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Schock-Studie in NRWErzbischof soll Teil von pädophilem Netzwerk gewesen sein

Mann schreibt in Kondolenzbuch für Johannes Joachim Degenhardt

Copyright: IMAGO / teutopress

Mann schreibt in Kondolenzbuch für Johannes Joachim Degenhardt.

Was jetzt bekannt wird, erschüttert das Erzbistum Paderborn bis ins Mark.

Was für ein Beben für die katholische Kirche! Eine Untersuchung der Universität Paderborn deckt schockierende Fakten auf. Die am Donnerstag präsentierten Resultate malen ein finsteres Szenario für das Paderborner Erzbistum. Im Zeitraum von 1941 bis 2002 haben offenbar deutlich mehr Geistliche Minderjährige sexuell misshandelt, als bislang angenommen wurde.

Die Annahmen von 2018 sind Makulatur. Damals sprach man von 111 Geistlichen unter Verdacht. Diese Zahl müsse man, so die Historikerin Nicole Priesching, „stark korrigiert“ werden. Die aktuelle Studie deutet auf 210 mutmaßliche Täter hin, die 489 Minderjährige missbraucht haben sollen. Das macht 4,35 Prozent aller Kleriker aus, die in dieser Epoche dort tätig waren. Das berichtet „t-online“.

Erzbischof Degenhardt selbst im Visier der Ermittler

Was die Sache besonders explosiv macht: Ein WDR-Bericht enthüllt, dass auch der verstorbene Erzbischof Johannes Joachim Degenhardt persönlich ins Zwielicht gerät. Ihm wird vorgeworfen, in seiner Amtsperiode von 1974 bis 2002 Jungen sexuell misshandelt zu haben.

Die Studienautoren kennen zwei oder drei dieser Anschuldigungen gegen Degenhardt. Von der Vertretung der Opfer werden sie als glaubwürdig angesehen. Der Verdacht ist ungeheuerlich: Degenhardt, der ein Jahr vor seinem Tod 2002 die Kardinalswürde erhielt, war womöglich Teil von einem „pädophilen Netzwerks“. Man munkelt, dass Minderjährige per Fahrdienst direkt zu den Wohnungen der Kleriker transportiert wurden.

Die Untersuchung deutet auf eine systematische Vertuschung hin. Unter den Kardinälen Lorenz Jaeger und Degenhardt wurden Missbrauchstaten offenbar gezielt unter den Teppich gekehrt und die Täter gedeckt. Man habe Opfer und deren Angehörige massiv bedrängt, damit sie Anzeigen fallen lassen. Priester, die ihre Taten zugaben, konnten häufig im Amt bleiben, sofern die Vergehen nicht publik wurden.

So reagiert das Bistum jetzt

Vonseiten des Bistums Paderborn heißt es, man werde die Studienergebnisse nun „vertieft“ analysieren. Klare Worte fand der aktuelle Erzbischof Udo Markus Bentz: Er sprach von einem „schuldhaften Versagen“ der ehemaligen Bistumsführung, welches man nicht kleinreden dürfe. Er gestand ein, wie viel Schmerz Menschen erlitten haben und wie lange dieser Schmerz „tabuisiert und nicht ernst genug genommen worden ist“.

Am Freitag will das Erzbistum auf einer Pressekonferenz Stellung beziehen. Mit dabei: die Vertretung der Betroffenen. Für das nächste Jahr ist die Veröffentlichung eines weiteren Studienteils geplant. Dieser wird die Amtsperiode von Erzbischof Hans-Josef Becker (2003 bis 2023) beleuchten. Eventuelle Straftaten aus diesem Zeitraum wären strafrechtlich noch verfolgbar. (red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.

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