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Mord in KuselPolizisten finden wichtigen Gegenstand in Wohnung – er gehörte den beiden Opfern

Die Polizei sperrt nach dem schrecklichen Mord an einer jungen Polizistin und ihrem Kollegen am 31. Januar 2022 den Tatort in Kusel (Rheinland-Pfalz) ab. Inzwischen gibt es weitere Details über die Tatverdächtigen.

Die Polizei sperrt nach dem schrecklichen Mord an einer jungen Polizistin und ihrem Kollegen am 31. Januar 2022 den Tatort in Kusel (Rheinland-Pfalz) ab. Inzwischen gibt es weitere Details über die Tatverdächtigen.

Der brutale Mord an einer jungen Polizistin und ihrem Kollegen wirkt auch eine Woche nach der Tat nach. Die Ermittler und Ermittlerinnen haben nun weitere Details bekannt gegeben. Sie stellten insgesamt 19 Waffen bei den Tatverdächtigen sicher. Und finden ein wichtiges Beweismittel.

Nach dem Doppelmord an einer Polizistin und einem Polizisten im rheinland-pfälzischen Kusel haben Ermittlerinnen und Ermittler insgesamt 19 Waffen sichergestellt.

Die Waffen wurden in den Anwesen der beiden Tatverdächtigen, ein 38- und ein 32-Jähriger aus dem Saarland, gefunden. Wie die Staatsanwaltschaft Kaiserslautern am Dienstag, 8. Februar 2022, mitteilte, wurden dabei eine Schrotflinte und ein Jagdgewehr bei dem ersten Verdächtigen entdeckt. Weitere 17 Waffen wurden im Haus des zweiten Tatverdächtigen sichergestellt. Dieser besaß weder eine Waffenerlaubnis noch einen Jagdschein.

Doppelmord in Kusel: Ermittler finden wichtigen Gegenstand in Wohnung

Wem die Waffen gehören, werde noch ermittelt. Doch sowohl für die Vorwürfe der Wilderei als auch des gemeinschaftlichen Mordes in zwei Fällen gebe es derzeit keine weiteren Verdächtigen. Die Ergebnisse der Untersuchung von Blutproben standen am Dienstag noch aus.

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Bei der Durchsuchung der Wohnung des 38-jährigen Verdächtigen haben die Ermittler zudem eine Taschenlampe gefunden. Sie soll der getöteten Polizistin oder ihrem getöteten Kollegen gehören, berichtet die „Saarbrücker Zeitung“. Es werde vermutet, dass die Verdächtigen am Tatort damit nach dem Personalausweis und Führerschein gesucht haben, die die Polizistin und ihr Kollege bei der Kontrolle abgenommen hatten. Die Ermittler fanden diese Dokumente später am Tatort.

Mord in Kusel: Verdächtiger hatte bis 2020 legal gejagt

Einen Tag nach dem Doppelmord in Rheinland-Pfalz war gegen die beiden Tatverdächtigen ein Haftbefehl wegen gemeinschaftlichen Mordes erlassen worden. Laut den Ermittlern wollten die Verdächtigen damit eine vorangegangene Wilderei verdecken. Im Wagen, mit dem die beiden wohl unterwegs waren, wurden zahlreiche erlegte Wildtiere entdeckt.

Einer der mutmaßlichen Polizistenmörder habe bis Ende März 2020 legal im saarländischen Staatswald gejagt. Wie das Umweltministerium in Saarbrücken mitteilte, habe er seit 2017 Jagderlaubnisscheine für drei Pirschbezirke gehabt, wobei ihm 2019 zwei vorzeitig gekündigt worden. Grund dafür seien wiederholte Verstöße gegen die Kirr-Ordnung: Statt mit Getreide und heimischen Früchten sei Wild dort mit Backwaren angelockt worden.

Zwischen 2017 und 2019 habe der 38-Jährige beim SaarForst Landesbetrieb insgesamt 442 Stück Reh- und Schwarzwild erworben. In Sulzbach wurde von dem Mann bis zuletzt offenbar eine registrierte Wildkammer eines anderen Jägers genutzt, hieß es. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft Kaiserslautern hatte der 38-jährige zum Zeitpunkt der Tat keine Erlaubnis zum Besitz von Waffen gehabt und keinen Jagdschein besessen.

Doppelmord in Kusel: Deshalb brauchte die Verstärkung 12 Minuten

Doch wie genau verlief der Tathergang? Die Polizei gibt neue Details frei: Der Inspekteur der rheinland-pfälzischen Polizei, Jürgen Schmitt, hat im Innenausschuss des Landtags Details zu dem Einsatz erklärt.

Er berichtete am Dienstag, 08. Februar 2022, unter anderem, warum es zwölf Minuten dauerte, bis andere Streifen am Tatort waren, obwohl die später getöteten Beamten gemeinsam mit den Besatzungen zwei weiterer Fahrzeuge unterwegs waren.

Schmitt erläuterte, dass es ca. zwölf Minuten dauern kann, bis die Verstärkung einsatzbereit sei. Diese seien dazu angehalten, wenn bekannt sei, dass geschossen wurde, zunächst zu stoppen und Schutzausrüstung anzulegen. Dazu gehörten schwere Schutzhelme, Westen und Maschinenpistolen – „Das führt zu einer gewissen Zeitverzögerung.“

Die getötete Polizistin und ihr Kollege hatten am 31. Januar 2022 um 04:20 Uhr an der Kreisstraße 22 bei Kusel ein Fahrzeug kontrolliert. Die beiden Beamten berichteten von „dubiosen Personen“, die zahlreiche tote Wildtiere dabei hätten. Mit den Worten „Komm schnell, die schießen, die schießen!“ forderten sie schließlich Verstärkung.

Doch bis diese eintraten - um 04:32 Uhr - war es für die beiden Polizeibeamten zu spät. Neben den Schusswunden wiesen sie massive Verletzungen am Kopf auf. Der SPD-Abgeordnete Michael Hüttner sagte im Ausschluss, zwölf Minuten könnten in solchen Situationen unendlich lang sein. Da sei das Land dank der Aufstockung der Polizei auf dem richtigen Weg.

Doppelmord in Kusel: Lebensgefahr gehört zum Job

Innenstaatssekretärin Nicole Steingaß (SPD) sagte außerdem, angehende Polizisten würden in Rheinland-Pfalz während ihrer dreijährigen Ausbildung „vollumfänglich“ auf ihren Dienst vorbereitet. Eine Gefahr für Leib und Leben lasse sich aber nie ganz ausschließen. Vor der Debatte um den Einsatz hatte der Ausschuss in einer Schweigeminute der getöteten Polizisten gedacht. (ald/dpa)