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Kommentar zum TV-Triell Baerbock, Laschet, Scholz: Jetzt ist klar, wer am Ende wirklich gewonnen hat

Auf einem Fernseher in einem Wohnzimmer ist „Das Triell“ auf RTL zu sehen. Die Kanzlerkandidaten von Bündnis 90/Grüne, CDU und SPD, Laschet, Baerbock und Scholz (v.l.), treffen in einer ersten TV-Diskussion aufeinander.

Auf einem Fernseher in einem Wohnzimmer ist „Das Triell“ auf RTL zu sehen. Die Kanzlerkandidaten von Bündnis 90/Grüne, CDU und SPD, Laschet, Baerbock und Scholz (v.l.), treffen in einer ersten TV-Diskussion aufeinander.

Es war die erste große Fernsehdebatte der drei Kanzlerkandidaten von Union, SPD und Grünen. Gibt es einen klaren Sieger? Nein. Gewonnen hat aber trotzdem jemand: der Wähler. Ein Kommentar.

Köln. Die kommende Bundesregierung wird nach Angela Merkel (CDU) vor gewaltigen Aufgaben stehen: Da ist zum Beispiel die Corona-Pandemie, die sämtliche Schwächen in unserem System gnadenlos offengelegt hat. Dazu kommen natürlich die Herausforderungen Klimawandel, Demografie, Digitalisierung. Und die angespannte außenpolitische Lage, in Belarus etwa, wo ein Despot regelmäßig der EU droht und Krieg gegen das eigene Volk führt. Aus China, Russland und anderen autoritären Ländern wird der Druck immer größer. Und die Krise in Afghanistan hat sich zuletzt zu einer Katastrophe entwickelt.

Doch der Wahlkampf 2021 war bislang alles andere als erleuchtend für die Wähler, wenn es um Inhalte geht: Statt eines klaren Kompasses für die Zukunft, gab es vor allem eines: Vorwürfe über Vorwürfe. Es wurde mit jeder Menge Schmutz geworfen.

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Ein fairer Wettbewerb? Fehlanzeige. Es wurde mit Schlachtworten um sich geschmissen, um dem politischen Gegner zu schaden. Von der SPD gab es ein Video, das keine eigene Inhalte aufführt, sondern die Union attackiert. Vor allen Dingen Ex-Verfassungsschutzchef Hans-Georg-Maaßen wurde ins Visier genommen. Die grüne Kandidatin Annalena Baerbock wurde schon direkt nach ihrer Nominierung massiv in Beschlag genommen. Dazu kamen dann Plagiatsvorwürfe, „Anpassungen“ im eigenen Lebenslauf.

Genauso musste sich auch CDU-Chef Laschet anschließend Fragen zu seinem Buch aus dem Jahr 2009 gefallen lassen und räumte Fehler diesbezüglich ein. Ist das relevant, wenn es um die Zukunft unseres Landes geht? Natürlich nicht.

Der tapsige Laschet agierte bislang ebenso glücklos im Wahlkampf: Und das nicht nur wegen seines Lach-Fauxpas im Krisengebiet nach der Flutkatastrophe. Selbst die eigene Partei war unzufrieden über seine Leistung und forderte mehr „klare Kante“.

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Auch nach dem ersten TV-Triell am Sonntag gibt es keinen klaren Sieger. Laschet attackiert, Baerbock attackiert auch, Scholz bleibt ruhig, manchmal zu ruhig. Dennoch hat der Dreikampf den Menschen endlich mal gezeigt, welche politischen Alternativen eigentlich zur Wahl stehen. Und in welchen Punkten sie sich unterscheiden – oder eben nicht. Außen- und Sicherheitspolitik, das Debakel in Afghanistan, Coronapolitik, der Kampf gegen den Klimawandel oder Steuerpolitik: In einigen Fragen wurde gestritten, in anderen wurden eben Übereinstimmungen deutlich. 

Der einzig klare Gewinner ist der Wähler. Das lebendige Triell am gestrigen Sonntag, es lässt jetzt für die letzten Tage des Wahlkampfs hoffen.

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