CDU-Quittung für Corona-Fiasko Landtagswahlen waren nur ein kleiner Vorgeschmack

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Wohin führt der Weg? Die CDU wird sich nach der bitteren Pleite tummeln müssen. Es wird schwierig werden, den Vertrauensverlust wieder wettzumachen – vor allem für Parteichef Armin Laschet, hier im August 2018 mit Kanzlerin Angela Merkel, der jetzt ebenso wie CSU-Chef Markus Söder gefordert ist, den Saustall auszumisten.

Mainz/Stuttgart – Mit Popularität und Charisma lassen sich noch Wahlen gewinnen. Das haben Malu Dreyer mit der SPD und Winfried Kretschmann mit den Grünen in der Pfalz und im Ländle mal wieder gezeigt, findet unser Autor.

Vor allem die SPD hatte den Erfolg bitter nötig. Von einer Trendwende lässt sich allerdings nicht sprechen. Dank Dreyer kann die SPD zwar in Mainz jubeln, doch in Baden-Württemberg ist sie krachend gescheitert.

Aber auch die CDU wird sich nach der bitteren Pleite bei den Landtagswahlen tummeln müssen. Ihr Kredit schrumpft derzeit rapide – beschleunigt durch die Raffkes aus den eigenen Reihen. Es wird schwierig werden, den Vertrauensverlust wieder wettzumachen – vor allem für Parteichef Armin Laschet, der jetzt ebenso wie CSU-Chef Markus Söder gefordert ist, den Saustall auszumisten. Ehrenerklärungen reichen da nicht.

Wenn sich erstmal der Eindruck verfestigen sollte, dass wie in einer Bananenrepublik Politiker ihr Mandat als Selbstbedienungsladen missbrauchen, ist Schluss mit lustig. Sonntag hat die CDU wahrscheinlich nur Glück gehabt, dass die Niederlage nicht noch höher ausgefallen ist, weil viele Briefwähler schon ihre Stimme abgegeben hatten, als der Skandal publik wurde.

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Zusammen mit dem Masken-Skandal ist das Wahl-Fiasko ein Giftcocktail mit erheblichen Risiken und Nebenwirkungen für die Union insgesamt, die zudem ihre Kanzlerkandidatenfrage immer noch nicht beantwortet hat. Denn hängen bleibt immer etwas. Und das alles vor dem Hintergrund der ganz großen Krise, durch die das Land seit mehr als einem Jahr taumelt.

Corona-Management versagt auf ganzer Linie

Dass das Corona-Management auf der ganzen Linie versagt, dürfte inzwischen allen klar sein. Die hoffnungslos überforderten Dampfplauderer, die ihre Fehler und Versäumnisse schönzureden versuchen, sind längst entzaubert – ob sie nun aus der Union oder aus anderen Parteien kommen, die im Bund und in den Ländern Regierungsverantwortung tragen. Da sollte sich keiner zu sicher fühlen, dass die Messe bei der Bundestagswahl schon gelesen ist.

Denn vertrösten lassen sich die Verlierer der Corona-Pandemie – und das sind wir Bürger und Wähler – nicht mehr. Sie haben schlicht und einfach die Nase voll von gebrochenen Versprechen – zügige Impfungen etwa. Noch profitieren radikale Parteien zum Glück nicht davon, aber das muss nicht so bleiben.

Bundestagswahl im Herbst offen

Wie die Bundestagswahl im Herbst ausgehen wird, ist daher völlig offen – so wie wohl selten in der Vergangenheit. Die Wahlen am Sonntag waren nur die Ouvertüre – ein kleiner Vorgeschmack auf ein möglicherweise denkwürdiges Finale. Auch und vor allem, was die Optionen für künftige Koalitionen betrifft, zumal mit der schon totgesagten FDP wieder zu rechnen ist.

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