Wenn der Ski-Spaß zur Todesfalle wird. Am Wochenende sind in Österreich mehrere Menschen bei Lawinen-Abgängen ums Leben gekommen.
Horror-WochenendeAcht Tote in Österreich – Lawinenlage weiter heikel

Copyright: ---/Hundestaffel Bergrettung/dpa
Rettungskräfte bei einem Lawinenabgang am Finsterkopf (Großarltal). In Österreich sind am Wochenende mehrere Menschen bei Lawinenabgängen gestorben.
Aktualisiert
Es ist das in dieser Saison bisher tödlichste Lawinen-Wochenende in den Alpen: Bei drei Lawinenabgängen kamen allein am Samstag (17. Januar 2026) in Österreich laut Behörden acht Menschen ums Leben.
Die Skitourengeher wurden außerhalb von Pisten von den Schneemassen verschüttet. Unter den Opfern sind drei Tschechen, wie die Polizei berichtete. Die Bergung ihrer Leichen sollte am Sonntag erfolgen.
Opfer nahmen an Kurs des Alpenvereins teil
Die Herkunft und die Identität der anderen Toten war zunächst noch unklar. Nach aktuellen Berichten soll es sich um Österreicher handeln. Sie waren Teilnehmer und Teilnehmerinnen eines Kurses des Alpenvereins.
Der Kurs habe im Rahmen eines regulären Winterausbildungsprogramms des Österreichischen Alpenvereins stattgefunden, teilte die Organisation mit. Bei dem Unglück im Großarltal im Bundesland Salzburg waren von den sieben Skitourengehern vier Teilnehmer ums Leben gekommen.
„In unseren Kursen stehen Risikokompetenz und Sicherheitsbewusstsein an oberster Stelle. Dieses Unglück schmerzt zutiefst“, sagte Jörg Randl, Leiter der Abteilung Bergsport des Österreichischen Alpenvereins. Die Organisation stehe in engem Kontakt mit den Behörden sowie den Angehörigen der betroffenen Personen. „Die alpine Gemeinschaft trauert mit den Angehörigen“, sagte Wolfgang Schnabl, Präsident des Österreichischen Alpenvereins.
58-jährige Frau vor Augen ihres Mannes unter Schneemassen begraben
Bei den Identifizierten handelt es sich demnach um drei Männer im Alter von 53, 63 und 65 Jahren. Auch eine 60-jährige Frau starb unter den Schneemassen. Behörden und Retter warnen vor einer weiterhin großen Gefahr durch Abgänge.
Am Samstagnachmittag war den Angaben zufolge eine Lawine am 2.150 Meter hohen Finsterkopf im Großarltal im Bundesland Salzburg niedergegangen. Sieben Skitourengeher seien dabei verschüttet worden. Vier Mitglieder der Gruppe konnten laut Bergrettung nur noch tot geborgen werden. Die anderen wurden teils schwer verletzt.
Kurz zuvor war eine 58-jährige Frau, die zusammen mit ihrem Ehemann unterwegs war, im Raum Bad Hofgastein von einer Lawine erfasst worden. Sie starb vor den Augen ihres Mannes unter den Schneemassen.
In der Gemeinde Pusterwald in der Steiermark kam es laut Polizei am späten Nachmittag zu einem weiteren Lawinenunglück. Sieben tschechische Skitourengeher waren in dem Gelände unterwegs, als sich eine Lawine löste. Drei von ihnen seien von der Lawine verschüttet worden, so die Polizei. Für sie kam jede Hilfe zu spät.
Die vier Begleiter, welche nicht erfasst worden waren, seien von den Einsatzkräften aus dem alpinen Gelände gebracht und notfallmedizinisch erstversorgt worden.
Große Lawinengefahr in der Region
„Die Lawinenlage ist heikel“, sagte die Sprecherin der Bergrettung weiter. Alt- und Neuschnee seien schlecht miteinander verbunden, so dass sich immer wieder Lawinen lösten. „Diese Tragödie zeigt schmerzhaft, wie ernst die aktuelle Lawinenlage ist“, sagte der Bezirksleiter der Bergrettung Pongau, Gerhard Kremser.
Bei den drei Unglücken war ein Großaufgebot an Rettern im Einsatz. Insgesamt mehr als 200 Helfer und Bergretter haben den Angaben nach geholfen, die Toten zu bergen und die Verletzten in Krankenhäuser zu fliegen.
Nach mehreren Wochen ohne Schneefällen waren in den österreichischen Alpen jüngst regional rund 20 bis 50 Zentimeter Schnee gefallen. Zuletzt wurden ein junger Tscheche und ein Mann noch unbekannter Identität bei zwei Lawinenunglücken im freien Skiraum getötet. Die Behörden appellieren immer wieder an die Skitourengeher, äußerst vorsichtig zu sein.
Trotz der eigentlich überschaubaren Schneehöhen ist die Situation teils brisant. Wie der Lawinenwarndienst schreibt, kann das Gewicht eines einzelnen Skifahrers ausreichen, ein Schneebrett auszulösen. „Lawinengefährdete Gebiete befinden sich in allen Ausrichtungen oberhalb von etwa 2000 m. Diese Gebiete sind zahlreich“, heißt es auf der Webseite des Warndienstes. „Sie sind mit Neuschnee bedeckt und daher selbst für das geübte Auge kaum erkennbar.“ (dpa)
