Das Veterinäramt des Rhein-Sieg-Kreises hat 28 Pferde gerettet. Sie waren verwahrlost und schlecht versorgt. Der Halter ist bereits bekannt.
Tier-Horror in NRWPferde stehen im tiefem Matsch – Kot-Platten im Fell

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Das Kreisveterinäramt hat insgesamt 28 verwahrloste Pferde in Königswinter gerettet. Die Tiere standen teils im tiefen Matsch.
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Es sind Bilder, deren Anblick nur schwer zu ertragen sind: Pferde stehen im tiefen Matsch, an ihrem Fell kleben große, eingetrocknete Kot-Platten, ihre Hufe sind viel zu lang. Horror in Königswinter bei Bonn!
Jetzt sind die Tiere gerettet worden. Das zuständige Veterinäramt des Rhein-Sieg-Kreises hat durchgegriffen und den Pferdebestand aufgelöst, wie am Mittwoch (18. März) bekannt wurde. Der Halter habe bereits in der Vergangenheit zahlreiche und schwerwiegende Tierschutzverstöße begangen, heißt es.
Pferde-Elend in Königswinter: Halter kam Auflage nicht nach
Im letzten Jahr hatten Mitarbeitende des Kreisveterinäramtes bereits sechs Tiere, deren Zustand am schlimmsten war, sofort aus dem Bestand genommen. Gegen den Halter wurde ein Pferdehaltungs- und Betreuungsverbot erlassen. Er bekam außerdem die Auflage, den gesamten Pferdebestand innerhalb einer Frist vollständig aufzulösen.
Weil er das nicht machte, schritt das Kreisveterinäramt erneut ein. Mitarbeitende brachten die verbliebenen 28 Tiere an einem anderen Ort unter, an dem sie versorgt werden.
„Der Zustand als auch die Unterbringung und Pflege der Pferde am Tag der Bestandsauflösung waren weiterhin stark tierschutzwidrig“, sagte ein Sprecher des Rhein-Sieg-Kreises.
Unter welch elendigen Bedingungen mussten die Pferde nur leben? Sie hatten unter anderem keine trockenen Liegeflächen und der angefallene Kot war zu großen Haufen aufgetürmt. Auch der Ernährungszustand vieler Tiere war laut Kreisveterinäramt schlecht, ihr Fell ungepflegt.

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Die Pferde sind vernachlässigt und viele auch in einem schlechten Ernährungszustand.
Jetzt werden sie aufgepäppelt, anständig versorgt, tierärztlich untersucht und gegebenenfalls behandelt. Auch werden sie einem Hufschmied vorgestellt, weil bei vielen die Hufe nicht nur deutlich zu lang, sondern auch teilweise bereits stark ausgebrochen sind.
Wie es für die Pferde weitergeht, entscheidet sich in den kommenden Wochen. Der Kreissprecher: „Möglich ist eine Veräußerung durch das Kreisveterinäramt, oder der Halter bekommt die Möglichkeit, kurzfristig selbst neue Eigentümerinnen oder Eigentümer zu finden.“
Er stellt aber klar: „Zurück an den Halter gehen die Pferde aufgrund der schwerwiegenden Tierschutzverstöße und des Haltungs- und Betreuungsverbotes nicht.“


