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Schuldig!Frau ermordet Ehemann und schreibt Kinderbuch über Trauer

Fläschchen mit Totenkopf.

Copyright: IMAGO/Christian Ohde

Kouri Richins wurde schuldig gesprochen, ihren eigenen Ehemann mit Gift getötet zu haben. (Symbolbild)

Aktualisiert

Sie soll ihren Mann mit Gift getötet haben – kurz danach veröffentlicht sie ein Kinderbuch über Trauer. Ein Fall, der fassungslos macht.

Laut „The Guardian“ ist im US-Bundesstaat Utah ein besonders erschütternder Mordfall aufgeklärt worden: Kouri Richins wurde schuldig gesprochen, ihren eigenen Ehemann getötet zu haben. Die Geschworenen folgten damit der Darstellung der Anklage, wonach sie ihm eine tödliche Dosis des hochgefährlichen Schmerzmittels Fentanyl verabreicht haben soll – demnach mischte sie das Gift in einen Cocktail, einen „Moscow Mule“, den sie ihm servierte.

Kouri Richins soll ihren Ehemann mit Fentanyl vergiftet haben

Der Fall sorgt vor allem wegen seiner perfiden Inszenierung für weltweites Entsetzen. Nach dem plötzlichen Tod ihres Mannes trat Richins öffentlich als trauernde Witwe auf, kümmerte sich um ihre Kinder und erhielt viel Mitgefühl aus ihrem Umfeld. Nach außen schien sie eine Frau zu sein, die mit einem schweren Schicksalsschlag zurechtkommen muss.

Doch parallel verdichteten sich die Ermittlungen gegen sie. Besonders brisant: Kurz nach dem Tod ihres Mannes veröffentlichte Richins ein Kinderbuch über Trauer mit dem Titel „Are You with Me?“ („Bist du bei mir?“). Darin beschreibt sie, wie Kinder den Verlust eines geliebten Menschen verarbeiten können – während die Behörden bereits einen Mordverdacht prüften.

Eiskalte Giftmörderin schrieb Kinderbuch über Trauer

Im Prozess wurden mehrere belastende Details bekannt. Laut Anklage soll es bereits zuvor einen weiteren Versuch gegeben haben, ihren Mann mit Gift zu töten. Zudem wurden Internet-Suchen thematisiert, die sich mit tödlichen Dosierungen und der Wirkung von Substanzen beschäftigten und als Indizien gewertet wurden.

Als mögliches Motiv steht vor allem Geld im Raum. Richins soll mit erheblichen finanziellen Problemen zu kämpfen gehabt haben und sich durch den Tod ihres Mannes Vorteile erhofft haben. Die Jury sah die Beweislage als ausreichend an und sprach sie schuldig – nun droht ihr eine langjährige Haftstrafe bis hin zu lebenslang.

Bei der Urteilsverkündung selbst zeigte die Angeklagte kaum Regung. Sie blieb äußerlich gefasst, vermied den Blickkontakt und starrte zeitweise zu Boden. Während der Richter das Urteil verlas, soll sie lediglich tief durchgeatmet haben. Eine sichtbare emotionale Reaktion, ein Ausbruch oder gar ein Zusammenbruch blieben aus. (jag)

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