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„Wir hatten keine Ahnung“Erklärung für mysteriöse kreisförmige Objekte im Weltall gefunden

Auf dem Foto ist einer der ORCs zu sehen, es leuchtet grünlich.

Copyright: MeerKAT

Das Teleskop MeerKAT hat es geschafft, ein Foto der seltsamen Radiokreise zu schießen.

Jahrelang tappte die Forschung im Dunkeln. Doch jetzt wurde eine Erklärung für die mysteriösen kreisförmigen Objekte im Weltall gefunden. Was sind sie und wie sind sie entstanden?

Vor etwa drei Jahren wurden mysteriöse leuchtende Kreise im Weltraum entdeckt. So etwas haben die Forscherinnen und Forscher noch nie gesehen. Jahrelang blieb diese seltsame Entdeckung unaufgeklärt, doch jetzt gibt es neue Erkenntnisse.

Der Entdecker der Kreise, Ray Norris, hat alles daran gesetzt, seinen Fund aufzuklären. Wo kommen diese rätselhaften Kreise her? Können sie Schaden anrichten? Und vor allem: Was sind diese Ringe überhaupt?

Kreisförmige Objekte im Weltraum entdeckt

„Die Ringe waren anders als alles, was wir zuvor gesehen hatten, und wir hatten keine Ahnung, was sie waren“, schreibt Norris in seinem Artikel. Diesen hat er auf „The Conversation“ veröffentlicht, einer Website für wissenschaftliche Veröffentlichungen.

Demnach handelt es sich bei den Kreisen um Radiowellen. Das Forscherteam gab ihnen den Namen „Odd Radio Circles“ (übersetzt: seltsame Radiokreise), kurz ORCs. Durch Daten des südafrikanischen Teleskops „MeerKAT“ gelang es ihnen, die ORCs besser zu erforschen.

Was sind ORCs?

Durch nähere Untersuchungen konnte festgestellt werden, dass die ORCs immer auf eine Galaxie zentriert sind. Allerdings sind diese Galaxien sehr schwach, weshalb sie vorher nicht entdeckt wurden. Tatsächlich handelt es sich bei den ORCs auch viel mehr um Kugeln als um Kreise. Die Ringe scheinen nämlich die Ränder einer kugelförmigen Hülle zu sein, die die Galaxie umgibt.

„Die ORCs sehen nur wie Ringe statt Kugeln aus, weil die Kugel an den Rändern (wo sich entlang der Sichtlinie mehr Material befindet) heller erscheint – ähnlich wie bei einer Seifenblase“, schreibt Norris.

Mit bloßem Auge können die Kugeln aber nicht gesehen werden, da das menschliche Auge keine Radiowellen erkennen kann – vor allem nicht bis in den Weltraum. Spezielle Teleskope wie das „MeerKAT“-Teleskop können die Radiowellen aber durch verschiedene Aufnahmen sichtbar machen.

Wie genau entstehen ORCs?

Die Geburtsstunde der ORCs ist der Zeitpunkt, an dem es zu einer Explosion im Zentrum einer Galaxie kommt. Diese Explosion kollidiert mit dem dünnen Gas außerhalb der Galaxie. Die Radiowellen entstehen dann dadurch, dass die durch die Stoßwelle aktivierten Elektronen sich spiralförmig um das Magnetfeld drehen. Tatsächlich sind die ORCs so riesig, dass sie bei ihrer Entstehung sogar andere Galaxien verschlucken.

Da stellt sich die Frage, wie es überhaupt zu einer solch starken Explosion in der Galaxie kommt, die eine so gigantische Reaktion auslösen kann. Dafür kann es zwei Gründe geben:

  1. Zwei schwarze Löcher verschmelzen miteinander. Das lässt Unmengen an Energie frei.
  2. Die Galaxie durchläuft ein „Starburst“-Ereignis. Hierbei werden Millionen von Sternen plötzlich aus dem Gas in der Galaxie geboren, was heißes Gas aus der Galaxie ausströmen lässt und eine kugelförmige Schockwelle verursacht.

Noch immer ist das Geheimnis um die ORCs nicht komplett gelüftet. Neben der rätselhaften Entstehung wurden noch seltsame gekrümmte Filamente im Inneren der Kugel entdeckt, die die Forscherinnen und Forscher vor weitere Fragen stellen. Es bleibt also weiterhin spannend, und größere Forschungen zu dem Thema laufen bereits. (sai)

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