„Doppelmoral hat neue Definition“ Laschet lässt Frage in TV-Triell offen, scharfe Kritik auf Twitter

Armin Laschet nach dem zweiten TV-Triell am 12. September.

Armin Laschet nach dem zweiten TV-Triell am 12. September.

Im TV-Triell ließ Unions-Kanzlerkandidat Armin Laschet eine Frage zu seinem umstrittenen Parteikollegen Hans-Georg Maaßen unbeantwortet. Auf Twitter gibt es dazu scharfe Kritik.

Berlin. Nach dem TV-Triell zieht vor allem eine Frage, die Unions-Kanzlerkandidat Armin Laschet (CDU) offen ließ, weite Kreise und scharfe Kritik nach sich. Laschet habe damit die Chance, sich klar gegen Rechts zu positionieren, verpasst, so der breite Vorwurf auf Twitter.

Armin Laschet im TV-Triell über Hans-Georg Maaßen

Konkret ging es um den CDU-Abgeordneten Hans-Georg Maaßen. Unions-Kanzlerkandidat Armin Laschet (CDU) sieht in seinem umstrittenen Parteikollegen kein großes Problem. Auf die Frage, ob der immer wieder mit rechtspopulistischen Äußerungen aufgefallene frühere Verfassungsschutzchef in der CDU Platz habe, sagte Laschet am Sonntagabend im TV-Triell zunächst nur: „Er ist Mitglied der CDU.“

Auf die Nachfrage, ob er Maaßen in der Mitte der Partei verorte, sagte Laschet: „In der Mitte der Partei steht er nicht.“

Armin Laschet beantwortet Frage zu Maaßen im TV-Triell nicht

Der CDU-Vorsitzende verwies darauf, dass die Parteiverbände vor Ort jeweils ihre Direktkandidaten selbst auswählten. „Der Wahlkreis hat sich für Maaßen entschieden und das haben wir zu respektieren.“

Die Frage, ob er Maaßen wählen würde, wies Laschet zurück: „Ich beantworte keine "würde“-Fragen.

Scharfe Kritik an Armin Laschet nach TV-Triell

Genau das sorgte bei Twitter allerdings für viel Kritik. „Laschet drückt sich vor der Frage, ob er #Maassen wählen würde“, kommentiert etwa Konstantin von Notz die Szene im TV-Triell. Von Notz weiter: „So bezieht er eben gerade nicht Stellung in einer Frage, in der jemand, der Bundeskanzler werden will, Stellung beziehen muss.“

Auch Filmproduzent Peter Heilrath meldete sich zu dem Thema auf Twitter und zweifelt an Laschets Positionierung gegen Rechts: „Wenn #Laschets Brandmauer gegen die AfD wirklich stehen würde, dann würde er sich entsprechend zu #Maassen äußern.“

Dario Schramm zu Armin Laschet: „Doppelmoral hat eine neue Definition“

Autor Lothar Birkner argumentierte in die gleiche Richtung: „Politiker, die von einer Brandmauer gegen rechts schwafeln, und Distanzierung von Extremisten fordern, aber gleichzeitig #Maassen als Teil ihrer Partei akzeptieren und sich nicht klar von ihm distanzieren, sind unglaubwürdig.“

Auch Dario Schramm, Generalsekretär der Bundesschülerkonferenz, arbeitete sich auf Twitter über Laschets Umgang mit Maaßen ab. Zwar habe Laschet im TV-Triell betont, die größte Gefahr komme von Rechts, allerdings habe er nur zwei Minuten zuvor es verpasst, sich klar gegenüber Maaßen abzugrenzen. „Doppelmoral hat eine neue Definition“, so Schramms scharfe Schlussfolgerung.

Die Südthüringer CDU hatte Maaßen Ende April als Direktkandidaten für die Bundestagswahl aufgestellt. Das sorgte auch innerhalb der Partei für Unmut. (jv/dpa)

Sie verwenden einen veralteten Browser. Bitte aktualisieren Sie Ihren Browser, um Ihren Besuch bei uns zu verbessern.