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Alarm in den NotaufnahmenEis-Chaos sorgt für Klinik-Kollaps

Frau bückt sich über herabgefallene Blätter

Frau bückt sich, Sinnbild für die Glättegefahr (Symbolbild).

Knochenbrüche und überfüllte Praxen: Das eisige Wetter lähmt die Bundesrepublik.

Stürze auf vereisten Gehwegen führen immer häufiger direkt in die Klinik. Bundesweit sind die Notfallambulanzen am Limit, weil das Winterwetter eine regelrechte Patientenflut auslöst. Von kaputten Handgelenken bis zu beschädigten Hüften – die Aufzählung der Blessuren durch die Glätte ist endlos.

Der Leiter der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), Gerald Gaß, bestätigt einen „deutlichen Anstieg der Patientenzahlen“. Aber damit nicht genug. Parallel dazu haben die Krankenhäuser mit massenhaften Atemwegsinfekten zu tun, welche sowohl die Behandelten als auch die Belegschaft außer Gefecht setzen. Das Resultat ist eine stetig wachsende Zahl an Krankmeldungen unter dem Personal. Eine „spürbare Mehrbelastung“ für die Krankenhäuser sei die Konsequenz, mahnt Gaß. Das berichtet „DER SPIEGEL“.

Überfüllung herrscht ebenso in den Praxen der Allgemeinmediziner. Gegenüber den RND-Zeitungen erzählt Markus Beier, der Vorsitzende des Hausärzteverbands, von einer wachsenden Anzahl an Personen, die nach Unfällen auf eisigen Wegen versorgt werden müssen. Häufig sind neben Hüften und Handgelenken auch der Kopf und die Schultern in Mitleidenschaft gezogen. Eine dringende Mahnung zur besonderen Vorsicht spricht Beier speziell gegenüber Senioren aus.

Zudem bahnt sich bereits die nächste Infektionswelle an. „Der Winter ist noch lang, und wir rechnen noch einmal mit einem deutlichen Anstieg der Infekte in den kommenden Wochen“, so Beier. Die Influenza-Epidemie, welche heuer zeitig startete, ist anscheinend noch nicht überstanden. Der Arzt appelliert, sich impfen zu lassen, moniert jedoch zugleich, dass in einigen Gebieten bereits seit Mitte Dezember die Grippe-Vakzine zur Neige gehen.

Eine Entspannung der Lage ist nicht absehbar – ganz und gar nicht! Am Wochenende braut sich was zusammen, weil das Tiefdruckgebiet „Elli“ direkt auf Zentraleuropa zusteuert und zusätzlich Schnee sowie Eis mitbringt. Adrian Leyser Sturm, ein Fachmann vom Deutschen Wetterdienst (DWD), redet sogar von einem „echten Wetterkrimi“.

Speziell der nördliche Teil von Deutschland sollte sich auf einiges gefasst machen. „Im Streifen von der Nordsee bis in den Osten hinein können verbreitet um die zehn oder regional bis zu zwanzig Zentimeter Neuschnee zusammenkommen“, erklärt Leyser Sturm. Starker Wind könnte die Schneemassen zu riskanten Schneeverwehungen auftürmen und ein Durcheinander auf den Verkehrswegen verursachen.

Diese frostigen Prognosen zeigen schon jetzt erste Auswirkungen. Aufgrund der prognostizierten extremen Wetterlage sind in Hamburg diverse Beisetzungen storniert worden. In manchen Landkreisen, zum Beispiel in Niedersachsen, findet kein Unterricht vor Ort statt, weil der sichere Schülertransport per Bus nicht mehr garantiert ist. Ebenso hält Hamburg ein allgemeines „Schneefrei“ für möglich. (red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.