Ein Trödelfund sorgte bei „Bares für Rares“ für reichlich Zunder im Händlerraum - und für eine große Überraschung als der Einkaufspreis vom Flohmarkt endlich enthüllt wurde ...
„Kann dich nicht leiden“ - Trödelfund löst bei „Bares für Rares“ Zoff zwischen den Händlern aus

Copyright: ZDF
Mit ihrem Flohmarktfund sorgten Monika und Rafael bei „Bares für Rares“ für großes Aufsehen. (Bild: ZDF)
Mit einem Flohmarktfund sorgten Monika und Rafael aus Simmerath in der Montagsausgabe von „Bares für Rares“ (ZDF) für großes Aufsehen. Denn die seltene Figur entfachte unter den Händlern einen erbitterten Bieterkampf. Dass das Paar den Schatz für einen Spottpreis ergattert hatte, verriet es allerdings erst, nachdem der Mega-Deal besiegelt war ...

Copyright: ZDF
Experte Colmar Schulte-Goltz erkannte in der Keramikfigur den berühmten „Schneckenreiter“. (Bild: ZDF)
Das Paar hatte die Figur auf einem Flohmarkt in Belgien entdeckt. Und Lichter fing sofort an zu schwärmen: „Da sollen tolle Flohmärkte sein.“ Der Verkäufer bestätigte: „Die sind auch toll.“ Als Lichter jedoch wissen möchte, was das Paar für den Fund bezahlt hatte, blockte der Verkäufer schmunzelnd ab: „Man muss doch nicht alles verraten.“
Colmar Schulte-Goltz erkannte in der Keramikfigur den berühmten „Schneckenreiter“. Die allegorische Darstellung eines Knaben stehe für die Kindheit, die auf dem Rücken der Schnecke symbolisch verlangsamt werde. Gestaltet wurde das seltene Stück vom renommierten österreichischen Keramikkünstler Michael Powolny.

Copyright: ZDF
Nach dem Deal offenbarte der Verkäufer den Flohmarkt-Preis seiner Statue. (Bild: ZDF)
Gemeinsam mit dem Designer Bertold Löffler gründete Michael Powolny 1906 die Wiener Keramik. Das Unternehmen ging später in die Wiener Werkstätten über und wurde schließlich mit der Gmundner Keramik zusammengeschlossen. Anhand der Stempelung konnte Schulte-Goltz die Figur genau datieren: Sie entstand zwischen 1907 und 1912.
Berühmter „Schneckenreiter“ begeistert das Händlerteam

Copyright: ZDF
Ein Henkelkorb aus 750er Silber wurde von Wendela Horz zwischen 1810 und 1820 datiert. (Bild: ZDF)
Für die Knabenfigur im guten Zustand wünschte sich das Paar 1.500 Euro. „Vor ein paar Jahren hat das Objekt sogar 3.000 Euro erzielt“, wusste der Verkäufer. Auch Schulte-Goltz hielt den „Schneckenreiter“ für ein „sehr schönes antikes und rares Stück“ und taxierte 1.000 bis 1.500 Euro. „Wunderbar“, freute sich der Verkäufer über die Expertise.
Im Händlerraum erkannt auch Wolfgang Pauritsch den berühmten „Schneckenreiter“ sofort. Für ihn war die Figur „österreichischer Jugendstil vom Feinsten“. Der Händler „schätzte die Schnecke sehr.“ Doch auch sein Kollege Fabian Kahl war von dem seltenen Stück angetan und schwärmte von der „schönen Kunst“.

Copyright: ZDF
Eine Posterserie der Formel 1 aus dem Jahr 1998 war laut Sven Deutschmanek auf 1.000 Stück limitiert. (Bild: ZDF)
So signalisierte auch Kahl großes Kaufinteresse: „Ich habe zufällig eine große Affinität zu Tieren und deshalb schätze ich die Schnecke ebenfalls sehr.“ Als David Suppes erfuhr, dass die Figur vom Flohmarkt stammte, hakte er sofort nach: „Wie viel haben Sie bezahlt?“ Doch Monika und Rafael wollten den Kaufpreis weiterhin nicht verraten.
Kahl schwärmte weiter: „Das ist echt schön und ein Objekt, bei dem mir die Augen übergehen.“ Er bot als erster 400 Euro. Pauritsch ahnte schon, dass es teuer werden könnte. „Das kann was werden“, schnaufte er. Den nächsten Schritt machte jedoch Suppes mit 450 Euro. Pauritsch kommentierte den flotten Auftakt trocken: „Kein Schneckenstart.“
Verkäufer verrät nach Deal Flohmarkt-Preis seiner Rarität

Copyright: ZDF
Diese Geldkassette datierte Colmar Schulte-Goltz Ende des 17. Jahrhunderts. (Bild: ZDF)
Danach stiegen auch Elke Velten mit 600 Euro und kurz darauf Anaisio Guedes mit 650 Euro ins Bietergefecht ein. Dann setzte Pauritsch ein deutliches Zeichen: „Ich gebe 1.000 Euro“, erhöhte er den Preis mit einem gewaltigen Sprung. Fabian Kahl ließ sich davon jedoch nicht beeindrucken und konterte gelassen mit 1.050 Euro.

Copyright: ZDF
Wendela Horz war begeistert von einem Cocktail-Ring aus den 1950er Jahren. (Bild: ZDF)
Guedes staunte über die Gebote: „Werden solche Figuren so hoch gehandelt?“ Pauritsch antwortete knapp: „Ja.“ Und Kahl lieferte als Erklärung gleich hinterher: „Powolny halt.“ Danach waren nur noch Kahl und Pauritsch im Rennen um den „Schneckenreiter“. Als Kahl 1.800 Euro bot, reagierte sein Kontrahent genervt: „Du kannst mich bald gernhaben.“
„Boah, ist die gut“, schnaufte Pauritsch, der mit seinem nächsten Gebot haderte. „Die ist wunderschön“, schwärmte er und bot weiter. Dann sorgte Kahl für Entrüstung, als er sich mit 2.000 Euro kurzerhand selbst überbot. Pauritsch protestierte: „Jetzt bin ich dran, du kannst dich nicht vordrängeln.“ Und der erbitterte Zweikampf ging weiter.
Erst bei 2.100 Euro gab sich Pauritsch geschlagen und stichelte in Richtung Kahl: „Ich kann dich nicht mehr leiden.“ Kahl freute sich dennoch über den Zuschlag, wollte aber „unbedingt erfahren“, was auf dem Flohmarkt bezahlt worden war. Und die Antwort sorgte für Staunen: Gerade einmal zehn Euro. „Wow, Wahnsinn“, rief Kahl leicht geschockt.
Elke Velten zahlt 360 Euro für Posterserie der Formel 1
Als weiteres Objekt der Sendung wurde ein Henkelkorb aus 750er Silber von Wendela Horz zwischen 1810 und 1820 datiert. Für die Schale aus Elbing im damaligen Westpreußen (heute Polen) wünschte sich der Verkäufer 1.300 bis 1.500 Euro. Geschätzt wurden 1.200 Euro und von Kahl 1.350 Euro bezahlt. Eine 18-teilige Posterserie der Formel 1 aus dem Jahr 1998 war laut Sven Deutschmanek auf 1.000 Stück limitiert. Doch nur 250 davon waren von dem Künstler Uli Hack signiert. Für das signierte und limitierte Set (56/250) wünschte sich die Verkäuferin 50 bis 100 Euro. Der Experte schätzte 180 bis 250 Euro und Elke Velten zahlte 360 Euro.
Eine Geldkassette datierte Colmar Schulte-Goltz Ende des 17. Jahrhunderts. Der Wunschpreis lag bei 200 bis 300 Euro. Der Experte schätzte die historische Kassette samt Schlüssel auf 450 bis 650 Euro. Nach einigen Geboten zahlte David Suppes sogar 860 Euro. Wendela Horz war begeistert von einem Cocktail-Ring aus den 1950er Jahren samt „Gute-Laune-Stein“. Für den Schmuck aus 585er Gold mit Diamanten (0,8 Karat) und Rubelith (rosa Turmalin) wünschte sich die Verkäuferin 600 Euro. Horz taxierte aber 3.000 Euro. David Suppes zahlte letztlich 2.000 Euro für den „außergewöhnlichen Ring“. (tsch)
