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Säure-Anschlag auf Manager in NRW Gericht fällt Urteil gegen 42-Jährigen

Bernhard Günther wurde bei dem Säure-Anschlag schwer verletzt. Unser Foto zeigt ihn 2020 mit einem Verband um den Kopf.

Bernhard Günther wurde bei dem Säure-Anschlag schwer verletzt. Unser Foto zeigt ihn 2020 mit einem Verband um den Kopf.

Mit Schwefelsäure haben zwei Männer im März 2018 den Manager Bernhard Günther schwer verätzt. Jetzt wurde ein 42-Jähriger dafür zu einer langjährigen Haftstrafe verurteilt. Aber wird der Fall jemals vollständig aufgeklärt?

Nach der Säureattacke auf den Energiemanager Bernhard Günther in Haan bei Düsseldorf muss ein 42-jähriger Belgier für zwölf Jahre in Haft. Das Landgericht Wuppertal verurteilte ihn am Donnerstag wegen absichtlicher schwerer und gefährlicher Körperverletzung. Der Angeklagte hatte bis zum letzten Verhandlungstag seine Unschuld beteuert: Er sei an der Tat nicht beteiligt gewesen.

Die Ermittlungen gegen einen zweiten Verdächtigen waren eingestellt worden. Der Kampfsportler war mangels ausreichender Beweise wieder freigelassen worden, obwohl Günther aussagte, ihn wiedererkannt zu haben.

Manager Bernhard Günther von zwei Männern mit Säure angegriffen

Der mittlerweile 55-jährige Spitzenmanager Günther war am 4. März 2018 in der Nähe seines Hauses in Haan bei Wuppertal von zwei Männern angegriffen, mit hochkonzentrierter Schwefelsäure überschüttet und schwer verätzt worden.

Er wurde mehrfach operiert. Augenlider und Teile seiner Gesichtshaut mussten transplantiert werden. Zahlreiche weitere Operationen stünden ihm noch bevor. Er verlasse sein Haus nur selten ungeschminkt, berichtete er in dem Prozess.

Säure-Anschlag: Handschuh mit DNA-Spuren am Tatort gefunden

Der Vorsitzende Richter Holger Jung hatte bereits zu Prozessbeginn Ende Juni von einer „hohen Wahrscheinlichkeit für einen Schuldspruch“ für den 42-Jährigen gesprochen. Am Tatort war ein Handschuh mit DNA-Spuren des Belgiers gefunden worden.

Die Erklärung des Mannes, die Handschuhe seien ihm gestohlen und als falsche Fährte am Tatort platziert worden, fand das Gericht offensichtlich wenig überzeugend.

Das macht Manager Bernhard Günther heute

Günther war zum Zeitpunkt des Anschlags Finanzvorstand der damaligen RWE-Tochter Innogy. Damals stand die Übernahme von Innogy durch Eon unmittelbar bevor. Günther vermutet als Auftraggeber des Säureattentats eine Person in seinem damaligen beruflichen Umfeld, die ihn als Konkurrenten habe ausschalten wollen. Heute ist Günther Finanzvorstand des finnischen Energiekonzerns Fortum, der mehr als 19.000 Menschen beschäftigt.

Mit der Entscheidung seien die Ermittlungen hoffentlich nicht beendet, sagte Günther vor Gericht. Er hoffe, dass auch die Mittelsmänner und der Auftragsgeber der Tat aufgeklärt würden.

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