Neue ARD-Doku über Xatar: Sein Leben, seine Geheimnisse.
„Wie Johann Sebastian Bach“Rapper-Kollege SSIO mit krassem Vergleich in neuer Xatar-Doku

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Xatar wurde 43 Jahre alt. (Archivbild)
Alles nahm seinen Anfang in einem Kellergeschoss. In den Räumen unter einem Internetcafé im Bonner Brennpunktviertel Brüser Berg produzierte Giwar Hajabi seine ersten Lieder. Später stieg er als Xatar zu einer deutschen Rap-Größe auf. Der im Iran zur Welt gekommene Kurde verstarb vor beinahe einem Jahr ganz unerwartet mit lediglich 43 Jahren.
Das filmreife Dasein des prägenden, aber auch kontroversen Künstlers wird jetzt von der ARD mit einer dreiteiligen Doku gewürdigt. Diese ist in der Mediathek verfügbar. Die Ausstrahlung der ersten Episode erfolgt am 5.5. um 00:05 Uhr im Ersten. Der NDR zeigt dann am 6.5. ab 23.35 Uhr alle drei Teile.
Vertraute blicken auf die gemeinsame Zeit zurück
Bekannte Namen aus der Szene wie SSIO, Farid Bang und Schwesta Ewa teilen ihre Erinnerungen an den Musiker. Der Rapper SSIO wagt dabei eine krasse Parallele: „Wenn 150 Jahre vergehen, dann wird das so etwas sein, wie wenn man über Johann Sebastian Bach spricht“. Aber auch seine nächsten Vertrauten, die ihn von Anfang an kannten, äußern sich: seine Gattin Farvah sowie sein guter Freund und Partner Samy.
Beide verbrachten ihre Jugend mit Giwar im gleichen Stadtteil, geprägt von Drogen, Gewalt und Hoffnungslosigkeit. Die Doku „XATAR – Ein Leben ist nicht genug“ begleitet Samy und Farvah bei einem Gang durch den Brüser Berg. Sie reden über die alten Zeiten, bevor Giwar bekannt wurde. An einer Brücke bei der Bushaltestelle erzählt seine Frau, wie er dort um sie gekämpft hat. Das sind seltene und emotionale Momente, die den Menschen hinter dem harten Gangster-Image zeigen.
Xatar selbst meldet sich aus dem Archiv
Regisseur Stefan Kauertz nutzt immer wieder altes Material aus Interviews, die Xatar früher gab. Darin redet der Rapper über sein eigenes Leben. Kombiniert mit den heutigen Aussagen seiner engsten Freunde und alten Bildern, entsteht der Eindruck, als würde er alles aus einer anderen Welt kommentieren. Besonders bitter: Wie die ARD mitteilt, begannen die Dreharbeiten für die Dokumentation noch, als Xatar am Leben war.
Die ewige Frage: Wo ist das Gold?
Bevor Xatar mit seiner Musik den großen Erfolg feierte, machte er 2009 mit einem aufsehenerregenden Goldraub Schlagzeilen. Diese Tat brachte ihn für mehrere Jahre ins Gefängnis. Die Dokumentation beleuchtet die mutmaßlichen Motive hinter dem Überfall.
Aber die legendäre Frage nach dem Verbleib des Schatzes wird nicht geklärt. Sein Kumpel Samy, der damals mitmischte, sorgt für einen echten Gänsehaut-Moment. Er versichert, er könne sich nicht erinnern, wohin er das Gold geschafft hat. Und dann der Knaller-Satz: Nur drei Personen insgesamt wüssten Bescheid.
Xatars bewegtes Leben diente bereits als Vorlage für ein anderes Werk. Regisseur Fatih Akin schuf daraus das preisgekrönte Gangster-Drama „Rheingold“, wobei Emilio Sakraya die Hauptrolle übernahm. Um an den Künstler zu erinnern, findet am Donnerstag (7.5.) ein Konzert in Köln statt. Geplant sind dabei Auftritte, unter anderem von Haftbefehl, SSIO sowie Peter Fox. (dpa/red)
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