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Killer-Asteroid rast auf die Erde zu Kann das wirklich passieren?

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Mit diesem Foto bewirbt der Sender „Sky" seine Serie „Horus".

Hamburg – Er bringt das apokalyptische Verderben: Der riesige Asteroid „Horus“ rast in der achtteiligen Sky-Serie (startet am 1. März, u.a. mit Mark Waschke und Christiane Paul) auf Europa zu.

Es bleiben nur noch acht Tage bis zum Einschlag. Nicht nur in der „Kill Zone“ geraten die Menschen in Panik.

Reine Fiktion, oder kann das wirklich passieren? Und falls ja, was hätte das für Folgen? Wir wollten es genau wissen und befragten den Hamburger Astrophysiker Professor Peter H. Hauschildt (56) zum Thema Asteroiden.

In „8 Tage“ rast ein Killer-Asteroid auf die Erde zu. Was ist ein Asteroid?

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Hauschildt: Als Asteroiden (oder auch Kleinplaneten, Planetoiden) werden Himmelskörper bezeichnet,  die hauptsächlich eine Art Gürtel zwischen den Bahnen von Mars und Jupiter bilden. Wie die Planeten umkreisen sie die Sonne auf individuellen Bahnen. Es gibt Millionen davon, der größte ist Ceres (900 km Durchmesser, 1801 entdeckt), es gibt circa 600, die größer als 50 Kilometer Durchmesser sind. Und es gibt 2 Millionen mit mehr als 500 Meter Durchmesser. Einige Asteroiden sind auf Umlaufbahnen, die die Erde kreuzen.

Kann man Asteroiden selbst beobachten?

Ja, man braucht dazu aber ein Fernrohr. Der Größte, Ceres, ist ein klein wenig zu dunkel für das normale menschliche Auge bei stockdunklem Himmel. Am besten geht das bei Volkssternwarten oder öffentlichen Veranstaltungen von Hobby- oder Profi-Astronomen.

Was ist der Unterschied zu einem Kometen?

Kometen sind Reste aus der Frühzeit des Sonnensystems, die sich auf Bahnen typischerweise außerhalb der Neptunbahn bewegen. Es sind eigentlich „schmutzige Schneebälle“, die teilweise verdampfen, wenn sie der Sonne nahe kommen. Die Bahnen können sehr elliptisch sein, damit sieht man das dann als den klassischen Kometen.

Müssen wir Angst haben, dass in naher Zukunft ein Asteroid auf der Erde einschlägt?

Es kommt auf die Größe an. Kleine Meteoriten treffen ständig auf die Erde, aber die meisten verglühen, manche mit spektakulärer Licht-Show. Etwa ein Mal alle anderthalb Jahre trifft ein 4-Meter-Asteroid auf die Erde, der verglüht aber schon in 45 Kilometer Höhe. Der letzte größere Einschlag war der von Chelyabinsk 2013 in Russland, der war wohl (noch im Weltraum) etwa 20 Meter groß. Es gibt sonst zurzeit keine bekannten richtig gefährlichen Asteroiden auf Kollisionskurs, es wird aber nach so etwas gesucht.

Lesen Sie hier, was wir von dem Asteroid Bennu wissen.

Was passiert, wenn ein Asteroid auf unserem Planeten einschlägt?

Es entstehen Krater, so wie man sie auf dem Mond sieht. Es gibt davon viele auf der Erde: zum Beispiel  den Barringer-Krater in Arizona, das Nördlinger Ries in Bayern und Baden-Württemberg und den Chicxulub-Krater in Mexiko. Man sieht die Krater auf der Erde nicht so oft, da sie von Wind und Wetter fix erodiert werden oder ins Wasser einschlagen. Auf dem Mond sieht man sie für „immer“.

Wie kann man verhindern, dass ein Asteroid mit der Erde kollidiert?

Wenn man nur acht Tage Warnung für einen Mega-Asteroiden hat, gar nicht. Wenn man aber 50 bis 100 Jahre und mehr Zeit hat, ist das sogar einfach, dann reicht eine winzige Ablenkung der Bahn und das Ding rauscht vorbei. Das könnte man durch verschiedene Methoden machen, z.B. einfach Weiß „anstreichen“, dann erledigt das Licht der Sonne die Arbeit (über „Strahlungsdruck“). Man kann sich auch kleine Triebwerke vorstellen oder ähnliches.

Wie weit ist die Forschung da?

Im Prinzip weiß man, wie’s geht, gemacht wurde es noch nie. Die Technik für das Ablenken haben wir, das ist keine wirkliche Science-Fiction und einen Todesstern („Raumstation aus den Star-Wars-Filmen“, Anm. der Red.) braucht man dafür auch nicht.

Sind die Dinosaurier durch einen Asteroideneinschlag ausgestorben?

Ungefähr zum Zeitpunkt des Aussterbens gab es einen großen Einschlag in der heutigen Yucatan-Halbinsel, der Chicxulub-Krater, vor circa 66 Millionen Jahren von einem 10 bis 80 Kilometer großen Asteroiden. Nachdem alles abgebrannt ist, produziert so ein Einschlag einen nuklearen Winter, der sicherlich ein Massensterben auslösen wird.

Gab es in jüngster Zeit einen gefährlichen Einschlag?

Chelyabinsk 2013. Das war nicht direkt sehr gefährlich, aber wenn so ein Einschlag als Angriff mit einer thermonuklearen Waffe fehlgedeutet würde, könnte er indirekt zu einer viel größeren Katastrophe führen. Dabei wäre aber ein Mehrfach-Einschlag (z.B. Teile eines zerbrochenen größeren Asteroiden) noch viel gefährlicher.
 

Was würden Sie tun, wenn Sie noch „8 Tage" Zeit hätten?

Bei einem kleineren lokalen Einschlag: Wenn notwendig, evakuieren. Bei einem Killer-Monster? Die Zeit mit meiner Frau verbringen…

Wie mit einem verheerenden Asteroideneinschlag durch größere Objekte umzugehen ist, wird laut Internetportal futurezone.de bereits geübt. Auf einer simulierten Presekonferenz informierte die NASA, dass „2027 mit 96-prozentiger Wahrscheinlichkeit ein 200 Meter großer Asteroid auf die Erde treffen und große Teile der Bevölkerung Chinas, Koreas oder Japans auslöschen würde”.

Der Einschlag könne zwar nicht verhindert werden, aber so umgelenkt werden, dass er auf unbewohntem Gebiet oder im Pazifik stattfindet. Für 2022 plant die NASA Tests, in denen Asteroiden mit Projektilen beschossen und aus ihrer Laufbahn gebracht werden.

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