Sturmflut im Norden Deutschlands. Der Hamburger Fischmarkt steht unter Wasser, an der Küste steigen die Pegelstände.
Sturmflut im NordenFrau rettet sich in überfluteter Unterführung auf Autodach
Trotz stürmischen Wetters ist die Nacht zum Montag (26. Oktober) im Norden weitgehend ruhig verlaufen. Die Polizeileitstellen in Hamburg, Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Bremen und Mecklenburg-Vorpommern berichteten von nur wenigen größeren Einsätzen.
Dramatisch wurde es allerdings in Hamburg. In der Hafencity blieb eine Autofahrerin in einer überfluteten Eisenbahnunterführung im Wasser stecken und musste von der Feuerwehr gerettet werden.
Passant hört Hilferufe und alarmiert die Feuerwehr
Ein Passant hörte in der Nähe der Elbbrücken die Hilferufe der im Auto sitzenden Frau und rief die Feuerwehr. „Als wir eintrafen, war das Auto schon nicht mehr zu sehen und die Frau saß auf dem Dach und schrie um Hilfe“, sagte ein Feuerwehrsprecher am Morgen der Deutschen der Presse-Agentur. Sie sei dann von den Einsatzkräften aus ihrer misslichen Situation befreit worden.
In Hamburg war wie erwartet der Altonaer Fischmarkt überschwemmt. Die Feuerwehr habe die Lage im Blick gehabt und sei darauf vorbereitet gewesen, hieß es am Morgen von einem Mitarbeiter der Hamburger Polizei.
Schwere Unfälle und Personenschäden blieben nach bisherigen Einschätzungen zum Glück aus. Die Einsatzkräfte seien auf die Wetterlage vorbereitet gewesen. Vereinzelt mussten sie sich aber um überschwemmte Straßen und Parkplätze sowie umgestürzte Bäume und abgebrochene Äste kümmern.
Auch in Bremerhaven, Wilhelmshaven und Cuxhaven standen Parkplätze unter Wasser. Im nordfriesischen Dagebüll zeigten Videoaufnahmen peitschende Wellen und überspülte Straßen am Ufer.
Spektakulär war allerdings der stürmische Zwischenfall in Bremerhaven. Dort stieß das Kreuzfahrtschiff „Mein Schiff 3“ mit zwei Containerschiffen zusammen. Für die 2428 Gäste und 922 Crewmitglieder an Bord endete damit die Fahrt noch ehe sie begonnen hatte.
Das Schiff wurde dabei so stark beschädigt, dass es in die Werft muss. Die Reise auf die Kanaren wurde abgesagt. Wie es für die Passagiere weitergeht, ist noch unklar.
Sturmfluten an der Nordseeküste
In Schleswig-Holstein berichteten die Polizeileitstellen ebenfalls von mehreren sturmbedingten Einsätzen. So kam es unter anderem in Heide (Kreis Holstein) wegen einer überfluteten Straße zu einem Feuerwehreinsatz. In Meldorf (Kreis Dithmarschen) wurde ein Hausdach stark beschädigt. In Mecklenburg-Vorpommern meldeten die Polizeileitstellen keine größeren Vorkommnisse.

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Das Wasser der Nordsee wird auf den Fähranleger in Dagebüll gedrückt. Das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie hatte vor einer Sturmflut an der deutschen Nordseeküste gewarnt.
Das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie warnte vor Sturmfluten an weiten Teilen der Nordseeküste. Bereits in der Nacht zu Montag waren die Wasserstände an praktisch allen Pegeln über die Sturmflutgrenze von 1,5 Metern über dem mittleren Hochwasser gestiegen.
Für die Hochwasser am Montag wurden örtlich noch höhere Wasserstände erwartet. Besonders stark sollte die Sturmflut in Nordfriesland ausfallen, wo das Wasser bis zu zwei Meter höher als üblich steigen könnte. Im Weser- und Elbegebiet wurden mehr als 1,5 Meter erwartet.
Wegen der hohen Wasserstände drohten Überflutungen von Stränden, Grünflächen direkt am Wasser und Hafenflächen. (dpa/red)

