Zwei Cousins, ein Titel: Im Hause Savoyen fliegen die Fetzen um eine bedeutungslose Krone
Bizarrer Royal-StreitCousins kämpfen um die Führung im längst abgeschafften Königshaus

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Im ehemaligen italienischen Königshaus Haus Savoyen tobt ein Streit um die Führung der Familie. (Archivbild)
Im einstigen Königshaus von Italien, dem Haus Savoyen, ist ein alter Familienstreit um die Führungsposition wieder voll entbrannt. Aimone di Savoia (58) untermauerte laut einer Erklärung seinen Anspruch als Oberhaupt der Dynastie, die zwischen 1861 und 1946 die Herrscher Italiens stellte. Er positioniert sich damit klar gegen seinen Cousin Emanuele Filiberto di Savoia (53), der sich ebenso als legitimer Chef des früheren Königshauses betrachtet.
Wie die dpa meldet, schwelt die Auseinandersetzung bereits seit 2006, wer der rechtmäßige Nachfolger des letzten italienischen Monarchen Umberto II. ist. Dessen Sohn Vittorio Emanuele wurde in diesem Jahr nach zahlreichen Skandalen und einer weiteren Festnahme von einem Ehrengremium der Savoyer gegen seinen Willen als Familienoberhaupt abgesetzt. Das Komitee ernannte stattdessen seinen Cousin Amedeo di Savoia-Aosta zum Nachfolger.
Der Zoff wird an die Söhne vererbt
Nachdem Amedeo im Jahr 2021 verstarb, erhob dessen Sohn Aimone Anspruch auf den Titel. Seit dem Tod von Vittorio Emanuele im Jahr 2024 sieht sich allerdings dessen Sohn Emanuele Filiberto als Chef. Seither stehen sich die beiden Cousins unversöhnlich im Kampf um die Führung der Dynastie gegenüber.
In seiner neuesten Stellungnahme beschuldigt Aimone seinen Cousin, die traditionellen Regeln der Dynastie zu missachten und eigenmächtig vorzugehen. Gleichzeitig hebt er hervor, dass der Disput dem Ruf der Familie schadet. Er habe seinem Cousin zudem vorgeschlagen, die konkurrierenden Ansprüche und Adelstitel vorläufig «einzufrieren» und sich Aufgaben sowie repräsentative Rollen zu teilen. Emanuele Filiberto lehnte dies jedoch ab.
Aimone beharrt auf seinem Anspruch
Aimone fühle sich daher aus Respekt vor den Gesetzen des Hauses «verpflichtet, meinen dynastischen Status und meine Rolle als Oberhaupt des Hauses mit all ihren Vorrechten zu bekräftigen und zu bestätigen».
Politische Bedeutung hat der ganze Zoff nicht. Die italienische Bevölkerung hatte 1946 in einer Volksabstimmung ihre Monarchie beendet und sich für die Republik entschieden. Der Konflikt im Hause Savoyen ist daher politisch irrelevant. In Italien wird der Streit mit Argwohn verfolgt. Die Zeitung «La Stampa» warf den beiden Cousins angesichts aktueller Krisen «Realitätsverlust und Verblendung gegenüber den Problemen und Zukunftsängsten der Bevölkerung» vor. (red)
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