„Wir brauchen Hilfe!“ Diese Klinik kann nicht mehr: Signal aus Corona-Hotspot geht unter die Haut

Zum Schichtwechsel des Personals ist die Zimmerbeleuchtung in der Intensivstation des RoMed-Klinikums Rosenheim für kurze Zeit auf die Farbe Rot eingestellt.

Zum Schichtwechsel des Personals ist die Zimmerbeleuchtung in der Intensivstation des RoMed-Klinikums Rosenheim am Dienstag (30. November) für kurze Zeit auf die Farbe Rot eingestellt. Das Klinikum trägt die Hauptlast der Betreuung von Corona-Patienten in Stadt und Landkreis und ruft nun um Hilfe.

Es ist ein Hilferuf der Beschäftigten, ein Zeichen dafür, dass die Belegschaft an der absoluten Belastungsgrenze ist: Die Pflegekräfte schalteten das Licht im Klinikum Rosenheim am Dienstagabend (30. November) auf Rot. Wiedereinmal.

Sie können nicht mehr, sie sind am Ende. „Wir brauchen Hilfe!“, schreiben die Mitarbeiter des RoMed Klinikums Rosenheim, einem Corona-Hotspot in Bayern, auf ihrer Facebook-Seite. Dort lag die Sieben-Tage-Inzidenz am Dienstag laut Robert Koch-Institut (RKI) bei unglaublichen 1267,4.

1267,4 – was diese Zahl für die Intensivkräfte, für die Ärzte, für die Mitarbeiter in den Krankenhäusern bedeutet, zeigt sich nun in einer Aktion der RoMed Kliniken. 

„Aufgrund der prekären und angespannten Situation in den Kliniken hat unser Intensiv-Team der operativen und internistischen Intensivstation ein Zeichen setzen wollen und deshalb abends in allen Zimmern die Lampen auf die Alarmfarbe rot gestellt“, heißt es in der Erklärung auf Facebook.

Dr. Max von Holleben, der Kaufmännischer Leiter am Klinikum Rosenheim, betont demnach: „Das ist ein Hilferuf nach außen. Die Kliniken sind an der absoluten Belastungsgrenze und es werden dringend Pflegekräfte und Intensivärzte gebraucht, die unterstützen.“ 

Die LED-Lampen der Zimmer, sie waren auch am Dienstag rot. Eigentlich seien sie für die Zimmergestaltung gedacht, dienten auch zur Therapieunterstützung. Nun aber sollen sie der Dringlichkeit der Corona-Lage Ausdruck verleihen. Das Klinikum trägt die Hauptlast der Betreuung von Corona-Patienten in Stadt und Landkreis.

Corona: Pfleger aus Bayern am Limit – „Wir laufen über“

Vor einigen Wochen sagte ein Pfleger der Klinik in Rosenheim in einem „Stern“-Interview, dass er einen extremen Personalmangel nach der vierten Welle befürchte. Zudem werde es nicht bei der vierten Welle bleiben. „Es wird ein Tsunami werden“, sagte er. Seit eineinhalb Jahren arbeite er immer am Limit. „Ich bin bei hundert Prozent plus, die ich und meine Kollegen geben müssen, damit die Bevölkerung einigermaßen gut versorgt ist“. Die Lage sehe so aus: „Wir laufen über“. 

Mittlerweile bereiten nicht nur die steigenden Corona-Zahlen in Bayern Sorgen, sondern auch die Omikron-Variante: Am Dienstag teilte das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) in Erlangen mit, dass es einen vierten bestätigten Fall gibt. Derzeit bestehe zudem noch bei 15 weiteren Personen ein starker Verdacht auf eine Omikron-Infektion. Zusätzlicher Druck für die Intensivstationen.

Mittlerweile fordert Bayerns Ministerpräsident Markus Söder eine neue Bundesnotbremse, wie er am Dienstag auf Twitter erklärte, nach dem Urteil aus Karlsruhe: „Bestätigung auf ganzer Linie“. Am Donnerstag, 2. Dezember 2021, treffen sich Bund und Länder erneut, um verschärfte Corona-Maßnahmen zu beschließen. (mg)

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