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Mythen mal andersNeues Buch über Heldinnen enttäuscht bei feministischer Schärfe

Statue einer römischen Göttin

Copyright: Soeren Stache/dpa

Mara Golds Debüt legt den Fokus auf Frauenfiguren in der antiken Mythologie. (Symbolbild)

Neues Buch stellt Mythen auf den Kopf, aber mit Haken.

Griechische Mythen auf den Kopf gestellt: Ein neues Werk setzt Frauen ins Zentrum. Aber trotz der genialen Idee gibt es einen Dämpfer für jeden, der einen Umsturz erwartet.

Die Sagenwelt des Altertums ist wieder voll im Trend. Im Mittelpunkt stehen aber keine männlichen Heldenerzählungen, sondern weibliche Blickwinkel. Diesen Ansatz verfolgt Mara Gold in ihrem ersten Buch „Antike Mythen ohne Männer“. Ihr Ziel ist es, den berühmtesten Legenden eine queere und feministische Note zu verleihen.

Im Gegensatz zu Erfolgsautorinnen wie Madeline Miller („Ich bin Circe“) hat die Wissenschaftlerin aus Oxford kein belletristisches Werk geschaffen. Ihr Buch präsentiert sich als eine Art erzählendes Lexikon, das Gestalten wie Penelope, Athene oder die Amazonen vorstellt. Das ist ein großartiger Startpunkt für Neulinge in der Sagenwelt.

Zwischen Popkultur und Antike

Eine deutliche Gliederung in Rubriken wie „Kriegerin“, „Jungfrau“, „Hausfrau“ oder „Hexe“ sorgt für eine gute Orientierung. Zeitgemäß wird das Ganze durch Bezüge zur heutigen Populärkultur – beispielsweise zu Netflix-Produktionen oder Hollywood-Filmen. Auf diese Weise erreicht die Verfasserin auch Leser, die mit den traditionellen Werken weniger vertraut sind.

Trotz der lobenswerten Intention existiert ein erheblicher Kritikpunkt. Obwohl Golds Expertise spürbar ist, beschränkt sie sich häufig auf die Aneinanderreihung von Fakten. Der Kern dessen, was eine Gestalt tatsächlich feministisch prägt, wird nur unzureichend beleuchtet. Die Forderung, althergebrachte, männlich dominierte Erzählweisen zu überprüfen, kommt dabei zu kurz. Es handelt sich oft nur um eine Wiederholung der bekannten Mythen.

Optik top, Inhalt mit Schwächen

Die Aufmachung des Buches ist dagegen ein optisches Highlight. Zeitgemäße Abbildungen und eine vielseitige Typografie gestalten die Lektüre sehr ansprechend. Wer sich allerdings sprachliche Kraft oder erzählerischen Tiefgang erhofft, dürfte ernüchtert werden.

Der wahre Wert des Werkes zeigt sich letztlich an anderer Stelle: Es bietet keine tiefschürfende Analyse, aber es gelingt ihm, Interesse zu entfachen – für die zahlreichen faszinierenden Frauengestalten des Altertums und ihre Schicksale. (dpa/red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.

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