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Gewalt in der NotaufnahmeKlinik greift durch – Bodycams sollen Personal schützen

Klinikum Dortmund testet den Einsatz von Bodycams.

Copyright: Bernd Thissen/dpa

Das Klinikum Dortmund testet derzeit Bodycams für das Personal der Notaufnahme.

Das Klinikum Dortmund erprobt als erste Klinik in Deutschland die kleinen Kameras.

Sie werden zur Zielscheibe für Aggression und Pöbeleien: die Beschäftigten in den Notaufnahmen. Um sein Personal vor Beleidigungen und sogar tätlichen Angriffen besser zu schützen, greift das Klinikum Dortmund nun zu einer drastischen Methode und testet als bundesweit erstes Krankenhaus den Einsatz von Bodycams.

Nach nur vier Wochen des dreimonatigen Tests gibt es erste positive Signale, so meldet es die „dpa“. Thorsten Stohmann, der die Zentrale Notaufnahme leitet, schilderte, dass allein die Androhung, die kleine Kamera am Kittel zu aktivieren, oft schon ausreichte, um eine hitzige Lage zu deeskalieren.

„Wir haben die Erfahrung gemacht, dass allein das Tragen der Cams tatsächlich nicht nur auf das Gegenüber deeskalierend wirkt, sondern auch bei uns dazu führt, dass wir uns ein bisschen sicherer fühlen“, fügt Christian Eggers hinzu, der für die Notaufnahme am Klinikstandort Nord verantwortlich ist.

Klare Regeln für den Kamera-Einsatz

Seit etwa vier Wochen dürfen die Mitarbeiter in den vier Notaufnahmen des Krankenhauses die Kameras mit sich führen. Aktiviert werden sie, wenn Auseinandersetzungen mit Patienten oder Wartenden zu eskalieren drohen. Ganz wichtig: Bei der medizinischen Versorgung oder in diskreten Unterhaltungen wird nicht gefilmt.

Zudem muss die Aktivierung der Kamera klar angesagt werden. Das gesamte Vorhaben ist vorab juristisch geprüft und mit der Personalvertretung akkordiert worden. Ein separater Alarmknopf an der Kamera bietet zusätzliche Sicherheit.

Arbeitsdirektor: „Es reicht. Wir wollen einen Schutz“

Anlass für die Maßnahme ist die Zunahme von Aggressionen gegen Klinikpersonal, wie Michael Kötzing, der Arbeitsdirektor des Hauses, erklärt. Auch wenn es sich nur um eine kleine Minderheit von Patienten handle, die sich danebenbenimmt, sei für genau diese Situationen eine effektive Vorbeugung nötig.

Beschimpfungen seien alltäglich, und sogar körperliche Attacken wie Bisse, Schläge und Tritte seien viel zu oft der Fall. Kötzing wird deutlich: „Es reicht. Wir wollen einen Schutz für unsere Beschäftigten.“

Die Kameras am Körper sind jedoch nur ein Baustein eines umfassenden Sicherheitskonzepts. Ein Wachdienst ist bereits vor Ort und soll nach Wunsch der Leitung bald 24 Stunden am Tag präsent sein. Zusätzlich werden Schulungen zur Deeskalation und Selbstverteidigung angeboten sowie Umbauten an den Eingängen vorgenommen. Bewährt sich der Test, könnte der Kameraeinsatz auf weitere Bereiche der Klinik ausgedehnt werden. (red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.

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