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Zeugin in TodesangstLetzter „Tatort“ vor der Pause wird zum blutigen Psycho-Thriller

TV Ausblick ARD - «Tatort: Könige der Nacht»

Copyright: Claudio Fäh/ARD Degeto/dpa

Kommissarin Isabelle Grandjean (Anna Pieri Zuercher, links) ermittelt in zwei Mordfällen. In der «Tatort»-Folge geht um Ausbeutung und Unmenschlichkeit.

Mord-Zeugin in Panik: Statt Hilfe droht Abschiebung.

Mord-Zeugin in Panik: Letzter „Tatort“ vor der Pause – statt Hilfe droht ihr die Abschiebung. Ein Lieferjob wird zum Horror-Trip. Eine junge Frau beobachtet, wie eine Leiche entsorgt wird und schwebt plötzlich selbst in Lebensgefahr. Der Gang zur Polizei ist für sie aber unmöglich – sie lebt ohne Papiere im Land.

Für die Fahrradbotin Moya sollte es in Zürich eigentlich nur eine schnelle Pizzalieferung werden. Doch für die Frau, die aus Äthiopien geflohen ist, wird dieser Job zur lebensgefährlichen Falle. In dem Penthouse, wo offenbar eine laute Party steigt, überkommt sie direkt ein mieses Gefühl. Moya besitzt keine Aufenthaltsgenehmigung und jobbt illegal unter der Identität einer Freundin. Ihr oberstes Gebot: nur nicht bemerkt werden.

Im Schweizer „Tatort: Könige der Nacht“ (heute, 20.15 Uhr) dreht sich alles um Ausbeutung, Grausamkeit und Migration. Es ist der finale Krimi am Sonntag vor der langen Sommer-Unterbrechung. Für das Ermittler-Team Tessa Ott (Carol Schuler) und Isabelle Grandjean (Anna Pieri Zuercher) markiert dies ihren 11. Fall.

Mord-Zeugin schwebt in Lebensgefahr

Als Moya das Gebäude wieder verlassen möchte, entdeckt sie Wachleute und verbirgt sich schnell. Plötzlich fällt eine Tür hinter ihr zu. Bei der Suche nach einem anderen Ausgang der pure Horror: Sie sieht, wie zwei Gestalten einen leblosen Körper in einem Sack fortschaffen. Panisch flüchtet sie und entkommt nur mit knapper Not, verliert dabei aber das Ausweisdokument ihrer Freundin. Die Polizei zu rufen, ist für sie ausgeschlossen.

Am folgenden Tag wird der Tote aus dem Wasser gezogen. Es handelt sich um den jungen Mann, der von Moya die Lieferung angenommen hatte: der drogensüchtige Sexarbeiter Ruven. Als Ott und Grandjean dessen Wohnung untersuchen, überraschen sie dort zwei Ex-Häftlinge. Waren diese auf der Suche nach einer Kamera, um einen von Ruvens Freiern zu erpressen? Etwa genau jenen Richter, der einen der Männer damals verknackt hatte?

Nächstes Opfer und ein irrer Verdacht

Wenig später folgt der nächste Schock: Moyas Freundin wird in eine Falle gelockt und überfahren. Die Kommissarinnen erkennen rasch eine Verbindung zwischen den Taten und machen Moya ausfindig. Sie wird grandios verkörpert von Nambitha Ben-Mazwi, die mit nur einem Blick eine ganze Gefühlspalette zeigen kann.

Aber wie glaubwürdig ist ihre Aussage? Dann der absolute „Wie bitte?!“-Moment des Sonntagskrimis: Bei einer Gegenüberstellung zeigt sie ausgerechnet auf Justus Reynier (Basil Eidenbenz). Das ist der neue IT-Fachmann im Präsidium, der an dem Fall beteiligt ist. Parallel dazu gerät auch der Eigentümer des Penthouses ins Fadenkreuz. Was lief in der Tatnacht auf seiner Feier wirklich ab?

Gänsehaut-Szenen vom Hollywood-Profi

Die Handlung wird immer skurriler – eine perfekte Vorlage für den Schweizer Hollywood-Regisseur Claudio Fäh („Sniper: Homeland Security“), der hiermit sein „Tatort“-Debüt feiert. Er bedient sich voll aus dem Werkzeugkasten des Thriller-Genres: Ein langes Messer, jede Menge Blut und ein wahnsinniger Manipulator schaffen pure Spannung.

Besonders bedrückend ist eine Sequenz, die den Zuschauenden den Atem raubt: Man sieht für Momente nur verschwommen eine Plastiktüte, als würde sie einem – wie dem Opfer eines Mordes – direkt aufs Gesicht gepresst. Die Tonspur dazu lässt einem das Blut in den Adern gefrieren.

Moral-Dilemma statt Stutenbissigkeit

Für die sonst typischen Sticheleien zwischen den Kommissarinnen ist diesmal kaum Zeit. Stattdessen stürzen Ott und Grandjean gemeinsam in ein tiefes moralisches Dilemma. Staatsanwältin Anita Wegenast (Rachel Braunschweig) will die geflüchtete Moya unbedingt in ein Abschiebezentrum stecken – obwohl die Ermittlerinnen ihr Schutz versprochen hatten. Schauspielerin Carol Schuler sagt über ihre Figur Tessa Ott: „Sie versucht, auch als Polizistin stets Mensch zu bleiben.“ Ihre Menschlichkeit steht hier vor einer Zerreißprobe, als sie zwischen Gesetz und Gewissen wählen muss. Die beiden Polizistinnen lösen diesen Konflikt auf eine sehr eigene, unkonventionelle Art. (dpa/red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.

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