Flutwelle und Wirbelstürme Schäden durch Hurrikan „Ida“ katastrophal

Trümmerteile eines Hauses haben ein Auto in New Orleans (Louisiana) begraben.

Hurrikan „Ida“ hat in Louisiana eine Spur der Verwüstung hinterlassen. Häuser stürzten ein, Trümmerteile begruben Autos.

Die erste Zwischenbilanz ist schlimm. Mindestens zwei Tote, Millionen ohne Strom - Hurrikan „Ida“ hat nach seinem Landfall ein Bild der Verwüstung hinterlassen.

New Orleans. Die Schäden sind katastrophal. Hurrikan „Ida“ hat bei seinem Landfall im US-Bundesstaat Louisiana furchtbar gewütet. Das ganze Ausmaß ist noch nicht abzusehen.

Am Montag (30. August, Ortszeit) saßen Menschen vielerorts noch in den steigenden Fluten fest, abgerissene Dächer von Häusern lagen in den Straßen. Die Stadt New Orleans war 24 Stunden nach dem Eintreffen von „Ida“ immer noch fast gänzlich ohne Strom. Die Zahl der Opfer erhöhte sich auf zwei.

„Ida“ wurde derweil zu einem Tropensturm herabgestuft, während er weiter ins Inland zog. Am Sonntag war „Ida“ auf den Tag genau 16 Jahre nach dem tödlichen Sturm „Katrina“ als Hurrikan der Kategorie vier in Louisiana auf Land getroffen.

„Die größte Sorge ist, dass wir immer noch mit Sucheinsätzen beschäftigt sind“, sagte der Gouverneur von Louisiana, John Bel Edwards, der NBC-Sendung „Today“. Währenddessen gehe es viele Menschen im Südosten des Bundesstaates „sehr schlecht“.

Die Behörden bestätigten zwei Todesfälle, nachdem sie vom Hurrikan abgeschnittene Gemeinden erreichten. Ein Mensch wurde durch einen umstürzenden Baum in Prairieville, nordwestlich von New Orleans, getötet, wie die Behörden mitteilten. Ein zweites Opfer starb, als es versuchte, durch die Fluten in New Orleans zu fahren, wie das Gesundheitsministerium von Louisiana auf Twitter schrieb.

Hurrikan „Ida“ hinterlässt komplett zerstörte Häuser

In Online-Netzwerken tauchten Aufnahmen von Menschen auf, die aus überfluteten Autos gerettet wurden, und Bilder, die komplett zerstörte Häuser zeigten.

Die Schäden in New Orleans hingegen blieben begrenzt. „Ida“ hatte am Sonntag die Energieversorung in der gesamten Stadt lahmgelegt. Mehr als eine Million Häuser in ganz Louisiana waren ohne Strom, wie die Website poweroutage.us berichtete.

Sharon Orlando steht auf einen Stock gestützt fassungslos vor den Trümmern ihres Hauses und versucht, die Tränen zurückzuhalten.

Sharon Orlando steht auf einen Stock gestützt fassungslos vor den Trümmern ihres Hauses und versucht, die Tränen zurückzuhalten.

„Ich war vor 16 Jahren hier. Der Wind scheint diesmal schlimmer zu sein, aber die Schäden sind nicht so schlimm“, sagte Dereck Terry, ein Bewohner des berühmten French Quarter in New Orleans, der sein Viertel in Flip-Flops und T-Shirt, mit einem Regenschirm in der Hand, begutachtete. „Ich habe ein zerbrochenes Fenster. Einige Dachziegel liegen auf der Straße, und Wasser ist hineingelaufen“, fügte der 53-jährige Apotheker im Ruhestand hinzu.

Hurrikan „Ida“: Deichsystem hat gehalten

Laut Edwards hat das nach Katrina mit viel Geld aufgebaute Deichsystem in den betroffenen Gemeinden „wirklich sehr gut gehalten, sonst hätten wir heute viel mehr Probleme.“

In anderen Gegenden war die Situation jedoch eine andere: In der Stadt Jean Lafitte, südlich von New Orleans, sagte Bürgermeister Tim Kerner, das schnell steigende Wasser habe die 2,30 Meter hohen Deiche geflutet. Mehrere Bewohner von LaPlace, das flussaufwärts von New Orleans liegt, veröffentlichten in Online-Netzwerken Hilferufe. Sie seien von den steigenden Fluten eingeschlossen.

Jacob und Jeremy Hodges stehen mitten in den Trümmern ihres Geschäftes.

Unter diesen Trümmern waren einmal das Geschäft von Jacob und Jeremy Hodges.

„Die Schäden sind wirklich katastrophal“, sagte Edwards gegenüber „Today“. Der Sturm habe „die vorhergesagte Flutwelle gebracht, und den Wind, der vorhergesagt wurde, und den Regen“. US-Präsident Joe Biden rief für Louisiana und Mississippi den Katastrophenfall aus, wodurch die Staaten Zugang zu Bundeshilfen erhalten.

Experten zufolge nehmen Wirbelstürme in ihrer Zahl und Stärke als Folge des Klimawandels und der damit zusammenhängenden Erwärmung der Meeresoberfläche zu. (afp)

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