Nach russischen Angriffen Spektakulärer Fund mitten in Ruinen – Kunst-Star meldet sich

An einer Wand eines zerstörten Gebäudes in Borodjanka, nördlich von Kyjiw, ist am 11. November ein Graffiti des berühmten Künstlers Banksy aufgetaucht: eine Frau, die einen Handstand macht. Borodjanka wurde besonders hart von russischen Luftangriffen getroffen.

An einer Wand eines zerstörten Gebäudes in Borodjanka, nördlich von Kyjiw, ist am 11. November ein Graffiti des berühmten Künstlers Banksy aufgetaucht: ein Mädchen, das einen Handstand macht. Borodjanka wurde besonders hart von russischen Luftangriffen getroffen. 

Borodjanka – einst war dies eine ruhige kleine Stadt nördlich von Kyjiw, rund 12.000 Menschen lebten hier. Doch der Krieg in der Ukraine veränderte auch dort alles, die Stadt wurde von den Russen massiv bombardiert. Nun ist ein ganz besonderer Gruß mitten in den Ruinen aufgetaucht. 

Im Frühjahr erlangte die kleine, einst so ruhige Stadt Borodjanka eine traurige Bekanntheit. Das Örtchen liegt an einer strategisch wichtigen Straße und wurde besonders heftig von zahlreichen russischen Luftangriffen getroffen. 

Dutzende Leichen wurden in den Trümmern der bombardierten Gebäude entdeckt, mehr als zehn Appartmenthäuser wurden zerstört. Borodjanka wurde einer der am stärksten zerstörten Städte in der Region von Kyjiw, ukrainische Behörden hatten erklärt, dass nur die Zivilbevölkerung von den russischen Streitkräften angegriffen worden sei. „Es gibt keinen Militärstützpunkt an diesem Ort“, sagte die damalige ukrainische Generalstaatsanwältin Iryna Wenediktowa.

Ukraine: Graffiti des berühmten Künstlers Banksy aufgetaucht

Die schreckliche Nacht vom 7. auf den 8. April, die das Antlitz der Stadt für immer verändert hat, werden die Ukrainerinnen und Ukrainer wohl niemals vergessen. Von Borodjanka ist kaum noch etwas übrig.

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Nun, viele Monate später, sind plötzlich mehrere mysteriöse Kunstwerke in der Region aufgetaucht, die noch immer stark zerstört ist. Schon länger wird im Internet darüber spekuliert, ob dort der weltberühmte Künstler Banksy aktiv gewesen sein könnte. 

Auf den Ruinen eines der zerstörten Hochhäuser ist ein Mädchen aufgetaucht, das einen Handstand macht. Auf einer anderen Wand ist auf einem weiteren Graffiti ein Kind zu sehen, das einen viel größeren, erwachsenen Mann in Judo-Manier auf den Boden wirft. 

Auch das ist an der Wand eines zerstörten Gebäudes in Borodjanka zu sehen: Das Graffiti eines Kindes, das einen Mann in Judokleidung auf den Boden wirft. Getty Images

Auch das ist an der Wand eines zerstörten Gebäudes in Borodjanka zu sehen: Das Graffiti eines Kindes, das einen Mann in Judokleidung auf den Boden wirft.

Auf dem Instagram-Kanal des Streetart-Künstlers ist später das Mädchen zu sehen, das zu Füßen der Trümmer des Hochhauses ihren Handstand macht. „Borodyanka, Ukraine“, schrieb er dazu. Ein Post des Künstlers gilt traditionell als Zeichen dafür, dass das Werk tatsächlich von ihm stand. Die User reagieren begeistert und dankbar: „Wir werden die Mauer verkaufen, die Region Kyjiw wieder aufbauen. Danke für alles“, heißt es etwa in der Kommentarspalte.

Für den Künstler wäre es nicht das erste Mal, dass er in Kriegs- und Krisengebieten unterwegs ist, um sich zu verewigen – und damit seine künstlerischen Statements zu verbreiten. So haben bereits mehrere Bilder im Gaza-Streifen für Aufsehen gesorgt – und machten so auch auf die Krisenregion aufmerksam. Dort waren niedliche Kätzchen auf Trümmern zu sehen. Seine Botschaft auf seiner Webseite: „Gaza wird oft als das größte und offene Gefängnis der Welt beschrieben“. 

Zu seinen jüngsten Graffitis hinterließ er keine weitere Botschaft – die Motive sprechen allerdings auch für sich. 

Seit über einem Vierteljahrhundert hinterlässt Banksy seine Botschaften und Motive an den Wänden dieser Welt – bislang völlig unerkannt und anonym. Die Identität bleibt ein Geheimnis. Seine Kunstwerke gelten als eine Art Guerilla-Kampf gegen Autoritäten und Ungerechtigkeiten, oft sind sie kontrovers oder gesellschaftskritisch. 

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