Zoff um die Wirtschaftspolitik von Friedrich Merz: Ein wütender Brandbrief erreicht den Kanzler.
„Blankes Entsetzen“Knallharte Abrechnung mit Kanzler Merz

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Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) am 2. Februar in Abu Dhabi: Die Kritik am Kanzler wächst.
Kanzler Friedrich Merz hat Post bekommen, die es in sich hat. Absender ist Christoph Ahlhaus, der Boss vom Bundesverband mittelständische Wirtschaft (BVMW). In dem Schreiben, das „ZDFheute“ einsehen konnte, macht er seinem Ärger Luft.
„Nicht einmal neun Monate nach Ihrer Wahl zum Bundeskanzler ist diese Euphorie dem blanken Entsetzen über die Entwicklung des Wirtschaftsstandortes Deutschland gewichen“, heißt es vom Bundesverband.
Klatsche für die Regierung
Dabei hatten Deutschlands Unternehmer so sehr auf Merz gebaut und blickten „mit viel Hoffnung“ auf eine versprochene „Wirtschaftswende“ nach dem Ende der Ampel-Koalition.
Aber die anfängliche Begeisterung sei komplett verflogen. Eine Umfrage des Verbandes bei 1200 Firmen stützt diese massive Schelte. Das Resultat ist eine Klatsche für die Regierung: Eine Mehrheit von 64 Prozent hat den Glauben verloren, „dass die angekündigte Wirtschaftswende gelingen werde“.
Und es wird noch bitterer: Unglaubliche 79 Prozent sehen „nicht einmal mehr ein ‚engagiertes Bemühen‘ der Bundesregierung“, sich um die zentralen Anliegen des Mittelstands zu kümmern. Derartige Werte, meint Ahlhaus, „habe man noch nie gemessen“. Für ihn sind sie ein Weckruf und ein klarer „Hilfeschrei“. Merz solle aufhören, auf „PR-Gipfel und Placebo-Diskussionsrunden“ zu bauen und stattdessen seine Autorität für „dringend notwendige Reformen“ einsetzen. Denn es sei ja „hinlänglich bekannt, was der Wirtschaftsstandort jetzt brauche“.
Scharfe Kritik an Gitta Connemann
Aber nicht nur der Regierungsschef bekommt eine Abreibung. Ahlhaus nimmt sich auch Gitta Connemann, Merz' Parteifreundin und Mittelstandsbeauftragte der Bundesregierung, direkt vor: „Zu Gitta Connemann hat der deutsche Mittelstand (…) weder ein Mindestmaß an Vertrauen noch ein Rest an Kompetenzvermutung“, heißt es in dem Schreiben an Merz. Ahlhaus fordert seinen Parteifreund Merz auf, „diese personelle Besetzung kritisch zu hinterfragen“.
Heißt: Gitta Connemann zu entlassen. Connemann hatte erst kürzlich für Aufsehen gesorgt, als ihre Mittelstands- und Wirtschaftsunion (MIT) das Ende der sogenannten „Lifestyle-Teilzeit“ verlangte.
Die Präsidentin des Verbands der Automobilindustrie, Hildegard Müller, zeigte sich sehr verwundert über die scharfe Kritik. Der VDA und seine Mitgliedsunternehmen aus dem automobilen Mittelstand nähmen Connemann als engagierte und stets an den Herausforderungen des Mittelstandes interessierte Politkerin wahr. (red)
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