Bielefelder Terror-ProzessJunge Frau (27) durchlebt den Horror-Angriff vor Gericht erneut

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Spurensicherung am Tatort vor einer Bar. (Archivbild)
Bielefelder Terror-Prozess: Junge Frau (27) durchlebt den Horror-Angriff vor Gericht erneut
Die furchtbaren Bilder sind zurück, zehn Monate nach der vermuteten Terror-Attacke von Bielefeld. Eine 27-jährige Taxifahrerin hat jetzt vor dem Oberlandesgericht in Düsseldorf die schrecklichen Momente beschrieben, die alles auf den Kopf stellten.
Die junge Frau ist nach wie vor arbeitsunfähig und befindet sich weiterhin in Therapie, wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) berichtet. In der Nacht des Angriffs bemerkte sie aus den Augenwinkeln eine Gestalt, die sich näherte. „Ich habe mir nichts dabei gedacht, aber dann den Ausruf ‚Allahu akbar‘ gehört und im Arm etwas gespürt.“
„Das ging so schnell“: Zeugin schildert den Angriff
Es passierte alles unglaublich rasant. „Der Ausruf kam und dann kam auch schon der Stich. Das ging so schnell. Gespürt habe ich zwei Stiche“, erklärte die Zeugin. Direkt im Anschluss stürzte ihr Freund vor ihr zu Boden. „Ich habe ihn hochgehoben und wir sind ins Cutie.“ So heißt die Kneipe, vor der die Attacke stattfand.
Ihr Freund habe laut gerufen, dass er verletzt wurde. Sofort eilten mehrere Personen zu ihm. In diesem Augenblick war alles andere unwichtig: Der Adrenalinschub ließ sie ihre eigene Wunde komplett ignorieren. Ihre Sorge galt nur ihrem Freund, dessen Augen sich schlossen. Ihr einziger Gedanke: „Nicht, dass der vor unseren Augen stirbt“.
Lebensgefahr: Junge Frau verlor die Hälfte ihres Blutes
Sie realisierte erst, dass sie selbst blutete, als ein junger Mann beruhigend auf sie einredete. Ein Beamter legte ihr einen Druckverband am Arm an, noch ehe der Rettungsdienst eintraf. Und dann der nächste Schock: eine zusätzliche Wunde an der Seite ihres Brustkorbs.
Das ganze Ausmaß ihrer eigenen schweren Verletzungen wurde erst danach deutlich. Eine Arterie in ihrem Arm war durchtrennt. Die 27-Jährige verlor die Hälfte ihres gesamten Blutvolumens und schwebte in akuter Lebensgefahr. Aufgrund des Stichs in die Lunge sahen die Mediziner außerdem die Gefahr eines Herzstillstands.
Die Angst bleibt: „Gehe nicht alleine raus, wenn es dunkel ist“
Die Attacke hat auch zehn Monate danach tiefe psychische Spuren hinterlassen. Ihre tägliche Furcht beschrieb die 27-Jährige so: „Wenn es dunkel ist, gehe ich nicht alleine raus. Ich scanne die Leute in meiner Umgebung und ich kann nicht ab, wenn jemand hinter mir geht“. Sie habe massive Einschlafstörungen und erwache nachts schweißgebadet. Ihre Beschwerden hätten sich nicht gebessert, sondern eher verschlimmert.
Die Bundesanwaltschaft hat gegen einen 36 Jahre alten Syrer Anklage wegen versuchten Mordes in vier Fällen erhoben. Hintergrund ist der mutmaßliche Messerangriff mit islamistischem Motiv. Die Behörde geht davon aus, dass der Mann ein IS-Terrorist ist. (red)
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