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New Yorker Wahrzeichen zu haben– Aber keiner will es!

New Yorks Chrysler Building: Art-déco-Halle findet kaum Käufer.

Jedes Jahr zieht das Chrysler Building in der Metropole New York unzählige Besucher an. Der 318 Meter hohe Turm ist eine Legende. Trotzdem will ihn niemand kaufen. Die Hintergründe sind ernüchternd.

In einer Rekordzeit von nur zwei Jahren wurde der Wolkenkratzer mit seiner Höhe von 318 Metern in Manhattan hochgezogen, fertiggestellt kurz bevor die Weltwirtschaftskrise 1929 zuschlug. Schon im April 1930 konnten die ersten Parteien ihre Büros beziehen. Das Chrysler Building trug für ein Jahr den Titel des welthöchsten Bauwerks, bis ihm das Empire State Building diesen Rang abnahm.

Berühmt in aller Welt ist seine markante Dachspitze. Sie besteht aus rostfreiem Stahl und formt mehrere Bögen, die in einer Nadelspitze enden. Die Gestaltung lehnt sich an die Kühlerhauben von Chrysler-Fahrzeugen aus dieser Zeit an und symbolisiert die damalige Faszination für den technischen Fortschritt. Das berichtet „t-online“.

Aber der Glanz ist verblasst. Zwar haben sich auf den 77 Stockwerken mit ihren 117.000 Quadratmetern Bürofläche bekannte Anwaltsfirmen, eine große Agentur für Künstler und Anbieter von Coworking-Spaces angesiedelt. Doch die Anschrift 405 Lexington Avenue hat massiv an Reiz eingebüßt. Die Mieter beklagen sich über veraltete Büros mit winzigen Fenstern, abplatzende Farbe, kaputte Fahrstühle und berichten sogar von schmutzigem Wasser aus den Trinkbrunnen.

Ruth Colp-Haber von der Maklerfirma Wharton Property fasst die Misere zusammen. Das Bauwerk sei zwar "wunderschön", leide aber unter "viele technische Probleme", so die Expertin. Ihre knallharte Analyse: "Nötig wären viele Renovierungsarbeiten und viel Geld."

Ein Gericht in New York zog im September 2024 die Notbremse: Die damaligen Besitzer wurden wegen Schulden von über 20 Millionen Dollar zwangsenteignet. Ein Zusammenschluss des amerikanischen Immobilienkonzerns RFR und der Signa-Gruppe hatte das Chrysler Building im Jahr 2019 für 151 Millionen Dollar erworben. Sie hatten Sanierungen im Umfang von 250 Millionen Dollar angekündigt – doch dieses Versprechen wurde gebrochen.

Die aktuelle Marktlage für einen Verkauf ist alles andere als rosig. Viele Firmen setzen seit der Corona-Krise vermehrt auf Homeoffice. Um im kostspieligen New York Geld zu sparen, reduzieren sie ihre Büroflächen drastisch.

Ein weiteres riesiges Problem: Der Grund und Boden, auf dem der Turm steht, ist seit 1902 Eigentum des Cooper Union College. Die Hochschule kassiert vom jeweiligen Gebäudebesitzer eine jährliche Pachtgebühr. Und die ist explodiert: von 20,1 Millionen Dollar in 2018 auf jetzt 32,5 Millionen Dollar.

Und als ob das nicht reicht, macht auch noch der Denkmalschutz alles komplizierter. Das Chrysler Building zählt seit 1978 zum städtischen Kulturerbe von New York. Das hat zur Folge, dass sämtliche Umbauten erst von der zuständigen Behörde abgesegnet werden müssen. (red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.