Unwetter in NRW bleiben aus Keine neue Katastrophe – Aufatmen in Flutgebieten

Zeitweise zog sich der Himmel zu (hier ein Archivfoto), doch die Unwetter blieben zum Glück aus.

Zeitweise zog sich der Himmel zu (hier ein Archivfoto), doch die Unwetter blieben zum Glück aus.

Die Folgen der Flutkatastrophe in NRW sind noch lange nicht beseitigt. Sorge bereiteten Ankündigungen von neuen Unwettern in der Region. Doch die blieben aus.

Erftstadt/Düsseldorf. Die Städte und Kreise in den von der Flutkatastrophe besonders betroffenen Gebieten in NRW hatten sich auf den angekündigten Starkregen an diesem Wochenende gründlich vorbereitet. Am Sonntagnachmittag (25. Juli) kam dann die Entwarnung.

Die Nacht zum Sonntag ist in den Hochwassergebieten in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen - entgegen vorheriger Befürchtungen - nahezu trocken geblieben. Nach einigen Niederschlägen am Samstagnachmittag habe es in der Nacht in den Regionen kaum noch geregnet, sagte eine Sprecherin vom Deutschen Wetterdienst (DWD) am Sonntagmorgen (25. Juli).

Beispielsweise in der Nordeifel seien am Samstag im Schnitt fünf bis zehn Liter Regen pro Quadratmeter gefallen. Die Sprecherin betonte aber auch, dass in der jetzigen Situation schon kleine Mengen Niederschlag zum Problem werden könnten, da Abflüsse verstopft und die Kanalisationen beschädigt sind.

Wir halten Sie hier über die aktuelle Wetterlage in NRW auf dem Laufenden.

Sonntag (25.07.2021):

  • Große Erleichterung in Nordrhein-Westfalen: Alle vom Jahrhundert-Unwetter vor rund zehn Tagen heimgesuchten Regionen sind trotz vereinzelter Starkregenfälle von einer weiteren Katastrophe verschont geblieben. „Dem Lagezentrum sind keine herausragenden Unwettereinsätze bekannt“, bilanzierte eine Sprecherin des nordrhein-westfälischen Innenministeriums am Sonntag.
  • Auch aus den meisten Feuerwehren, Polizeileitstellen sowie Kreisverwaltungen wurde gemeldet: „keine besonderen Einsätze“. Wolfgang Andres, Sprecher des zuvor besonders stark betroffenen Kreises Euskirchen, sagte der Deutschen Presse-Agentur in Düsseldorf, jetzt könnten viele aufatmen, die sich wegen der erneuten Gewitter- und Starkregen-Prognosen Sorgen gemacht hätten.
  • Nach einem örtlich nebligen Start in den Sonntag (25.Juli) wird es am Vormittag bei einem Wechsel von Sonne und Wolken weitgehend trocken bleiben. Allerdings ist die Gefahr noch nicht gebannt.
  • Das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz ermahnte die Bürger: „Stellt die Arbeiten an den Gewässern ein, wenn der Regen kommt.“ Lokaler Starkregen könne an Gewässern, bei denen der Abfluss durch Sand- oder Kiesbänke, Bäume und anderen Unrat der vergangenen Unwetter ohnehin schon beeinträchtigt sei, plötzlich zu lokalen Überschwemmungen führen.

Samstag (24.07.2021):

  • In Nordrhein-Westfalen rechnet der Deutsche Wetterdienst (DWD) für dieses Wochenende mit keiner neuen Unwetter-Katastrophe. In einzelnen, schon von Hochwasser geschädigten Gebieten könne es aber ab Samstagabend punktuell zu Problemen kommen. Denn die Regenfälle würden sich anders auswirken als noch vor zehn Tagen. Wegen der Wetterlage könnten die Helfer nicht so intensiv arbeiten wie zuvor. Dies soll laut Hermann für eine konzentrierte Abfall-Abfuhraktion genutzt werden. Ziel sei es, die sich am Straßenrand auftürmenden Müllberge so schnell wie möglich zu beseitigen. Denn sie seien einerseits ein Seuchenherd, andererseits störten sie den Verkehr. Zudem werde der Platz benötigt, um die Kanalisation spülen zu können.
  • In NRW könnte es zu Problemen kommen, wenn etwa größere Regenmengen Unrat zu den Abflüssen spülten und diese somit verstopften. Auf vielen Straßen liegen noch Berge von Sperrmüll. Das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz ermahnte die Bürger: „Stellt die Arbeiten an den Gewässern ein, wenn der Regen kommt.“ Lokaler Starkregen könne an Gewässern, bei denen der Abfluss durch Sand- oder Kiesbänke, Bäume und anderen Unrat der vergangenen Unwetter ohnehin schon beeinträchtigt sei, plötzlich zu lokalen Überschwemmungen führen.
  • Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hat in seinem Warnlagebericht für Nordrhein-Westfalen (Stand 14.28 Uhr) für Samstagnachmittag und -abend gebietsweise einzelne, teils kräftige Gewitter vorhergesagt. Dabei seien auch lokal eng begrenzt Unwetter durch heftigen Starkregen mit Mengen zwischen 25 und 40 Litern pro Quadratmeter in kurzer Zeit möglich. Dann könnten in mehreren Stunden örtlich auch um 60 l/qm fallen. Vereinzelt werde es auch Sturmböen um 80 km/h (Bft 9) und kleinkörnigen Hagel geben. Eine genaue Lokalisierung der Schwerpunkte wird - wenn überhaupt - nur sehr kurzfristig möglich sein.
  • Auch am Sonntag kann es dann laut DWD erneut gewittern. Dabei trete wieder örtlich Starkregen um 25 l/qm, Hagel um 2 cm sowie Sturmböen um 80 km/h (Bft 9) auf. Am Abend und in der Nacht sollen die Gewitter langsam abklingen.

So wappnet NRW sich für die mögliche Unwetter

Freitag (23.07.2021):

  • Die Feuerwehr der Stadt Hagen gab am Freitag nach Angaben einer Stadtsprecherin erste Informationen über die Warn-App NINA an die Bevölkerung. Unter anderem werde davor gewarnt, bei Hochwasser in Keller oder Tiefgaragen zu gehen oder über überflutete Straßen zu fahren. Feuerwehr und Krisenstab seien in erhöhter Alarmbereitschaft, sagte die Sprecherin.
  • Die von der Flutkatastrophe getroffene Stadt Solingen sieht sich für mögliche weitere starke Regenfälle am Wochenende vorbereitet. Die Feuerwehr in Solingen appellierte, Ruhe zu bewahren. Es gebe derzeit keine Warnungen des Deutschen Wetterdienstes für den Raum Solingen. Trotzdem seien alle Akteure gerüstet für den Fall, dass die Regenfälle doch stärker ausfallen sollten. Mögliche Gefahrenstellen wie beschädigte Straßen oder Brücken, an denen noch Schwemmgut liege, habe man besonders im Blick. 2300 Sandsäcke stünden für den Notfall bereit. Komme es tatsächlich zu Starkregen, solle man Bereiche meiden, die in der vergangenen Woche vom Hochwasser geflutet worden waren.
  • Der Rheinisch-Bergische Kreis wies die Feuerwehren im Kreis am Freitag an, das Wetter am Wochenende zu beobachten. „Am Samstag und in der Nacht zu Sonntag sind weitere Regenfälle und Gewitter sowie lokale Unwetter mit Starkregen oder größerem Hagel nicht auszuschließen“, teilte Kreisbrandmeister Wolfgang Weiden mit. 
  • In der Städteregion Aachen rechnet man am Wochenende trotz des angekündigten Starkregens nicht mit weiteren Überflutungen. Der Wasserverband habe durch eine erhöhte Wasserabgabe in den Talsperren Platz für den zusätzlich erwarteten Regen geschaffen, teilte die Städteregion am Freitag mit. „Die Niederschläge können dadurch voraussichtlich vollständig aufgenommen werden.“ Örtlich sei jedoch mit Starkregen und dadurch auch mit Wassereinbrüchen in Kellern zu rechnen.
  • Der stellvertretende Kreisbrandmeister Jürgen Förster warnte daher die Bürgerinnen und Bürger: „Sollte es dazu kommen, dass Wasser in die Kellerräume dringt, schalten Sie bitte elektrische Geräte und Heizungen in Räumen, die volllaufen können, ab. Denken Sie an die Stromschlaggefahr.“ Zudem sollten sich die Menschen nicht im Keller oder in Tiefgaragen aufhalten, wie Förster weiter mitteilte. Bei mehr als 30 Zentimeter Wasserhöhe sollte demnach die Feuerwehr gerufen werden. (dpa)

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