpften, die keinen Grund mehr haben, sich testen zu lassen, sondern durch 2G ausgeschlossen werden.“

Corona-Beschluss: Tägliche Impfzahl muss weiter steigen

Andere Experten wiederum sehen die Maßnahmen eher positiv, wie der Epidemiologe Hajo Zeeb, Forscher vom Leibniz-Institut für Präventionsforschung und Epidemiologie in Bremen. Es sei zwar fraglich, „wie die Kontaktbeschränkungen von Ungeimpften durchgesetzt und kontrolliert werden können.“ Aber die 2G-Regel weiterzuverbreiten und konsequent zu erhöhen, „halte ich für sehr bedeutend.“

Im Interview mit dem „RND“ sprach er sich dennoch für allgemeine Kontaktbeschränkungen aus – auch für Geimpfte und Genesene. Diese könnten besser kontrolliert werden, erklärt Zeeb, und gleichzeitig die Infektionszahlen stärker senken. Auch der Epidemiologe betont, dass Geimpfte und Genesene das Virus weitergeben können.

Sein Vorschlag: die Kontaktbeschränkungen an die lokale Sieben-Tage-Inzidenz knüpfen. In Hotspot-Regionen könnten dann Kontaktbeschränkungen für alle eingeführt werden, fällt die Inzidenz wieder, könne diese dann auf Ungeimpfte beschränkt werden. (mg)

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