Fall Maddie Ex-Chefermittler äußert sich mit steiler These über deutschen Verdächtigen

Das Foto von 2009 zeigt die vermisste Maddie McCann. Seit 2007 wird das Mädchen vermisst.

Das Foto von 2009 zeigt die vermisste Maddie McCann. Seit 2007 wird das Mädchen vermisst.

Der Fall Maddie McCann bleibt ungelöst. Seit 2007 wird das Mädchen vermisst. Weiterhin bleibt unklar, ob ein Verdächtiger aus Deutschland mit dem Verschwinden zu tun hat.

London. Der Fall Maddie McCann – seit 14 Jahren fehlt von ihr jede Spur. Immer wieder gibt es neue Spekulationen über das Verschwinden des damals dreijährigen Mädchen. Jetzt hat der ehemalige Chefermittler ein zweites Buch zu dem Fall veröffentlicht. Darin hinterfragt er die Schuld des deutschen Verdächtigen.

Der frühere portugiesische Chefermittler im Fall der 2007 verschwundenen Maddie McCann, Goncalo Amaral, hat Zweifel an der Schuld eines neuen Verdächtigen aus Deutschland geäußert. Die deutschen Behörden hätten „einen Verdächtigen konstruiert“, sagte Amaral der Nachrichtenagentur AFP am Mittwoch bei der Vorstellung eines neuen Buches über den Fall.

Vermisste Maddie McCann: Ex-Ermittler erhebt schwere Vorwürfe

Amaral hatte bereit in einem ersten Buch die Vermutung geäußert, die Eltern hätten die Leiche des Mädchens nach einem Unfall selbst versteckt und war daraufhin verklagt worden.

Bei der Veröffentlichung eines weiteren Buchs über den Fall sagte Amaral nun mit Blick auf den deutschen Verdächtigen: „Wenn sie etwas gegen ihn in der Hand hätten, wäre er schon längst angeklagt und verurteilt worden.“ Amarals neues Buch zu dem Fall erscheint unter dem Titel „Maddie: Enough of the Lies“ (Schluss mit den Lügen).

Er war bereits 2015 zu einer halben Million Euro Schadensersatz an Maddies Eltern wegen Verleumdung verurteilt worden. Das Urteil war in einem Berufungsverfahren jedoch aufgehoben worden. Das oberste Gericht des Landes bestätigte die Aufhebung und beschied, Amarals Äußerungen seien „im Rahmen einer offenen und demokratischen Gesellschaft“ akzeptabel gewesen.

Maddie McCann verschwand am 3. Mai 2007

Maddie McCann war am 3. Mai 2007 kurz vor ihrem 4. Geburtstag aus der Wohnung ihrer Familie in einer Ferienanlage an der südportugiesischen Algarve-Küste verschwunden, während ihre Eltern in einem Restaurant zu Abend aßen. Trotz großangelegter internationaler Fahndungen wurde der Fall nie aufgeklärt, von dem Mädchen fehlt bis heute jede Spur.

Im vergangenen Juni trat dann eine überraschende Wendung ein: Die Staatsanwaltschaft Braunschweig leitete Mordermittlungen gegen einen inhaftierten deutschen Sexualstraftäter ein.

Amaral bestätigte, dass der Deutsche damals auf einer Liste mit Personen von Interesse geführt worden war. Die Ermittler hatten ihn aber nicht ausfindig machen können. (mt/afp)

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