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Corona-Lockerungen Beunruhigende Entwicklung in Australien – droht uns im Winter gleiches Szenario?

Ein kleiner Junge hält sich ein Taschentuch an die Nase. Nach den Corona-Lockerungen könnte Europa eine neue Grippewelle bevorstehen.

Nach den Corona-Lockerungen könnte Europa eine neue Grippewelle bevorstehen. Das Foto vom 24. Januar 2014 ist ein Symbolbild.

Die weltweiten Corona-Lockerungen könnten zur Ausbreitung zahlreicher weiterer Krankheiten führen. Droht Europa bald eine neue Welle?

Steht uns in Europa eine heftige Grippewelle bevor? Die strengen Corona-Maßnahmen mit speziellen Abstandregeln und Maskenpflicht hatten zur Folge, dass sich andere Krankheiten deutlich geringfügiger ausgebreitet haben. Nach den weltweiten Lockerungen könnte das Influenza-Virus nun zurückschlagen.

Die Behörden in Australien melden im Zuge der Corona-Lockerungen eine starke Grippewelle in vielen Teilen des Landes. Auf der Südhalbkugel bricht gerade der Winter an – und der frühe und heftige Ausbruch könnte ein Vorzeichen dafür sein, was in Europa in der kalten Jahreszeit zu erwarten ist.

Starke Grippewelle in Australien als Folge der Corona-Lockerungen

Laut Zahlen des australischen Gesundheitsministeriums wurden von Januar bis November 2021 nur 598 Influenza-Fälle vom Labor in Down Under gemeldet. Von Januar bis zum 22. Mai 2022 waren es bereits mehr als 38. 700 Fälle. Mehr als 26. 000 davon wurden zwischen dem 9. und 22. Mai verzeichnet, was zeigt, wie steil die Kurve ansteigt.

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Besonders stark betroffen sind die östlichen Bundesstaaten New South Wales, Victoria und Queensland. Alle drei Regionen kündigten kostenlose Grippeimpfungen an, damit sich möglichst viele Bürger und Bürgerinnen immunisieren lassen.

„Die Grippesaison in diesem Jahr ist sehr schlimm und vergleichbar mit den Zahlen, die wir 2017 hatten“, sagte die Premierministerin von Queensland, Annastacia Palaszczuk. „Wir müssen jetzt mit einem Präventivschlag reagieren und sicherstellen, dass wir vorbeugende Maßnahmen treffen.“

Die Grippewelle 2017 war besonders heftig: Damals waren in Australien mehr als 1200 Menschen an dem Virus gestorben. In Deutschland grassierte 2017/2018 laut Robert Koch-Institut (RKI) sogar die heftigste Grippewelle seit Jahrzehnten. Schätzungen zufolge starben dabei etwa 25. 000 Menschen.

Harter Winter in Europa? Krankheiten könnten sich ausbreiten

Dagegen verliefen die beiden letzten Grippesaisons nach RKI-Daten extrem verhalten: Nach dem pandemiebedingten Ausfall der Ansteckungswelle im Winter 2020/21 reichten auch die Fallzahlen der Saison 2021/22 nicht an frühere Zeiten heran.

Seit Oktober 2021 seien insgesamt rund 14. 400 im Labor bestätigte Influenzafälle übermittelt worden, hielt die RKI-Arbeitsgemeinschaft Influenza in ihrem jüngsten Bericht für die Woche vom 16. bis 22. Mai fest. Bei Grippe wird aber generell eine hohe Dunkelziffer nicht gemeldeter Fälle angenommen.

Auffallend ist in diesem Jahr: Noch nach den Osterferien breiteten sich Influenzaviren dem Bericht zufolge bei Kindern zunehmend aus. Seit der Woche ab 25. April sehen die RKI-Experten und -Expertinnen eine gering erhöhte Influenza-Aktivität. (dpa/gr)

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