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Inferno mit 41 Toten in Crans-MontanaNeues erschütterndes Video: Wie kann die Chefin so etwas tun?

Das private Foto zeigt Flammen und flüchtende Menschen bei dem tödlichen Inferno in Crans-Montana.

Copyright: IMAGO/Independent Photo Agency Int.

Das private Foto zeigt Flammen und flüchtende Menschen bei dem tödlichen Inferno in Crans-Montana.

Aktualisiert:

Ein neues erschütterndes Video von dem schrecklichen Inferno in Crans-Montana ist aufgetaucht, wie italienische Medien berichten. 

Es war ein Inferno, das weltweit für Entsetzen sorgte: Der Brand in der Diskothek Le Constellation in Crans-Montana in der Silvesternacht hat 41 jungen Menschen das Leben gekostet, 115 weitere wurden verletzt.

Nun liegen Videoaufnahmen vor, die ein neues, erschütterndes Licht auf das Verhalten der Chefin des Lokals, Jessica Moretti, werfen – und ihre bisherigen Aussagen in Frage stellen.

Crans-Montana: Neues erschütterndes Video aufgetaucht

Etwa vierzig Videoaufzeichnungen, darunter Material von vierzehn internen Überwachungskameras sowie einer externen Kamera, dokumentieren die acht tragischen Minuten des Infernos – von 1.26 bis 1.28 Uhr nachts. Die Ermittler haben das Material den Anwälten der Opferfamilien zugänglich gemacht.

Die Französin Jessica Moretti neben dem Betreiber der Bar in Crans-Montana, Jacques Moretti, im Januar 2026.

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Die Französin Jessica Moretti neben dem Betreiber der Bar in Crans-Montana, Jacques Moretti, im Januar 2026.

Was diese darin sehen, ist erschütternd: Die Aufnahmen zeigen Jessica Moretti, wie sie gemeinsam mit fünf Mitarbeitern die Kerzen auf den Champagnerflaschen anzündet. Anschließend tragen sie die Flaschen durch das Lokal – und als die ersten Flammen die Decke erfassen, drängt sie mit den Händen voraus durch die Menge, um schnell ins Freie zu gelangen.

Dabei passiert sie die Veranda im Erdgeschoss, wechselt kurz einige Worte mit einem Mitarbeiter – und verschwindet nach draußen, ohne Alarm zu schlagen, ohne irgendjemanden zu warnen. An der Tür begegnet sie jungen Frauen, die gerade hereinkommen wollen; die Videos zeigen, dass sie nichts unternimmt, um sie aufzuhalten.

„Video steht im Widerspruch zu den Aussagen von Moretti“

Zwei Anwälte, die eines der Opfer vertreten, erklären es laut „Corriere della Sera“ unmissverständlich: Die Aufnahmen bestätigen demnach die bereits bestehenden Zweifel an der Glaubwürdigkeit der Aussagen, die Moretti bei ihren Vernehmungen gemacht hat. Gegen sie wird wegen fahrlässigen Totschlags und fahrlässiger Brandstiftung ermittelt. „Aus den Videos geht eine sehr klare Dynamik hervor, die im Widerspruch zu den Erklärungen der Frau steht – sowohl was die Entstehung des Brands betrifft als auch das, was unmittelbar danach geschah.“

Einzig in einem Punkt würden die Videos Moretti entlasten: Entgegen früherer Berichte zeigen sie nicht, dass sie mit der Kasse geflohen ist. Der grundlegende Vorwurf bleibt jedoch bestehen – sie ist eine der Ersten, die das Lokal verlässt, ohne die Feuerwehr zu rufen oder die noch anwesenden Gäste zu alarmieren.

Tragisches Schicksal von DJ Matéo Lesguer

Besonders tragisch ist das Schicksal des DJs Matéo Lesguer (23), der laut den Aufnahmen um 1.27 Uhr als einer der Ersten die Flammen bemerkt, sofort sein DJ-Pult verlässt und verzweifelt nach einem Feuerlöscher sucht – ebenso wie der Türsteher des Lokals. Die beiden finden die Feuerlöscher kaum, weil sie nicht ausgeschildert sind und einer davon hinter einem Hocker versteckt ist. Beide sterben im Feuer. Die Anwälte sprechen von „evidenten Mängeln im Krisenmanagement“ und von Personal, das „offensichtlich nicht ausreichend geschult war“.

Die Aufnahmen, die weit über den Zeitpunkt des Brandes um 1.28 Uhr hinausgehen, zeigen verstörende Szenen: verbrannte, erschöpfte, leblose Jugendliche, die von anderen Gästen auf den Armen getragen werden, während Tragen, Decken und Sauerstoffflaschen für die Opfer fehlen. Zeitnah sollen auch die Familien der Opfer Zugang zu den Videos erhalten – nur wenige werden diese Möglichkeit wahrnehmen wollen. Carla Scotto, die Mutter des 16-jährig verstorbenen Riccardo Minghetti, sagt nur: „Ich will das nicht sehen.“ (mg)

Schornstein eines Fährschiffs mit einem G-Logo und mehreren Rettungsbooten zur Sicherheit der Passagiere.

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