Spektakulärer Goldraub in nur neun Minuten Münzen im Millionen-Wert aus Museum gestohlen – Polizei tappt im Dunkeln

Tief im Boden eingelassen wird im Kelten- und Römermuseum in Manching bei Ingolstadt der keltische Goldschatz ausgestellt.

Der Goldschatz der Kelten wurde in Manching aus dem Museum gestohlen. Das Foto zeigt das gestohlene Gold im Kelten- und Römermuseum am 31. Mai 2006.

Innerhalb weniger Minuten haben Unbekannte einen Goldschatz im Wert von Millionen aus einem Museum in Manching gestohlen. Die Polizei fahndet international nach den Tätern.

Nur neun Minuten haben Unbekannte in der Nacht zum Dienstag (22. November 2022) gebraucht, um Hunderte wertvolle Goldmünzen aus dem Kelten Römer Museum in Manching zu stehlen.

Wie am Mittwoch bekannt wurde, wurden bei dem Einbruch 483 Münzen und ein Gold-Gusskuchen gestohlen. Die mehr als zwei Jahrtausende alten keltischen Goldmünzen wurden 1999 in Manching entdeckt. Der reine Materialwert des 3,7 Kilo schweren Schatzes wird auf rund eine Viertelmillion Euro geschätzt, der Handelswert für die historischen Münzen geht allerdings in die Millionen.

Goldraub in Bayern: Täter brauchten nur neun Minuten

Doch die ermittelnde Staatsanwaltschaft gibt sich zuversichtlich, die Täter finden zu können. „Alle Täter kochen nur mit Wasser und wir haben schon unsere Mittel und Wege, da auch dagegenzuhalten“, sagte der Ingolstädter Oberstaatsanwalt Nicolas Kaczynski. „Ich bin optimistisch.“

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Gemeinsam mit dem Landeskriminalamt (LKA) solle das weitere Vorgehen abgestimmt werden. Welche Maßnahmen konkret geplant sind, wollte er aber nicht sagen. „Das wäre zu weitgehend und ist für die Öffentlichkeit auch noch nicht bestimmt.“

Die Ermittlerinnen und Ermittler vermuten, dass auch die Sabotage am Telefonnetz, die einen Ausfall von Telefon, Internet und auch der Alarmanlage des Museums zur Folge hatte, mit dem Einbruch zusammenhängt. „Das ist ein relativ nahe liegender Verdacht – ohne mich da jetzt zu weit aus dem Fenster lehnen zu wollen –, dem man nachgehen muss“, sagte Kaczynski. „Ob die Verbindung tatsächlich besteht oder es nur Zufall ist, letzten Endes werden das die weiteren Ermittlungen ergeben müssen.“

Der Fall sei „kein Delikt, das man täglich auf dem Schreibtisch hat. Gerade bei einer Staatsanwaltschaft, die vielleicht nicht zu den größten in Bayern zählt“, sagte er. „Umso mehr ist es für uns eine tolle Aufgabe, einfach mal zu zeigen, was die Kollegen können und das werden sie tun.“

Die Ermittlerinnen und Ermittler fahnden auch international nach den Tätern. Kunstdatenbanken seien über den Diebstahl informiert worden für den Fall, dass die Münzen dort auftauchen. Und neben dem Bundeskriminalamt wurden nach Angaben des LKA auch Europol und Interpol eingeschaltet.

Konkrete Zeugenhinweise zu möglichen Tätern gäbe es noch nicht. Es hätten sich noch keine Zeuginnen und Zeugen gemeldet, die etwas berichten können, sagte ein Sprecher des Bayerischen Landeskriminalamtes am Donnerstagvormittag. Es gebe auch darüber hinaus keine neuen Ermittlungsansätze.

Nach Goldraub: Bayerns Museen in Alarmstimmung

Nach dem Diebstahl sind Bayerns Museen in Alarmstimmung. Obwohl viele hochgerüstete Sicherheitssysteme haben, wurde in wohl allen Häusern nach Bekanntwerden des immensen Verlusts diskutiert, ob und wo die eigene Sammlung gefährdet sein könnte.

„Unsere Museen verfügen über sehr gute Sicherheitskonzepte, die mit den Sicherheitsbehörden erstellt und immer wieder überprüft und angepasst werden“, betonte eine Sprecherin des bayerischen Kunstministeriums. Doch sicherlich werde der aktuelle Fall Anlass sein, das jeweilige Sicherheitskonzept noch mal zu hinterfragen. Auch die Bayerische Schlösserverwaltung will die Sicherheitsvorkehrungen nun überprüfen. (dpa)

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